Bayern und BVB gegen den Rest

Spanische Verhältnisse in der Bundesliga?

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Nach der dominanten Meisterschaft der Bayern fragt sich die Liga: Gibt es in Zukunft nur noch den Zweikampf FCB gegen BVB?

Frankfurt/Main - Die Bundesliga lebt von ihrer Spannung und wird wegen der Ausgeglichenheit oft als eine der stärksten Liga der Welt bezeichnet. Doch die Zeiten könnten sich ändern.

Joachim Löw tut es. Der FC Bayern versucht es in der nächsten Spielzeit mit Startrainer Josep Guardiola auch. Spanien zu kopieren, ist schwer en vogue - nur in einer Sache soll der Fußball aus dem Land des Welt- und Europameisters für Deutschland kein Vorbild werden. „Mich bedrückt der Gedanke, dass die Vereine, die schon seit Jahren an den Fleischtöpfen der Champions League sitzen, in den nationalen Wettbewerben immer dominanter werden, so dass man um diese mittelfristig Angst haben muss“, warnte Heribert Bruchhagen nach dem schnellsten Titel der Ligageschichte durch den FC Bayern München.

Dieses Szenario zeichnet sich ab. Wie in Spanien der FC Barcelona und Real Madrid könnten in der Bundesliga künftig der FC Bayern und Borussia Dortmund das Geschehen diktieren - zu überlegen scheinen die Großmächte der Konkurrenz. Eintracht Frankfurts Vorstandschef Bruchhagen gehört zur Fraktion der Mahner, die das europäische Sondermerkmal der Liga bedroht sehen - die große Ausgeglichenheit bis hinein in die Spitze.

"Bayern hat alle überfahren": Internationale Pressestimmen

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SPANIEN AS: „Bayern krönt sich zum Meister der Bundesliga. Nach zwei Jahren Dominanz der Borussia erobern Heynckes“ Schüler die Alleinherrschaft zurück. Guardiola weiß schon, dass auf ihn viel Arbeit wartet, um den Titel von Heynckes auszugleichen." +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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El Mundo Deportivo: "Super-Meisterschaft der Super-Bayern. Aber es gab keine Bierdusche. Pep wird Luxus-Bayern erben.“ +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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Sport: „Bayern ist schon Bundesliga-Meister. Guardiola erwartet ein Bayern der Rekorde.“ +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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Marca: „Express-Titel für Bayern. Bayern erobert die Bundesliga und holt seine 23. Krone.“ +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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ITALIEN Gazzetta dello Sport: „Der FC Bayern ist Deutschlands Meister, verzichtet aber auf große Feierlichkeiten, denn am Mittwoch kommt das Duell mit Juve. In 50 Jahren hatte in der Bundeliga noch kein Klub sechs Spieltage vor dem Ende den Titel erobert.“ +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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Corriere dello Sport: „Der FC Bayern ist Deutschlands Bundesliga-König. Der Sieg Borussia Dortmunds genügt nicht, um das Duell um die Meisterschaft sechs Spieltage vor ihrem Ende noch offen zu halten. Jetzt heißt es für Bayern, Juve zu besiegen und in der Champions League weiterzukommen.“ +++ Aktuell +++ FC Bayern München - FC Arsenal London: Champions League Achtelfinale Pressestimmen © dpa
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Tuttosport: „Ein Tor Schweinsteigers schenkt Heynckes' Spielern den Titel sechs Spieltage vor dem Ende. Jetzt können die Bayern mit großem Selbstvertrauen das Spiel gegen Juventus bestreiten.„ © dpa
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Repubblica: "Sieg gegen Eintracht, die Bayern sind deutscher Meister, sechs Spieltage vor dem Ende. Die Bayern, denen das Spiel gegen Juve bevorsteht, sind auch noch im Rennen um den DFB-Pokal.“ © dpa
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ENGLANDDaily Mail: „Rekord-Bayern holen sich den Bundesliga-Titel sechs Spieltage vor Ende der Saison zurück. Es war nicht die Frage ob, sondern wann die Bayern den Dortmundern den Titel abjagen. Für die Münchner ist es die früheste Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte.“ © dpa
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BBC: „Bayern München bringt die Meisterschaft in der Bundesliga unter Dach und Fach - der schnellste Triumph in der Geschichte der Liga. Nachdem sie ihren 23. Titel besiegelt haben, können sie sich jetzt auf die anderen Wettbewerbe konzentrieren.“ © dpa
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The Guardian: „Bayern in Rekordzeit zum Champion der Bundesliga gekrönt. Jupp Heynckes bleibt auf Kurs zum möglichen Triple.“ © dpa
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SKANDINAVIEN Expressen (Schweden): „Dortmund hat die Bundesliga zwei Jahre in Serie gewonnen, doch dieses Jahr gab es keine Mannschaft, die die Maschine FC Bayern aufhalten konnte. Die Bayern haben alle anderen schlicht und ergreifend überfahren.“ © dpa
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Sporten.dk (Dänemark): „Die Bayern waren sehr souverän, das musste auch Dortmund neidlos anerkennen. Jetzt kann Jupp Heynckes das Triple sichern, bevor er an Pep Guardiola übergibt.“ © dpa
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Ekstrabladet (Dänemark): „Die Bayern sind zurück auf dem deutschen Fußball-Thron. Schweinsteigers Treffer war ein Klassetor eines Klassespielers nach einer Klassevorlage.“ © dpa

In den vergangenen zehn Jahren durften immerhin fünf verschiedene Vereine, neben den Bayern und Vorgänger Borussia Dortmund noch Werder Bremen, der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg, am Saisonende die Meisterschale schwenken. Von Europas Top-Ligen verzeichnete lediglich Frankreichs Ligue 1 einen ebenso spannenden und abwechslungsreichen Wettbewerb, ermittelte eine jüngst veröffentlichte Studie. Vier verschiedene Meister gab es in diesem Zeitraum in England, jeweils nur drei in Italien und Spanien, wo der FC Valencia 2004 letztmals die Phalanx von Real und Barça durchbrechen konnte.

Drohen der Bundesliga also Verhältnisse wie in Spanien? Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser glaubt nicht daran. „Die Historie der Bundesliga zeigt, dass immer wieder andere Vereine in die Spitze vorstoßen können. Das wird auch in den kommenden Jahren nicht auszuschließen sein. Deshalb erwarte ich langfristig in der Bundesliga auch keinen Trend, der spanische Verhältnisse widerspiegelt“, sagte Holzhäuser der Nachrichtenagentur dpa.

Die verbalen Muskelspiele der Bayern nach dem schnellsten Gewinn der Meisterschaft in der Bundesliga-Geschichte lassen befürchten, dass der deutsche Branchenprimus sich nach zwei titellosen Jahren nun wieder dauerhaft an der Spitze einzurichten gedenkt. „Normalerweise ärgert uns ein Verein nur einmal. Dortmund hat es zweimal geschafft. Dafür müssen wir ihnen Respekt zollen. Das haben sie super gemacht. Aber unsere Antwort war eindeutig. 20 Punkte sind eine deutliche Antwort. Damit müssen sie jetzt leben“, erklärte Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit vor Stolz geschwellter Brust.

Dortmund wird wieder kommen

Doch der BVB wird dies nicht kampflos hinnehmen, so dass Bruchhagens Befürchtungen nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Schon nach dem Pokal-Aus in München hatte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp für die Zukunft versprochen: „Wir werden nicht als chancenloser Konkurrent dastehen.“

Allein in dieser Saison hat die Borussia in der europäischen Königsklasse rund 45 Millionen Euro verdient. Bei einem Vorstoß ins Halbfinale kämen knapp fünf Millionen Euro hinzu. In der gleichen Größenordnung bewegen sich die bisherigen Einnahmen der Bayern. Hinzu kommen für die beiden deutschen Topvereine noch die Gelder aus dem Marktpool der UEFA, die insgesamt 409,6 Millionen Euro ausschüttet.

Kein Wunder, dass Bruchhagen für die Bundesliga mittelfristig Schwarz sieht. „Die Kluft zwischen den in der Champions League spielenden Mannschaften und den anderen Vereinen ist riesengroß - und sie wird immer größer“, betonte der Eintracht-Boss.

Holzhäuser glaubt zwar nicht, dass sich die totale Dominanz der Bayern in der kommenden Spielzeit wiederholen wird. „Allerdings ist der FC Bayern München nun mal sportlich und wirtschaftlich allen anderen Vereinen weit voraus“, sagte Holzhäuser und fügte hinzu: „Dortmund ist am nächsten dran und kann sich auch dahin entwickeln.“

dpa

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