Revolutionäre Idee

Bundesliga: Ex-Schiedsrichter will Fußball-Spielfeld verändern - „Viele Aufreger wären Geschichte“

Die Münchner Allianz Arena, Stadion des FC Bayern, von innen.
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Die Münchner Allianz Arena.

Wenige Dinge regen Fußball-Fans wie Spieler und Vereinsverantwortliche so auf, wie die Handspielregel. Ein früherer Schiri will Abhilfe schaffen - und hat eine Idee.

  • In der Fußball-Bundesliga ist die Handspielregel seit Jahren umstritten.
  • Ihre unterschiedliche Auslegung sorgt oftmals für Diskussionen und Unverständnis.
  • Ein früherer Schiedsrichter glaubt, eine Lösung für das Problem zu haben. Und die ist spektakulär.

München - In der Bundesliga sorgen an jedem Spieltag Schiedsrichter-Entscheidungen für Diskussionsstoff. Mal ist die Aufregung bei Fußball-Fans, Spielern, Vereinsfunktionären und Experten berechtigt. In anderen Fällen ereifern sich diese zu Unrecht über vermeintliche Fehlentscheidungen.

Gerade die Handspielregel war in den letzten Jahren Gegenstand vieler Streitgespräche. Auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinnhöfer stört sich an dieser. Aus seiner Sicht werden häufig spielentscheidende Handelfmeter für verhältnismäßig harmlose Regelvergehen verhängt.

Bundesliga: Ex-Schiedsrichter Kinnhöfer will Fußball-Spielfeld verändern

Der Ex-DFB-Referee hat nun eine revolutionäre Regeländerung vorgeschlagen. „Erfinden wir doch den 22-Meter, den kleinen Bruder des Elfmeters“, schlug Kinnhöfer in seiner Bild-am-Sonntag-Kolumne vor. Ein 22-Meter-Freistoß biete für das Team in Ballbesitz eine klare Tormöglichkeit. Andererseits habe auch die verteidigende Mannschaft eine gute Chance, diesen abzuwehren. Ganz im Gegensatz zu einem Elfmeter.

„Bei einem harmlosen Handspiel im Strafraum gibt es einen Freistoß, 22 Meter zentral vor dem Tor. Das ist eine gute Torchance, aber kein fast sicherer Treffer wie bei einem Elfer“, beschrieb Kinnhöfer seinen Vorstoß in Sachen Regeländerung.

Die Diskussion um die Handspielregel und ihre Auslegung ist nicht neu. Sie eröffnet den Unparteiischen Spielraum, diese individuell zu interpretieren. Wann etwa ein Spieler die Körperfläche „unnatürlich vergrößert“, ordnete nicht jeder Schiri immer gleich ein.

Video: Fußball-Bundesliga - Neue Handspiel-Regel in Saison 2020/21

Bundesliga: Ex-Schiri will Handspielregel entschärfen - mit Pendant zum Elfmeterpunkt

„Beispiel: Spieler X schießt, Abwehrmann Y kriegt den Ball 15 Meter vor dem Tor an die Hand. Das gibt Elfmeter“, schrieb Kinnhöfer. „Nur: Warum? Es wird ja keine klare Torchance verhindert.“ Er möchte mit der Veränderung des Spielfeldes die mitunter (zu) harten Strafen für Handspiele entschärfen. Mit einem Pendant zum Elfmeterpunkt.

Der langjährige Schiedsrichter leitete von 2001 bis 2015 insgesamt 213 Bundesliga-Partien. Kinnhöfer ist davon überzeugt, dass sich „ganz viele Aufreger und diese ewigen Diskussionen“ in Luft auflösen würden. Bleibt abzuwarten, ob dieser Vorschlag auch bei den Aktiven der Fußballbranche Gehör findet. (kh)

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