BVB-Fans feiern ihr neues Traum-Duo

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Marco Reus (l.) und Torschütze Mario Götze jubeln nach dem Treffer zum 2:1

Dortmund - Marco Reus erzielte im Trikot von Borussia Dortmund das erste Saisontor, Mario Götze machte den 2:1-Sieg des deutschen Meisters gegen Werder Bremen zum Saisonstart perfekt. Die BVB-Fans feiern ihr neues Traum-Duo.

Marco Reus genoss die Gänsehaut-Atmosphäre, Mario Götze feierte seinen Siegtreffer „wie eine Befreiung“, und Trainer Jürgen Klopp fand alles „einfach geil“. Zwei Nationalspieler, zwei Freunde und geniale Fußballer schrieben das erste Kapitel der 50. Bundesliga-Saison und machten Appetit auf mehr. Nach dem insgesamt glücklichen 2:1 (1:0) des Titelverteidigers Borussia Dortmund gegen Werder Bremen feierten die BVB-Fans noch lange nach dem Schlusspfiff ihr neues Traumpaar.

„Ich wurde super aufgenommen, es hat unheimlich viel Spaß gemacht“, sagte der 17,1 Millionen Euro teure Ex-Gladbacher Reus. Der „Fußballer des Jahres“ hatte die Schlagzeilen mit seinem ersten Treffer (11.) im ersten Heimspiel für den BVB und ersten Tor der Jubiläums-Saison eigentlich schon geschrieben, bevor ihm Joker Götze auch noch drei Punkte bescherte. Das 20 Jahre alte Fußball-Juwel beendete 3:30 Minuten nach seiner Einwechslung mit dem Siegtreffer (78.) seine „harte Leidenszeit“ und sandte im Hochgefühl seines Erfolgserlebnisses eindeutige Signale an Coach Klopp.

„Ich bin zu einhundert Prozent fit, und das will ich auch zeigen. Ich hoffe, dass ich auch weiter das Vertrauen des Trainers bekomme“, sagte Götze. Schon bald möchte er von Beginn an mit seinem Kumpel Reus auf dem Platz stehen. „Ich habe Lust zu spielen, und ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird.“

Wegen einer Schambein-Entzündung war Götze fast die gesamte Rückrunde der letzten Meistersaison ausgefallen, erlebte schließlich die EM nur als Bankdrücker, und in der Vorbereitung auf die Jubiläums-Spielzeit warf ihn eine hartnäckigen Bindehaut-Entzündung zurück. „Er könnte jetzt schon eine Halbzeit spielen, nach der nächsten Länderspielpause ist er definitiv wieder komplett fit. Aber ihn heute in dieser Phase einwechseln zu können, war schon toll. Es gibt größere Probleme“, sagte Klopp.

Die Mannschaftskollegen freuten sich besonders für ihren Kollegen. „Beide Torschützen haben ihr Erfolgserlebnis verdient. Aber Mario hatte keine leichte Zeit. Ihm gönne ich es besonders“, ergänzte Kapitän Sebastian Kehl: „Wir werden noch viel Spaß an den beiden haben.“

Klopp geriet angesichts der beiden Treffer, nach denen der BVB auch das 29. Punktspiel in Folge ungeschlagen blieb, ins Schwärmen. „Beide Tore waren überragend gemacht. Das erste war ein typisches Reus-Tor, er hat offenbar einen Kompass in sich, weiß immer, wohin er den Ball schieben muss.“ Und vor dem zweiten Tor habe der erneut starke Jakub Blaszczykowski die tolle Vorarbeit geleistet. „Das war wirklich Fußball“, sagte Klopp.

Reus und Götze machten am Freitagabend vor 80.645 Zuschauern den Unterschied aus, denn zwei spektakuläre Aktionen spiegeln das Geschehen nicht exakt wider. „Es war ein glücklicher Sieg“, gab Klopp zu, denn eine gut organisierte Bremer Mannschaft forderte dem Double-Gewinner alles ab. „Wir wussten, dass wir heute nicht die Sterne vom Himmel spielen. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent. Es tat weh, und wir mussten beißen. Aber dann so zu gewinnen - ich fand das geil“, sagte Klopp.

Die Meistertipps der 18 Bundesliga-Trainer

Trainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): „Wer am Ende oben steht? Ich weiß es nicht. Ich glaube, die anderen wissen es auch nicht. Es gibt nur einen Verein, für den es die einzige Möglichkeit ist, erfolgreich zu sein, das ist Bayern München. Sie haben die besten Voraussetzungen. Das ist auch okay so. Aber mir ist es persönlich auch wurscht um ehrlich zu sein. Ich freue mich einfach darauf, dass wir dabei sind.“ © dpa
Trainer Jupp Heynckes (Bayern München): „Wenn eine Mannschaft zweimal hintereinander Meister wird, kann sie die Favoritenrolle nicht abstreiten. Aber natürlich werden wir Borussia Dortmund attackieren und alles daran setzen, dass wir wieder den Titel nach München holen.“ © dpa
Trainer Huub Stevens (Schalke 04): „Die ersten beiden Plätze sind an Borussia Dortmund und Bayern München vergeben. Auf einen Meistertipp will ich mich nicht festlegen.“ © dpa
Trainer Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach): „Für mich kommen zwei Klubs in Frage - Dortmund und Bayern.“ © dpa
Teamchef Sami Hyypiä (Bayer Leverkusen, Foto): "Ich glaube an die Meisterschaft von Bayern München.“) Trainer Sascha Lewandowski (Bayer Leverkusen): „Ich tippe auf eine Titelverteidigung von Borussia Dortmund.“ © 
Trainer Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): „Borussia Dortmund und der FC Bayern München sind wohl die heißesten Anwärter auf den Titel, doch vielleicht gibt es ja auch in dieser Saison wieder ein Team, das überrascht und oben mitspielt.“ © dpa
Trainer Mirko Slomka (Hannover 96): „Zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund sehe ich einen engen Zweikampf, der möglicherweise erst kurz vor Schluss im direkten Duell entschieden wird. Ich meine, dass die Bayern knapp vorne liegen werden.“ © dpa
Trainer Felix Magath (VfL Wolfsburg): „Der FC Bayern wird Meister.“ © dpa
Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): „Die Klubs, die in der Vorsaison vorne standen, zählen auch diesmal zum Kreis der Favoriten.“ © dpa
Trainer Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): „Ich habe mich auf Dortmund festgelegt. Bei den Bayern wird es interessant sein zu beobachten, wie die Entwicklung weitergeht. Sie haben die Qualität, Dortmund wieder vom Thron zu stoßen, aber ich sehe in München einfach mehr Spannungsfelder. Insgesamt hoffe ich, dass die beiden nicht irgendwann ihre eigene Liga bilden. Das wäre für die Bundesliga nicht gut, wenn der Rest nur noch die Plätze 3 bis 18 ausspielt.“ © dpa
Trainer Markus Babbel (1899 Hoffenheim): „Trotz der vielen Verletzten ist und bleibt mein Tipp Bayern. Sie haben mit Matthias Sammer eine absolute Top-Verpflichtung getätigt. Von der Qualität sind sie sowieso die beste Truppe. Sie werden es auch bis zum Schluss durchziehen.“ © dpa
Trainer Christian Streich (SC Freiburg): „Dortmund, die Bayern, Gladbach oder Schalke.“ © dpa
Trainer Thomas Tuchel (FSV Mainz 05): „Ich möchte mich nicht festlegen, aber vielleicht wird ja ein Außenseiter Meister.“ © dpa
Trainer Markus Weinzierl (FC Augsburg): „Ich glaube, dass Bayern München wieder an der Reihe ist. Sie werden alles dafür tun, um Dortmund wieder zu verdrängen.“ © dpa
Trainer Thorsten Fink (Hamburger SV): „Mein Meister-Tipp ist nach drei zweiten Plätzen der FC Bayern.“ © dpa
Trainer Armin Veh (Eintracht Frankfurt): „Ich möchte mich nicht festlegen.“ © dpa
Trainer Mike Büskens (SpVgg Greuther Fürth): „Nach zwei Jahren ohne Titel werden die Bayern wieder alles daran setzen, die Meisterschaft zu holen. Der BVB ist nach dem Reus-Transfer aber ebenso gut aufgestellt, um den Titel zu verteidigen. Und natürlich gibt es als Dritten auch den großen Unbekannten, wobei ich nichts dagegen hätte, wenn dieser Unbekannte blau-weiße Trikots trägt.“ © dpa
Trainer Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf): „Ich gebe keine Tipps ab!“ © dpa

Verloren, aber an Selbstvertrauen gewonnen: Mit dieser Erkenntnis und von den mitgereisten Fans gefeiert, verließ das neuformierte Werder-Team den Rasen. Die Hanseaten, für die Theodor Gebre Selassie (75.) zum Ausgleich traf, leisteten einen wesentlichen Beitrag zu einem unterhaltsamen Abend und würdigen Saisonauftakt. „Man hat alles gesehen, was den Fußball auszeichnet. Nur das Ergebnis hat nicht gestimmt. Aber wir nehmen viel Positives mit“, sagte Trainer Thomas Schaaf, und der überragende Marko Arnautovic ergänzte: „Wir haben super Fußball gespielt und machen zwei Fehler. Dortmund hatte einfach mehr Glück.“

Während sich die Bremer enttäuscht, aber keineswegs entmutigt auf die Heimreise machten, feierten die Borussen in den 50. Geburtstag von Sportdirektor Michael Zorc hinein. Klopp: „Und als Geschenk gibt es drei Punkte mit Schleife.“

sid

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