Perisic: Riesentalent soll ein ganz Großer werden

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Ivan Perisic soll beim BVB jetzt richtig durchstarten.

Dortmund - Nach Startschwierigkeiten hat Ivan Perisic den Sprung in die Dortmunder Startelf geschafft. Dort machte er nicht nur wegen wichtiger Tore eine gute Figur. Nun soll die nächste Stufe gezündet werden.

Äußerst begabt, vielseitig verwendbar und extrem torgefährlich: Mit der Investition in Ivan Perisic hat Borussia Dortmund offenbar einen Volltreffer gelandet. Zwei Spiele in der Anfangsformation des deutschen Meisters und zwei Tore in den letzten drei Begegnungen genügten, um auch die letzten Skeptiker von den Qualitäten des kroatischen Nationalspielers zu überzeugen. Inzwischen reift im Umfeld des BVB die Erkenntnis: Das Riesentalent kann ein ganz Großer werden.

"Sonst hätten wir ihn nicht verpflichtet", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc über den Allrounder, für den die Borussen immerhin 5,5 Millionen Euro an den FC Brügge überwiesen. Perisic unterschrieb im Sommer einen Vertrag bis 2016 und ist damit der teuerste Spieler der Westfalen in den vergangenen neun Jahren - seit Torsten Frings 2002 für 8,5 Millionen Euro den Weg aus Bremen ins Revier fand.

Traumtor gegen Arsenal

Perisic sah sich jedoch in den ersten fünf Ligaspielen lediglich im Bereitschaftsdienst auf der Bank. Erst die aktuelle Formschwäche von Kevin Großkreutz und sein Sonntagsschuss zum 1:1 (88.) beim Champions-League-Auftakt gegen den FC Arsenal katapultierten den Youngster in die erste Elf. Und Perisic bedankte sich auf seine Weise für das Vertrauen von Trainer Jürgen Klopp: Beim 2:1 des BVB am vergangenen Samstag in Mainz leitete sein Ausgleichstreffer die Wende ein. Auch am Mittwochabend wird der Kroate im Stade Vélodrome in der Startelf stehen, wenn der BVB sein Auswärtsspiel in der Champions League gegen Olympique Marseille bestreitet (20.45 Uhr auf Sat1/Sky).

Klopp war immer von den außergewöhnlichen Fähigkeiten seiner Neuerwerbung überzeugt: "Er ist beidfüßig, schnell, strategisch nicht unbegabt und körperlich stark." Das frühe intensive Interesse des BVB bestätigte der in Split geborene Perisic mit 22 Toren für Brügge in der vergangenen Saison. Zudem bereitete der Schützenkönig der Jupiler Pro League zehn Treffer vor und wurde zum besten Spieler der Liga gewählt.

Die wichtigsten Bundesliga-Transfers der Sommerpause

Viele der etablierten Vereine haben letztes Jahr enttäuscht. Sie versuchen nun, mit teuren Transfers zu alter Stärke zurückzufinden. Spektakulärster Transfer war der Wechsel von Nationaltorhüter Manuel Neuer zu Bayern München. Dieser Transfer erhitzte monatelang die Gemüter. Letztendlich wechselte Neuer für eine Ablöse von 18 Mio. nach München, dazu können noch bis zu sieben Mio. erfolgsabhängiger Zuschläge kommen. © getty
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Nach mühsamen Verhandlungen verpflichtete der FC Bayern Jerome Boateng von Manchester City. Der Nationalspieler soll vorwiegend in der Innenverteidigung eingesetzt werden. © getty images
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Schon in der Hinrunde der vergangenen Saison war klar, dass Shooting-Star André Schürrle vom 1. FSV Mainz 05 zu Bayer Leverkusen wechseln wird. Der Flügelstürmer kam für 8 Mio. Euro. © getty images
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Einer der vielen Rückkehrer in die Bundesliga: Der giftige Rechtsverteidiger Rafinha - früher beim FC Schalke 04 aktiv - wechselte vom FC Genua zum FC Bayern. © getty images
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Der dänische Nationalspieler William Kvist wechselte vom FC Kopenhagen zum VfB Stuttgart. © getty images
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Freistoßspezialist Mehmet Ekici wechselte vom FC Bayern zum SV Werder Bremen. © getty images
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Mittelfeldstratege Andreas Ottl wechselte vom FC Bayern zu Hertha BSC Berlin. © getty images
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Thomas Kraft wechselte vom FC Bayern zu Hertha BSC Berlin. © getty images
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Der kroatische Nationalspieler Ivan Perisic kam vom FC Brügge zu Borussia Dortmund. © getty images
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Abwehrrecke Andreas Wolf wechselte vom 1. FC Nürnberg zum SV Werder Bremen. © getty images
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Ilkay Gündogan wechselte vom 1. FC Nürnberg zu Borussia Dortmund. © getty images
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Der schwedische Nationalspieler Oscar Wendt kam von Rosenborg Trondheim zu Borussia Mönchengladbach. © getty images
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Der holländische Jungnationalspieler Jeffrey Bruma wechselte vom FC Chelsea zum Hamburger Sportverein. © getty images
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Zweitliga-Bomber Nils Petersen wechselte von Energie Cottbus zum FC Bayern. © getty images
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Spielgestalter Lewis Holtby kehrte nach einem Leihgeschäft aus Mainz zum FC Schalke 04 zurück. © getty images
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Michael Mancienne wechselte vom FC Chelsea zum Hamburger SV. © getty images
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Linksverteidiger Christian Fuchs wechselte vom FSV Mainz 05 zum FC Schalke 04. © getty images
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Srdjan Lakic kam vom 1.FC Kaiserslautern zum VfL Wolfsburg. © getty images
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David Alaba kehrte nach einem Leihgeschäft mit 1899 Hoffenheim zurück zum FC Bayern. © getty images
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Markus Rosenberg kehrte nach einem Leihgeschäft vom FC Santander zurück zu Werder Bremen. © getty images
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Patrick Ochs kam von Absteiger Eintracht Frankfurt zum VfL Wolfsburg. © getty images
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Hasan Salihamidzic kehrt zurück in die Bundesliga. Er wechselte von Juventus Turin zum VfL Wolfsburg. © getty images
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Der israelische Stürmer Itay Shechter kam von Maccabi Tel Aviv zum 1. FC Kaiserslautern. © getty images
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Jermaine Jones kehrte nach einem Leihgeschäft mit den Blackburn Rovers zurück zum FC Schalke 04. © getty images
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Der FSV Mainz 05 verpflichtete den zuvor bereits ausgeliehenen Malik Fatih von Spartak Moskau. © getty images
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Mit einer beeindruckenden Torquote von 34 Treffern in 36 Spielen kam Garra Dembe'le' von Levski Sofia zum SC Freiburg. © getty images
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Sascha Riether wechselte vom VfL Wolfsburg zum 1.FC Köln. © getty images
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Rauhbein Maik Franz kam von Eintracht Frankfurt zu Aufsteiger Hertha BSC. © getty images
Sokratis Papastathopoulos kommt auf Leihbasis vom FC Genua zu Werder Bremen © Getty
Christian Träsch wechselt zum VfB Stuttgart zum VfL Wolfsburg © dpa
Ciprian Marica wechselt vom VfB Stuttgart zum FC Schalke 04. © dpa
Aleksandar Ignjovski wechselt vom TSV 1860 München zu Werder Bremen © dpa
Josip Simunic wechselt von 1899 Hoffenheim zu Dinamo Zagreb © Getty
Eintracht Frankfurt hat Angreifer Mohamadou Idrissou vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach verpflichtet. © Getty
Eljero Elia wechselt vom Hamburger SV zu Juventus Turin © dpa
Aliaksandr Hleb kommt vom FC Barcelona zum VfL Wolfsburg © Getty
Ivo Ilicevic wechselt vom 1. FC Kaiserslautern zum Hamburger SV © dpa
Per Mertesacker geht von Werder Bremen zu Arsenal London © dpa

In seiner Heimat wird Perisic wegen seiner Spielweise stets mit Michael Ballack verglichen. Dennoch waren es viele holprige Umwege, die ihn nach Dortmund führten. Perisic begann seine Karriere in der Jugend von Hajduk Split. 2006 wechselte er zum FC Sochaux nach Frankreich und wurde 2009 zum KSV Roeselare ausgeliehen. Dort blieb er sechs Monate und erzielte in der Jupiler Pro League in 19 Spielen immerhin acht Tore.

Beinahe wäre Perisic schon in dieser Zeit in der Bundesliga gelandet, denn er absolvierte ein Probetraining bei Hertha BSC Berlin. Doch der damalige Trainer Lucien Favre sah von einer Verpflichtung für nur 300.000 Euro Ablöse ab. Stattdessen wechselte Perisic im Sommer 2009 zum FC Brügge und schließlich zum BVB, wo er allerdings mit einigen Startproblemen zu kämpfen hatte. Das Tempo und die Intensität, allein im Training, machten Perisic arg zu schaffen. "Das kannte ich bisher so nicht", gestand der BVB-Profi.

"Bereicherung für die Bundesliga"

Inzwischen hat sich Perisic an die Bundesliga, seine neuen Teamkollgen und die Kloppsche Fußball-Philosophie gewöhnt. "Er ist dabei, die nächste Stufe zu nehmen", sagte der Coach, und Nationalspieler Mats Hummels meinte: "Ivan ist eine Bereicherung für die Bundesliga und einer der torgefährlichsten Spieler, die ich je gesehen habe."

Davon konnten sich nun auch die Dortmunder Fans überzeugen. Sie sehen den 1,87 Meter langen Schlaks als derzeit erste Wahl für die Position im linken Mittelfeld und künftig exzellenten Zulieferer für Torjäger Lucas Barrios, der in Mainz nach seinem Muskelbündelriss ein kurzes Comeback feierte. Eine erfreuliche Entwicklung für den BVB - weniger jedoch für den deutschen Meister Kevin Großkreutz.

sid

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