Dortmund droht Saison ohne CL

BVB vor dem Abgrund: Endlose Trainer-Debatte - Zieht die Borussia einen Konkurrenten mit in die Tiefe?

Der BVB liegt am Boden - wie hier Jadon Sancho nach dem Remis gegen Mainz im Januar 2021
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Der BVB liegt am Boden - wie hier Jadon Sancho nach dem Remis gegen Mainz im Januar 2021.

Die selbsterklärte Nummer zwei im deutschen Fußball hat diese Saison große Probleme: Muss Borussia Mönchengladbach für die Misere bei Borussia Dortmund büßen?

  • Borussia Dortmund befindet sich trotz Trainerwechsel im sportlichen Mittelmaß der Bundesliga.
  • In der Tabelle ist der BVB zuletzt weiter abgerutscht. Eine Ablösung von Trainer Edin Terzic scheint unausweichlich.
  • Gibt es mit Marco Rose bereits eine Einigung? Mönchengladbach droht möglicherweise ein schlimmeres Szenario.

Dortmund - Während der FC Bayern in der Bundesliga Jahr für Jahr als klarer Titelanwärter gilt, hatte Borussia Dortmund lange Zeit zumindest den Status als Rivale Nummer eins inne. Dieses Selbstverständnis ist jedoch auch aufgrund des rapiden Aufstiegs von RB Leipzig abhanden gekommen, der Klub begegnet dem BVB national und international mittlerweile auf Augenhöhe.

In der laufenden Spielzeit steuert die Talfahrt der Borussen einem Tiefpunkt entgegen: Wer dachte, dass mit der Entlassung von Trainer Lucien Favre die sportlichen Probleme bei den Westfalen behoben wären, sieht sich spätestens nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg getäuscht. Als Tabellensechster droht Dortmund sogar die Qualifikation für die Champions League zu verpassen.

BVB wird trotz Terzic Trainerdebatte nicht los - „Die Leistung muss die Mannschaft bringen“

Dass die Probleme der Mannschaft an Coach Edin Terzic liegen, bezweifelt die Vereinsführung. Gegenüber der Funke Mediengruppe erklärt Sportdirektor Michael Zorc: „Es gibt überhaupt keinen Vorwurf an ihn. Die Leistung muss die Mannschaft bringen. Edin hat heute sehr deutliche Worte gefunden, die Spieler direkt angesprochen und sie in die Pflicht genommen.“ Vielmehr gibt es Kritik an den BVB-Stars, die „den Gegner zu wenig unter Druck setzen“ und „nicht entschlossen genug das Tor verteidigen“.

Auch wenn die Probleme vielfältig erscheinen, gilt es als ausgeschlossen, dass Terzic in der kommenden Saison noch die sportlichen Geschicke von Borussia Dortmund leitet. Dessen sind sich Fußballexperten wie Didi Hamann oder Heribert Bruchhagen einig. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass bei einer Fortsetzung der durchwachsenen Bilanz (derzeit vier Siege, vier Niederlagen in neun Spielen) der gebürtige Dortmunder Terzic schon vor dem Saisonende sein Amt abgeben muss.

Unabhängig davon kursieren seit geraumer Zeit Gerüchte, dass der Trainer von Borussia Mönchengladbach im Sommer die Borussia wechselt. Marco Rose soll angeblich der nächste BVB-Coach werden, prognostizierte auch Ex-Funktionär Bruchhagen am Wochenende im „Doppelpass“ bei SPORT1:

Borussia Dortmund nächste Saison mit Trainer Rose und weiteren Transfers aus Mönchengladbach?

Sky-Experte Hamann sieht ebenfalls dieses Szenario eintreten. Der frühere Profi des FC Bayern vermutet für die Gladbacher jedoch noch einschneidendere Auswirkungen: „Du könntest möglicherweise zwei, drei, vier Spieler mitbringen und da sofort deine Handschrift hinterlassen. Ich glaube, das ist schon ein Projekt, das sehr interessant ist.“ Muss der Bundesligist vom Niederrhein womöglich mehr personellen Aderlass in Richtung NRW fürchten?

Als einer der Wechselkandidaten gilt schon länger Nationalspieler Florian Neuhaus, der früher beim TSV 1860 kickte. Sicher spielt bei den „Fohlen“ noch der ein oder andere interessante Kandidat. Doch sind auch Mannschaften unter Marco Rose nicht vor Enttäuschungen gefeit: Zuletzt verlor der Klub das Derby gegen den 1. FC Köln in heimischer Arena.

Problematisch könnte es zudem werden, wenn Borussia Dortmund vor der nächsten Saison Leistungsträger wie Jadon Sancho oder Erling Haaland abgeben müsste, weil die Champions League verpasst wird und es finanziell plötzlich düster aussieht. Bei dieser Gesamtrechnung gibt es also viele Variablen. Ohne Zweifel steht jedoch fest: Dem BVB blühen sportlich wie auch personell aufregende Monate. (PF)

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