BVB-Beben nach Favre-Entlassung

Dortmunds Trainer-Pläne enthüllt: Top-Kandidat mit brisanten Aussagen zu Gerüchten

Gladbach-Trainer Marco Rose vor dem Spiel gegen RB Leipzig.
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Marco Rose ist wohl der heißeste Kandidat für die Favre-Nachfolge beim BVB.

Borussia Dortmund sucht nach dem Aus von Lucien Favre nach einer neuen Trainer-Lösung. Ein Top-Kandidat wäre im Sommer zu haben - und der vermeidet ein Treue-Bekenntnis.

  • Der BVB hat sich schnell von Trainer Lucien Favre getrennt und arbeitet nun interimsweise mit Edin Terzic.
  • Zwei Bundesliga-Coaches sollen nun auf dem Zettel der Borussia stehen.
  • Gladbachs Marco Rose kommt noch kein Treue-Bekenntnis über die Lippen.

München - Nach einer anfänglich mehr als soliden Saison geht es beim Borussia Dortmund nun doch wieder drunter und drüber. Nur ein Punkt aus den letzten drei Bundesliga-Spielen und peinliche Pleiten gegen Köln und Stuttgart bedeuteten für Trainer Lucien Favre das Aus. Interimsweise hat nun Co-Trainer Edin Terzic übernommen. Wie Klub-Boss Hans-Joachim Watzke nun bei BILD Live verriet, eine absehbare Lösung.

„Wir haben Edin Terzic schon 2018 im Hinblick darauf geholt, dass so ein Fall mal eintreffen kann. Wir trauen ihm die Aufgabe zu. Deshalb sind wir auch keine Blaupause Bayern München, wo es mit Hansi Flick überragend funktioniert“. Ob man den Dortmundern deswegen nun weise und zweijährige Voraussicht oder fehlendes Grundvertrauen in Lucien Favre attestieren will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Einstand Terzics ist mit dem 2:1-Sieg gegen Werder Bremen immerhin geglückt.

Borussia Dortmund: Julian Nagelsmann und Marco Rose auf dem Zettel

Eine „Blaupause Bayern München“ ist die Übergangslösung mit dem 38-Jährigen aber schon deswegen nicht, weil man im Ruhrgebiet noch nicht langfristig mit Terzic plant. Stattdessen haben Watzke, Zorc und Co. laut der Sport Bild zwei konkrete Namen für den kommenden Sommer auf dem Zettel. Julian Nagelsmann und Marco Rose. RB-Coach Nagelsmann hat noch Vertrag bis 2023, den Champions-League-Halbfinalisten aus Sachsen loszueisen, dürfte schwierig werden. RB ist durch die Brause-Millionen nicht auf Ablöse angewiesen, Nagelsmann kann mit seiner Mannschaft in den nächsten Jahren ernsthaft um große Titel mitspielen.

Anders - für Dortmund einfacher - ist der Sachverhalt bei Marco Rose. Der Überflieger-Trainer aus Mönchengladbach gilt als Top-Favorit auf die Favre-Nachfolge. Mit der anderen Bundesliga-Borussia hat er überraschend den Sprung aus der Champions-League-Hammergruppe mit Real Madrid und Inter Mailand ins Achtelfinale geschafft, sein Team überzeugt durch attraktiven Offensivfußball. Damit passt er perfekt ins Beuteschema des BVB.

BVB: Gladbachs Max Eberl macht den Fans auf einen Rose-Verbleib Hoffnung

Außerdem gibt es bei Rose den großen Pluspunkt einer festgeschriebenen Ausstiegsklausel im bis 2022 laufenden Vertrag. Laut Sportdirektor Max Eberl soll diese aber eine Summe überschreiten, die es für einen Trainer in der Bundesliga noch nicht gegeben haben soll. „Wenn ein Trainer umworben wird, muss auch eine vernünftige gezahlt werden“, erklärte er der Sport Bild. Auf die Frage, ob eine Ablöse von fünf Millionen Euro angemessen sei, reagierte er mit einem deutlichen „Nein“.

Dass der BVB genug Mittel hat, eine solche Ablöse zu zahlen, sollte klar sein. Für Eberl zählt aber noch mehr als das. Schließlich muss der Trainer auch weg wollen - davor hat Gladbachs Macher aber keine Angst. „Ein Trainer muss überzeugt sein von einem Verein. Ich denke, wir sind mittlerweile ein spannender, interessanter Verein. Den Schritt davon weg zu machen, das muss schon ein ganz großer Schritt sein. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, jeder ist seines Glückes Schmied. Er hat Vertrag und wir sind erfolgreich. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 99 Prozent, dass er über den Sommer über bleibt.“

Borussia Mönchengladbach: Marco Rose vermeidet Treue-Bekenntnis

Gladbacher Zuversicht, die mit Roses Aussagen vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt gegenüber Sky nicht so richtig übereinstimmt. „Wir brauchen jedes Korn an Energie, um Leistung zu bringen. Ich beschäftige mich nicht mit den Gerüchten und kommentiere sie auch nicht.“ Er fühle sich zwar wohl in Mönchengladbach und das Verhältnis mit Eberl passe soweit, jedoch vermied er ein klares Treue-Bekenntnis. Auf die Frage, ob es ob seiner Aussagen also keinen Grund zu wechseln gebe, wich er aus: „Viel Energie, die wir nachher auf dem Platz benötigen.“

Die Zeit und vor allem die Ergebnisse der laufenden Saison werden zeigen, wie sich Dortmund Trainer-Situation im Juli 2020 darstellt. Marco Rose und Julian Nagelsmann müssen ihre Komfortzone bei hervorragend funktionierenden Vereinen verlassen wollen. Wer weiß: Vielleicht wird es am Ende ja doch Edin Terzic und die „Blaupause Bayern München“. (ta)

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