Manager-Legende

Calmund: Der 1. FC Köln braucht Gott & den Papst

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Manager-Legende und tz-Kolumnist Reiner Calmund.

Manager-Legende Reiner Calmund schreibt in der tz über die Lage der Liga. Er meint: Der FC braucht Gott & den Papst.

Immer wenn ich die Tabelle der Bundesliga sehe, fällt mir ein ganz bestimmtes Lied ein. Ich glaub’, es geht schon wieder los – das kann doch gar nicht wahr sein, trällerte Roland Kaiser einst. Das Liedchen hat zwar nichts mit Fußball zu tun, aber im speziellen Fall passt der Song wie ein Schuss ins Tor aus 83 Metern von Moritz Stoppelkamp!

Ich glaub’, es geht schon wieder los… Ganz oben thront der FC Bayern. Zwar mit weniger Vorsprung und auch weniger souverän als in der letzten Saison, aber die Position ist schon mal eingenommen. Wenn man sich die Verletztenliste der Münchener anschaut und berücksichtigt, dass neben Ribéry mit Neuer, Lahm, Boateng, Schweinsteiger, Götze, Müller und Robben aktuell gleich sieben Spieler fehlen, die bei der WM den Sprung in die FIFA-Auswahl schafften, dann kann man sich nicht vorstellen, dass ihnen ein anderes Team die Schale wegnehmen kann. Vor allem wenn die Jungs wieder fit sind. Leverkusen präsentierte sich gegen Augsburg alles andere als meisterlich, der zweite Platz ist aktuell das Maximum. Die Leichtigkeit ist abhandengekommen, ich bin gespannt, wie das Verletzungspech sich in den kommenden Wochen auswirkt. Das gilt verstärkt auch für Borussia Dortmund. Den BVB halte ich dennoch auf Sicht für den heißesten Verfolger der Bayern. Die kommen ja am Samstag nach Köln. Oje, ich fürchte, der FC wird den Rekordmeister nicht stoppen können. Daran wird auch die Anwesenheit von Kardinal und FC-Fan Woelki nichts ändern. Für alles andere als eine Niederlage braucht der FC zusätzlich den Papst und den lieben Gott.

Null Tore, ein Punkt, Tabellenletzter, Sportdirektor geschasst, Trainer gefeuert – das ist die Bilanz des Grauens beim HSV! Ich glaub’, es geht schon wieder los… Und wer ist schuld? Einige Hamburger Experten behaupten, Investor Kühne sei der böse Bube, weil der sich in die Belange des Klubs einmischt. Aha! Komisch: Seit Wochen hört man nichts mehr von dem Mann, der fast 30 Millionen Euro für Transfers und das Überleben des Dinos zur Verfügung stellte. HSV-Sport-Direktor Bernhard Peters sagt: „Herr Kühne hat bisher kein Gegentor zu verantworten und auch keine große Torchance versiebt. Er ist ein Glücksfall für den HSV, zumal er auch unsere Infrastruktur, wie Trainingsanlagen, unterstützen will.“ Dass der neue Trainer – ich bin mal gespannt, ob der auch in ein paar Wochen noch Zinnbauer heißen wird – einen wettbewerbsfähigen Kader zur Verfügung hat, ist allein auf Kühnes Mist gewachsen.

Stuttgart gefangen in Spirale des Misserfolgs

Auch der VfB Stuttgart bleibt sich treu. Die Schwaben sind gefangen in der Spirale des Misserfolgs, auch hier gilt: Selbst zerstört sich der Traditionsklub. Die Schmierenkomödie um Fredi Bobic ließ mich an einen anderen Gassenhauer von Roland Kaiser denken: Sieben Fässer Wein. Wie benebelt muss man sein, einen Sportdirektor am Tage eines Auswärtsspiels telefonisch zu entlassen? Dieses Kreisliga-Verhalten verdient die Dämlichkeitsplakette mit Brillanten. Und wer mir jetzt erzählt, das 2:2 sei eine Folge dieses Theaters gewesen, den bringe ich persönlich zum Onkel Doktor.

Tief unten drin ist auch Werder Bremen, wie in der vergangenen Saison. Ich glaub’ es geht schon wieder los… Es wird erneut ein hartes Jahr für die Bremer. Aber: Anders als anderswo funktioniert hier immerhin die hanseatische Höflichkeit. Da wird niemand enteiert, keiner dem Volk ausgeliefert. Es gibt Differenzen zwischen Sparfuchs Willi Lemke als Vorsitzendem des Aufsichtsrates und Manager Thomas Eichin. Aber das alles spielt sich auf einer vernünftigen Ebene ab, ohne Nachtreten und Aktionismus. Ich hoffe, diese Ruhe wird dem Traditionsklub Werder helfen, sich unten zu verabschieden.

Harte Kerle, böse Buben & Rumpelfüßler: Wahre Helden des Fußball

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Von Reiner Calmund

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