tz-Kolumnisten über das CL-Finale

Messi will den fünften Pott, Juve spielt mit Fuß und Kopf

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Die Barca-Stars sind heiß auf den Titel - die von Juve aber auch.

München - Am Samstagabend steigt in Berlin das Champions-League-Finale. Für die tz analyiseren zwei Experten die deutschen Teams.

Triple-Jagd, Messi-Show, ter-Stegen-Heimspiel: Nach dem FIFA-Skandal will sich König Fußball am Samstag beim Champions-League-Finale von Berlin zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin (20.45 Uhr, ZDF und Sky) wieder von seiner Glanzseite präsentieren. Das Finale verspricht das Beste an Fußball-Kunst, was der Erdball derzeit hergibt.

Einer ragt heraus: Lionel Messi. Der kleine Argentinier nimmt mit Barca seinen vierten Titel in der Champions League ins Visier und kann mit Rekordhalter Clarence Seedorf gleichziehen. Zudem könnte der viermalige Weltfußballer in seinem dritten Finale sein drittes Tor erzielen – das gab es noch nie.

„Es ist ein Champions-League-Endspiel – es ist ein langer Weg bis in das Finale, und wir wissen, dass es nicht einfach ist, wieder diesen Titel zu holen“, sagte der Ausnahmekönner. Nach 2009 könnte Messi auch zum zweiten Mal das Triple mit Barça holen – ebenfalls ein Novum.

Juventus, das genauso das Triple holen kann, fürchtet sich regelrecht vor Messi. „Er ist ein Alien. Alles, was du tun kannst, ist zu applaudieren“, so Abwehrspieler Leonardo Bonucci. Trainer Massimiliano Allegri versuchte, seinen Spielern Mut zu machen: „Alles, was wir tun müssen, ist unser Spiel zu spielen, es gut zu machen und zu zeigen, dass wir den Pokal holen können.“

Gefürchtet bei Juve ist auch der Rekordsturm der Spanier mit Messi, Luis Suarez und Neymar. Der „Dreizack“ brachte es in der laufenden Saison wettbewerbsübergreifend auf 120 Tore – so viel erzielte zuvor noch keine andere Sturmreihe. „Ich habe große Bedenken, wenn sie auf mein Tor zukommen“, sagte Juve-Keeper Gianluigi Buffon.

Barça-Coach Luis Enrique hat sich für seine Schützlinge eine ganz besondere Motivation einfallen lassen. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit lässt der Trainer die Spielerfrauen bei ihren Männern im Hotelzimmer übernachten und sorgt so für besondere Momente der Entspannung.

Kein Wiedersehen wird es mit „Beißer“ Luis Suarez und seinem „Opfer“ bei der WM 2014 Giorgio Chiellini geben. Juves Verteidiger fällt verletzt aus, für ihn dürfte der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli nachrücken.

Messi will den fünften Pott

Messi hat den Henkelpott im Visier: Barças fünften, seinen vierten und den dritten, an dem er direkt beteiligt wäre. 2009 in Rom und 2011 in Wembley war Leo ausschlaggebend – und das will er jetzt wiederholen. Barça ist Favorit, okay. Aber ich warne davor, Juve schon jetzt als Opfer hinzustellen. Vorsicht! Diese Typen, die jenseits der Alpen zwischen Atlantik und Adria leben, sind Spezialisten für diese Art von Spielen. Und zwar vor allem, wenn sich alles gegen sie zu richten scheint (Chiellinis Verletzung) – dann drehen die erst richtig auf! Eins steht fest: Die Italiener werden kämpfen und laufen wie verrückt, um Barças Spielfluss zu stören und den Torriecher von Messi, Neymar und Suarez zu trüben. Die drei zusammen haben in der Champions League mehr Tore geschossen als ganz Juve. Das heißt aber nichts – frag nach in Madrid!

Moises ­Llorens, AS

Juve spielt mit Fuß und Kopf

Sagen wir, wie es ist. Es ist so gut wie unmöglich. Aber eben auch nur so gut wie. Juve ist der ganz klare Underdog am Samstag in Berlin, vor allem nach dem Ausfall des Turiner Leitwolfs Giorgio Chiellini. Aber: Barça ist nicht unschlagbar. Mit Messi, Neymar und Suarez verfügen sie natürlich nicht gerade über den schlechtesten Sturm, und auch sonst ist das Team von Trainer Luis Enrique auf sämtlichen Positionen grandios besetzt. Aber: Juventus hat die Erfahrung auf seiner Seite. Spieler wie Gianluca Buffon und Andrea Pirlo spielen nicht nur mit den Füßen, sondern vor allem mit ihrem Kopf. In ihren Karrieren haben die beiden schon eine Menge Endspiele bestritten, ihr größtes wohl auch im Berliner Olympiastaion, als die Squadra Azzurra 2006 Weltmeister wurde. Barça wird das Spiel machen, genauso wie Real im Halbfinale – und wie das ausging, ist bekannt.

G. Monti, Gazzetta

Wir berichten vom Champions-League-Finale im Live-Ticker

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