Aufregung wegen Super League

Champions-League-Wahnsinn: FC Bayern und BVB doch noch im Halbfinale?

Die UEFA plant harte Sanktionen gegen die zwölf Gründer-Klubs der Super League - der FC Bayern und Borussia Dortmund könnten davon in der Champions League profitieren.

Montreux - Seit Montag ist es offiziell. Zwölf Topklubs aus England, Italien und Spanien sind aus der Deckung gekommen und gründen ihre eigene Liga - die Super League. Ein Frontalangriff auf den europäischen Fußball, seine Basis und Werte. Deutsche Mannschaften haben sich an den Plänen zunächst nicht beteiligt*, der FC Bayern* und Borussia Dortmund* könnten nun aber zu den großen Gewinnern zählen.

Der europäische Fußballverband hatte bereits kurz nach Bekanntgabe der Super League deutlich gemacht, mit aller Härte und zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel gegen die abtrünnigen Klubs vorzugehen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte am Montag angekündigt, „alle Sanktionsmöglichkeiten“ zu ergreifen. „Meine persönliche Meinung ist: Klubs und Spieler sollten so schnell wie möglich aus den Wettbewerben verbannt werden.“ Ob eine Möglichkeit bestehe, die Betroffenen bereits aus den laufenden Europapokal-Wettbewerben auszuschließen, sei unklar, werde derzeit aber rechtlich geklärt, so Ceferin.

UEFA will Super-League-Teilnehmer sofort aus der Champions League schmeißen

Die UEFA kommt am Dienstag in einem Blitz-Krisentreffen zusammen, um über die Abspaltungs-Pläne der Super League-Gründer zu beraten. Am Freitag tagt das Exekutiv-Komitee der UEFA und plant harte Sanktionen. Der Vorsitzende des dänischen Verbandes und Mitglied des UEFA-Exekutiv-Komitees, Jesper Möller, rechnet mit einem Ausschluss der Super-League-Teilnehmer aus dem laufenden Europapokal.

„Am Freitag wird eine außerordentliche Sitzung des Exekutivkomitees stattfinden. Ich erwarte, dass die zwölf Klubs da rausgeworfen werden“, sagte Möller dem dänischen Sender DR Sporten. Dann müsse man sehen, wie die Champions League* zu Ende gespielt werde.

Von den vier Champions-League-Halbfinalisten gehören Real Madrid, Manchester City und der FC Chelsea zu den zwölf Klubs, die eine europäische Super League gründen wollen. Dann bliebe nur Bayern-Bezwinger Paris Saint-Germain übrig, der nicht dem Bündnis der Großklubs angehört. In der Europa League wären die englischen Vereine Manchester United und FC Arsenal von einem Ausschluss betroffen.

Champions-League-Wahnsinn: FC Bayern und BVB doch noch im Halbfinale?

Doch wie würde es nach einem möglichen Bannstrahl gegen diese Teams in der aktuellen Saison weitergehen? Zwei Szenarien kämen in Frage. PSG wird kampflos zum Sieger der Champions League gekürt. Eine unbefriedigende Lösung, das Image der Königsklasse wäre beschädigt und die abtrünnigen Vereine hätten einen Teilerfolg erreicht. Zudem würde eine große Summe an TV-Geldern verloren gehen.

Deutlich wahrscheinlicher ist, dass die bereits ausgeschiedenen Viertelfinalisten FC Bayern, Dortmund und Porto nachrücken und das Teilnehmerfeld im Halbfinale zusammen mit PSG komplettieren. Damit hätten die Bayern plötzlich wieder die Chance auf die Titelverteidigung. Es könnte zur kuriosen Konstellation kommen, dass der deutsche Rekordmeister im Finale erneut auf PSG treffen würde und sich für das Aus im Viertelfinale zuvor revanchieren könnte. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich bereits zur Gründung der neuen Super League. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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