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„Chef zufrieden gemacht“: Bayern-Torlaune nach Pokal-Schmach

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1. FC Union Berlin - FC Bayern München
Bayerns Robert Lewandowski (M) trifft per Elfmeter zur Führung. © Andreas Gora/dpa

Da waren sie wieder: Die Bayern, wie man sie eigentlich kennt. Fünf Treffer, diesmal im Tor des Gegners. Allerdings auch mit einer Schwächephase. Die geschlagenen Unioner werden von den Fans ebenfalls gefeiert. Sie hadern aber mit sich. Es war mehr drin.

Berlin – Auf den FC Bayern ist wieder Verlass, der deutsche Rekordmeister hat sich nach der Pokal-Schmach von Gladbach mit einem packenden Torfestival zurückgemeldet.

Nicht mal die Festung des 1. FC Union Berlin war am Samstag vor der Wiedergutmachungswut der Münchner sicher. Mit 5:2 (3:1) gewannen die kaltschnäuzig-effizienten Gäste angeführt von Doppeltorschütze Robert Lewandowski. „Wir sind froh, dass wir nach der deftigen Niederlage eine Reaktion zeigen und unseren Chef zufrieden stellen konnten“, sagte Assistent Dino Toppmöller, der erneut Julian Nagelsmann während dessen Corona-Quarantäne vertrat.

Mit einem frühen Standard-Doppelpack bescherte Weltfußballer Lewandowski (15./Handelfmeter, 23.) den Bayern einen Beginn nach Maß drei Tage nach dem 0:5 und dem Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Doch damit nicht genug: Leroy Sané (35.) erhöhte noch vor der Pause. Kingsley Coman (61.) und Thomas Müller (79.) erzielten die weiteren Treffer für die Bayern, die mit nunmehr 38 Toren nach zehn Spieltagen auch noch einen Bundesliga-Rekord aufgestellt haben.

„Wir sind ja nicht aus Zucker“

„Wenn der FC Bayern krachend mit 0:5 aus dem Pokal rausfliegt, dann muss man auch einstecken können. Wir sind ja nicht aus Zucker“, betonte Müller beim Sender Sky. Allerdings ließen die Münchner die Berliner auch immer wieder ein bisschen (fahrlässig) rankommen: Niko Gießelmann (43.) traf vor der Pause, der kurz zuvor eingewechselte Julian Ryerson (65.) nach einer guten Stunde vor 16.509 Zuschauern. „Wir machen weiter, auch wenn der Gegner mal 3:0 führt“, meinte Union-Kapitän Christopher Trimmel, nicht ohne einzuräumen: „Wir wollten das Spiel offen halten, das ist uns nicht gelungen.“

Sechs Punkte hatten die Unioner von dem Spiel nur von Bayern getrennt, nun sind es neun, Platz fünf sind die Berliner los, die Serie von 21 Heimspielen ohne Niederlage ist auch gerissen. „Ein verdienter Sieg, das muss man so sagen. In der ersten Hälfte waren wir nicht da“, konstatierte Trainer Urs Fischer. Die Bayern indes verteidigten ihren ersten Platz, weiterhin einen Zähler vor Borussia Dortmund.

Doch es war auch die Art und Weise, wie die Mannschaft, die Chefcoach Nagelsmann vermutlich zum vorerst letzten Mal aus seinem Homeoffice per Videokonferenz einstimmen musste, den Sieg erzwang und sich auch für das Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag in München gegen Benfica Lissabon in Stimmung brachte.

Müller fasste es so zusammen: „Wir haben in der ersten halben Stunde ein sehr dominantes Spiel gemacht, dann kam das klassische Union-Gesicht, die stecken nicht auf. Nach der Pause haben wir nicht mehr so die spielerische Ruhe gefunden, aber die richtigen Antworten mit unseren Toren zum 4:1 und 5:2.“

Lewandowski zweimal per Standard

Und so war es. Gegen eine Heimmannschaft, die in den allerersten Anfangsminuten die Bayern noch nicht hatte zur Entfaltung kommen und sie durchaus gestresst hatte, erzwangen die Bayern zwei entscheidende Standardsituationen. Per Elfmeter und per Freistoß - an ihm selbst verübt - war Lewandowski zur Stelle. In der Küche von Nagelsmann dürfte es wieder laut geworden sein, diesmal aber aus Jubel.

Dayot Upamecano hatte er durch Niklas Süle in der Innenverteidigung ersetzt, Josip Stanisic rückte anstelle von Benjamin Pavard auf die rechte Abwehrseite. Zudem kamen Coman und Corentin Tolisso für Serge Gnabry und den verletzten Leon Goretzka im Mittelfeld zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an zum Einsatz. Ein „Denkzettel“ sei das nicht gewesen für die fitten, aber diesmal nicht wieder aufgestellten Spieler gewesen, betonte Toppmöller.

Es passte am Ende, auch wenn Nagelsmanns Vertreter im Stadion unter anderem attestieren musste, dass die Mannschaft in den Druckphasen nicht mehr den Zugriff auf den Gegner hatte. „Ich sehe das an dieser Stelle jetzt aber nicht so kritisch“, betonte Toppmöller und räumte mit Blick auf die Startphase der zweiten Halbzeit ein: „Es war uns bewusst, dass eine extreme Wucht auf uns zukommt.“

Doch die Bayern haben halt auch einen Neuer im Tor. Und herausragende individuelle Klasse in der Offensive: Wie beim Treffer von Coman. Dass dann am Ende der mittlerweile eingewechselte Upamecano das Tor von Müller mit einem tollen Sololauf vorbereitete, passte ins Bild einer moralischen Erleichterungskur der Bayern. „Das hat er top gemacht“, sagte Toppmöller. dpa

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