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„Ganz, ganz großer Schwachsinn“: ZDF-Experte Kramer verteidigt DFB

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Von: Korbinian Kothny

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Arséne Wenger tritt nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf nach. Experte Christoph Kramer widerspricht vehement.

München - Der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 ist nach wie vor ein großes Thema. Und das, obwohl die DFB-Elf sportlich bereits nach der Vorrunde ausgeschieden ist. Auch die Protestaktion bei der Auftaktpleite gegen Japan wird immer noch kontrovers diskutiert.

WM 2022
20. November bis 18. Dezember
64 Spiele
Acht Stadien
32 Teilnehmer

WM in Katar: Wenger mit Spitze gegen DFB-Elf nach WM-Aus

Mit einer ganz offenbar gegen die deutsche Mannschaft gerichteten Spitze hat FIFA-Berater Arsène Wenger jetzt für Wirbel gesorgt. Der Chef der Technischen Studiengruppe des Fußball-Weltverbandes sagte am Sonntag, bei der WM in Katar seien die Teams schon zum Auftakt erfolgreich gewesen, die „nicht auf politische Demonstrationen fokussiert“ gewesen wären.

Damit spielte der langjährige Trainer des FC Arsenal offenkundig auf die Aufregung bei der DFB-Auswahl um die „One Love“-Kapitänsbinde und die Hand-vorm-Mund-Geste vor der 1:2-Startpleite gegen Japan an. 

Christoph Kramer geht auf Arséne Wenger los.
Christoph Kramer geht auf Arséne Wenger los. © IMAGO/Moritz Mueller

„Ganz, ganz großer Schwachsinn“: ZDF-Experte Kramer verteidigt DFB

Wie mittlerweile bekannt wurde, war die Aktion selbst innerhalb der Mannschaft hochumstritten. Letztendlich sei die Geste nur auf Drängen von zwei DFB-Stars zustande gekommen. Der Rest der Mannschaft hätte sich viel mehr auf das sportliche Abschneiden konzentrieren wollen.

Ex-Weltmeister Christoph Kramer widersprach Wengers These im ZDF energisch. „Die Aussage ist komplett sinnlos, ganz, ganz großer Schwachsinn“, sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach. Diese Ansicht könne auch nicht wirklich Wengers Überzeugung sein. „Dafür war er viel zu lange einer der besten Trainer der Welt“, sagte Kramer.

FIFA verbietet „One-Love“-Kapitänsbinde

Auch der frühere Nationalspieler Per Mertesacker sah die Rolle des Franzosen beim Weltverband FIFA als Auslöser für die Äußerung des 73-Jährigen. Dass die deutsche Mannschaft ausgeschieden sei, nutze Wenger nun wohl für eine Stellungnahme pro FIFA, „um uns noch eins auszuwischen“, sagte Mertesacker. 

Die Protestaktion der deutschen Nationalmannschaft kam überhaupt erst zustande, weil die FIFA kurz nach WM-Start das Tragen der „One-Love“-Kapitänsbinde verboten hatte. Auf dieses Zeichen hatten sich eigentlich sieben europäische Verbände geeinigt.

DFB: Oliver Bierhoff in der Kritik

Nach dem Verbot war die DFB-Elf die einzige Mannschaft, die einen öffentlichen Protest zur Schau stellte. Im ganzen Umgang mit der Thematik war auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff in die Kritik geraten.

Der 54-Jährige muss sich jetzt bei einem Krisentreffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf nächste Woche verantworten. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung könne Bierhoff sogar Teile seines Aufgabengebietes abgeben. (kk)

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