Immer mehr Spieler, Trainer & Manager verzichten auf Gehalt

Corona-Krise im Fußball: Solidarität jetzt!

Coronavirus - Borussia Mönchengladbach
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Coronavirus - Borussia Mönchengladbach

Die Corona-Krise trifft in der Fußball-Branche die 3. Liga besonders hart - jetzt gibt es einen überraschenden Vorstoß.

  • Die Corona-Krise* beeinträchtigt auch den deutschen Fußball massiv.
  • Betroffen sind vor allem die Drittligisten.
  • Viele große Sport-Persönlichkeiten handeln jetzt.

München - Die Nationalmannschaft machte am Mittwoch den Anfang und immer mehr Protagonisten des deutschen Fußballs ziehen nach: Während die DFB-Kicker in Zeiten der Corona-Krise 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke spenden, verzichten immer mehr Bundesliga-Spieler, Trainer und Manager auf ihr üppiges Gehalt. So wollen sie ihren Teil dazu beitragen, dass Vereine und Mitarbeiter überleben können, wenn der Fußball in den nächsten Wochen oder sogar Monaten stillsteht.

Als erste Bundesliga-Mannschaft wagten die Spieler von Borussia Mönchengladbach diesen Schritt. „Die Spieler wissen, was los ist, sie haben sich Gedanken gemacht. Die Mannschaft hat angeboten, auf Gehalt zu verzichten, wenn sie dem Klub und damit auch den Mitarbeitern helfen kann. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir stehen zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten“ lobt Gladbach-Manager Max Eberl.

Corona-Krise: DFB-Team spendet Millionen wegen des Coronavirus

Auch die Spieler des Zweitligisten Karlsruher SC verzichten in den Monaten März, April und Juni auf einen Teil ihres Gehalts, um mögliche Einnahmeverluste des Vereins abzumildern. „Für uns als Mannschaft steht es außer Frage, dass wir zurzeit im Verein noch näher zusammenrücken und unseren Teil dazu beitragen wollen, damit der KSC die aktuelle Situation bestmöglich durchstehen kann“, sagte Kapitän David Pisot.

Die Mannschaften aus der 3. Liga sind besonders von der Corona-Krise* betroffen, da dort der größte Teil der Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf generiert wird. Auch wenn die Liga irgendwann wieder fortgesetzt werden sollte, klafft weiter ein großes finanzielles Loch – weil mit großer Wahrscheinlichkeit nur Geisterspiele stattfinden werden und die zahlenden Zuschauer fehlen.

Corona-Krise: DFB-Team spendet Millionen wegen des Coronavirus

Dass die Lage in der 3. Liga besonders angespannt ist, weiß die Berater-Firma Siebert & Backs. Sie betreut neben dem künftigen Bayern-Torwart Alexander Nübel auch 1860-Trainer Michael Köllner und den Rostocker Trainer Jens Härtel. Darum verzichtet die Agentur im Jahr 2020 auf 50 Prozent der Provision, um laut eigener Aussage „diese Vereine finanziell zu entlasten und ausdrücklich um andere Agenturen (die es können) zu motivieren, auch ihrerseits ihren Teil zur Bewältigung der Krise der 3. Liga beizutragen“.

Menschen, die dieses Vorgehen nach dem Wechsel-Wirbel um Nübel als PR-Schachzug abtun, nimmt Stefan Backs schon mal vorab den Wind aus den Segeln, indem er schreibt: „Schon jetzt weiß ich, dass deutsche Berufsnörgler unsere Aktion kritisieren werden. Oder anmerken, dass wir nach dem diskutierten Wechsel von Alex Nübel zu Bayern München nun gute PR brauchen. Diesen Leuten (einige könnte ich jetzt schon namentlich nennen) möchte ich sagen: Ihr ödet mich an. Macht selbst was, statt zu nörgeln.“

Corona-Krise: DFB-Team spendet Millionen wegen des Coronavirus

Backs weiter: „Meine feste Überzeugung ist, dass wenn jeder in der Fußball-Branche seinen Teil beiträgt, der nicht materiell sein muss, dann wird es der Fußball überstehen. Gerade für die unteren Ligen ist Solidarität nötig.“

Solidarität beweist auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der laut Medienberichten auf ein Drittel seines Gehalts verzichten soll. Auch Bundestrainer Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben laut DFB-Präsident Fritz Keller angeboten, Teile ihres Einkommens abzugeben. Die Solidaritätswelle wird also immer größer. Und das ist gut so!

Manuel Bonke

Mehr zum Thema im Video: Fußball-EM wird wegen Corona verschoben

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