Dynamo Dresden in Quarantäne

Kommentar zu Bundesliga-Restart nach Corona-Pause: Ganz dünnes Eis…

Während sich DFL-Chef Christian Seifert zuversichtlich äußert, auf einen Bundesliga-Restart nach der Corona-Pause gut vorbereitet zu sein, zeigt das Beispiel Dresden, wie dünn das Eis ist. Ein Kommentar von Sportredakteur Manuel Bonke.

  • Die Corona-Krise sorgt im deutschen Profifußball weiter für Stirnrunzeln.
  • Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga vermittelt den Eindruck, auf den Restart vorbereitet gut vorbereitet zu sein.
  • Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen einen Neustart - manche Bundesliga-Profis ebenfalls.
  • tz-Sportredakteur Manuel Bonke kommentiert die Situation.

Christian Seifert ist ohne Frage der Mann der Stunde im deutschen Fußball. Der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) erweckt bei seinen zahlreichen TV-Auftritten stets den Eindruck, auf sämtliche Eventualitäten im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesliga-Restart während der Corona-Pandemie vorbereitet zu sein – auch und vor allem wegen des viel zitierten DFL-Hygienekonzepts. Das wurde bekanntlich in enger Absprache mit der Politik und dem Gesundheitswesen unter der Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer erstellt und hat nur ein Ziel: die Bundesliga mit Geisterspielen zu beenden.

Corona-Krise: Hygienekonzept konnte Fälle von Dynamo Dresden nicht verhindern 

Doch auch das von allen Seiten so hochgelobte Hygienekonzept konnte es nicht verhindern, dass sich Zweitligist Dynamo Dresden nach zwei weiteren Corona-Fällen mit seinem gesamten Kader inklusive Trainer und Betreuern in eine zweiwöchige Quarantäne begeben muss. „Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen“, sagt Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Minge und klingt dabei schon etwas vorwurfsvoll in Richtung DFL.

Genau das ist der Punkt: Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben DFL-Chef Seifert und die Klub-Bosse der größten deutschen Vereine, Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke, nahezu alles richtig gemacht, um für einen Restart-Termin der Bundesliga zu sorgen. Doch selbst dieses mächtige Trio, stets mit dem DFL-Hygienekonzept bewaffnet, ist vor einer entscheidenden Sache nicht gefeit: der Ausbreitung des Virus.

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Das Beispiel Dresden zeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem sich der deutsche Profi-Fußball aktuell bewegt. Wer in den vergangenen Wochen Spielern und Fans stets einen verantwortungsvollen Umgang mit Corona gepredigt hat, muss das auch selbst tun.

Sollte sich in den nächsten Tagen und Wochen herausstellen, dass trotz Hygienekonzept die Gesundheit von Spielern, Trainern, Betreuern und deren Familien wegen der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht gewährleistet werden kann, darf der Neustart der Bundesliga nicht um jeden Preis durchgeboxt werden.

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Rubriklistenbild: © dpa / Roland Weihrauch

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