Corona-Zwangspause solle bald enden

Kommentar zum möglichen Bundesliga-Neustart: Erst Gesundheit, dann das Geld

Der Ball liegt nun bei der Politik: tz-Sportredakteur José Carlos Menzel López kommentiert die Möglichkeit einer Saisonfortsetzung der Bundesliga.
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Der Ball liegt nun bei der Politik: tz-Sportredakteur José Carlos Menzel López kommentiert die Möglichkeit einer Saisonfortsetzung der Bundesliga.

Die Vorbereitungen sind getroffen, die Bundesliga könnte ihre wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison fortsetzen. Wenn die Politik mitspielt. Ein Kommentar.

  • Die Bundesliga ist bereit für die Fortsetzung der in der Corona-Krise unterbrochene Saison.
  • Doch das letzte Wort hat nun die Politik.
  • Die Entscheidungsträger sollten sich aber nicht zu sehr auf den Gesundheitsaspekt versteifen.

München - Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben es in der Hand. Die Bundesligisten sind bereit, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. In der 3. Liga und den unteren Spielklassen herrscht noch Uneinigkeit. Im Oberhaus liegt jedoch ein Hygienekonzept vor, genügend Tests stünden bereit, ein eng getakteter Spielplan ebenso. Ein (nicht geringes) Risiko wäre beim Kontaktsport Fußball natürlich weiterhin gegeben. Dieses abzuwägen, wird nun die Aufgabe der Entscheidungsträger in der Politik sein. Und das ist richtig so.

Kommentar zum Neustart der Bundesliga: Weder Entscheidung für Fußball noch gegen Gesundheit

Wichtig bei der Beurteilung dieses Entschlusses wird sein: Es wird weder eine Entscheidung für den Fußball, noch gegen die Gesundheit. Sowohl die DFL, als auch die Bundesregierung vollziehen einen Balanceakt. Sie treffen eine Ermessensentscheidung. Fakt ist aber auch: Sollte eine gewisse Sicherheit gegeben sein, so sollte die Politik ihren Daumen heben. Denn: Auch wenn dem Fußball gerne Profitgier und fehlende Bodenhaftung vorgeworfen wird, so stellt er dennoch einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige Deutschlands dar.

Jährlich setzt die schönste Nebensache der Welt hierzulande mehrere Milliarden Euro um und trägt damit einen nicht unwesentlichen Teil zum Bruttoinlandsprodukt (0,3 Prozent) bei. Mehr zum Beispiel als die Textilbranche oder der zivile Luftverkehr. Ganz zu schweigen von den Menschen, die im und vom Fußball leben. Die Gesundheit geht vor, gleichzeitig muss jedoch alles dafür getan werden, um den Schaden der Wirtschaft im Zuge von Corona so gering wie möglich zu halten. Denn auch von ihr hängt die Gesundheit aller ab.

Auch die Europapokalwettbewerbe sollen zu Ende gespielt werden - dafür präsentierte die UEFA zwei Szenarien.

Die Bundesliga-Klubs hoffen derweil weiter auf die noch ausstehenden TV-Einnahmen - doch ein Anbieter sperrt sich.

José Carlos Menzel López

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