Bundesliga nun doch abgesagt

Kommentar zur DFL: Ein widerlicher Zick-Zack-Kurs

Die DFL hat sich nun doch dazu durchgerungen, die Bundesliga-Spiele abzusagen. Die Fußball-Liga hat in diesen Tagen ein erbärmliches Bild abgegeben, meint Sportredakteur Manuel Bonke.

  • Die Bundesliga hat ihren Spielbetrieb vorerst eingestellt.
  • Trotz Coronavirus-Ausbreitung wollte die DFL eigentlich spielen lassen.
  • Sportredakteur Manuel Bonke spricht von einem Himmelfahrtskommando, das knapp vermieden wurde.

Das Coronavirus zwingt Europa dazu, Grenzen und Schulen zu schließen, das öffentliche Leben massiv einzuschränken und stellt das europäische Gesundheitssystem vor die größte Herausforderung aller Zeiten. Politiker zahlreicher Länder appellieren an die Vernunft der Bürger, soziale Kontakte zu vermeiden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Und was machen die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL)? Sie hatten den festen Plan, den Bundesliga-Spielbetrieb zumindest an diesem Wochenende am Leben zu halten. Erst am Freitagnachmittag kam die Nachricht, dass die DFL „angesichts der Dynamik mit neuen Corona-Infektionen und entsprechenden Verdachtsfällen in direktem Zusammenhang mit der Bundesliga und 2. Bundesliga“ beschlossen habe, den Spieltag zu verlegen.

Himmelfahrtskommando nur wegen Geldgier

Trotz der letztlichen Absage nahmen die DFL und einige Klubs wegen ihrer Geldgier bewusst ein Himmelfahrtskommando für Spieler, Fans und Vereine in Kauf. Diesen Eindruck bestätigten auch die Aussagen von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Freitag. „Man muss vielleicht auch erklären, was hinter der Entscheidung steckt. Es ist sinnvoll, dass der Spieltag jetzt noch gespielt wird, weil es im Profifußball am Ende des Tages eben auch um Finanzen geht. Es steht noch eine hohe Zahlung der TV-Broadcaster aus. Wenn die ausbleiben würde, würden viele kleinere und mittlere Vereine finanzielle Probleme bekommen“, erklärte Rummenigge schonungslos ehrlich.

Zum Verständnis: Im DFL-Präsidium sitzen auch Vertreter von kleineren Vereinen wie Darmstadt, Freiburg oder St. Pauli. Auch sie haben die Entscheidung wegen finanzieller Aspekte mitgetragen. Letztlich überwog nun doch die menschliche Vernunft, Vereine, Spieler und Fans nicht unnötig den Gefahren des Corona-Virus auszusetzen. Widerlich war und ist der Zick-Zack-Kurs der Verantwortlichen trotzdem.

Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke / sampics

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