Flucht aus Europa wegen Corona

Gefahr zu groß: FC Wuhan kehrt Spanien den Rücken - „Fühlen uns in China sicherer“

Blick auf die Metropole Wuhan: Mittlerweile ist hier nicht mehr das Epizentrum der Coronavirus-Krise
+
Blick auf die Metropole Wuhan: Mittlerweile ist hier nicht mehr das Epizentrum der Coronavirus-Krise.

Die chinesische Metropole Wuhan gilt als Ursprungsort des Coronavirus. Der heimische Fußballverein kehrt nun jedoch aus Spanien in die Heimat zurück. Grund: Die aktuelle Entwicklung.

  • Die Metropole Wuhan gilt als Ursprungsort des Coronavirus Sars-CoV-2.
  • Chinesische Fußballklubs suchten angesichts der Coronakrise das Weite.
  • Nun bricht der FC Wuhan seine Zelte aus Spanien ab und kehrt in die Heimat zurück.

Malaga/Wuhan - Unerwartete Wendung: Fußball-Erstligist FC Wuhan Zall aus China kehrt nach wochenlanger Ungewissheit wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie in die heimatliche Region zurück. „Wir werden uns in China sicherer fühlen als in Spanien“, verriet der spanische Trainer Jose Gonzalez der Süddeutschen Zeitung. Seine Mannschaft hatte zuletzt in Spanien trainiert, weil dort der vermeintlich sicherere Ort war. 

Coronavirus: Chinesische Teams kehren zurück in die Heimat

Doch die aktuelle Entwicklung sorgt für eine Planänderung: Die Zahl der Corona-Fälle in China ist mittlerweile rückläufig und die Chinese Super League möchte im Mai in die neue Saison starten (möglicherweise zunächst mit Geisterspielen). Ursprünglich war der Saisonstart für 22. Februar geplant, musste wegen der Coronavirus-Pandemie aber „bis auf Weiteres“ verschoben werden.

Inzwischen sind viele der betroffenen Vereine, von denen sich einige wie die chinesische Nationalmannschaft in Dubai fit hielten, zurückkehrt oder auf dem Weg zurück ins Reich der Mitte. „Nach der Ankunft geht es für uns erst einmal in Quarantäne. Wie für jeden, der in Peking ankommt“, sagte Wuhans Coach Gonzalez, in dessen Team es allerdings keinen einzigen Corona-Fall gegeben habe, wie er in dem Interview betonte. Der 53-Jährige betreut das Team erst seit Jahresbeginn - und prompt reiste der Tross nach Beginn der Entwicklung um die Lungenkrankheit Covid-19 nach Europa.

Wuhan ist eine Millionenmetropole in der zentralchinesischen Provinz und gilt als Ursprung der Corona-Krise. Das örtliche Fußballteam hatte die Stadt bereits am 3. Januar verlassen, seit Ende Januar war es in Spanien. Als sie dort angekommen seien, wurden sie angeschaut, "als wären wir Viren auf zwei Beinen", berichtete Trainer Gonzalez. Fußball sei in dieser Situation "die beste Therapie" gewesen.

Weiterspielen trotz Corona? Hält Wuhans Trainer für „komplett absurd“

Für den FC Wuhan wird es nicht direkt zurück in die Heimatstadt gehen. Stattdessen werde man über Frankfurt nach Peking reisen und dort erstmal in Quarantäne verweilen. Diese Prozedur erwartet jeden, der dort einreist. China will so verhindern, dass die Pandemie aus Europa zurück nach Asien schwappt.

Die Debatte, ob womöglich zeitnah weitergespielt werden könne, hält Jose Gonzalez für „komplett absurd. Wir reden hier über Gesundheit, Viren. Über Fragen von Leben und Tod“. Zwei Spieltage Pause werden nicht reichen: „Man wird auch hier vier, sechs, acht Wochen brauchen.“ Er fürchte, ergänzte der frühere spanische Erstligaprofi (53), „das Schlimmste kommt noch“.

Silja Zhang ist Radiologin, stammt aus München und lebt seit acht Jahren in Wuhan, das seit dem 23. Januar eine Geisterstadt ist. tz.de* hat mit ihr telefoniert.

PF mit dpa

*tz.de ist ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Kommentare