Spieleragent macht Ernst

Stellt er Europas Fußball auf den Kopf?

So zeigt sich Daniel Striani bei Twitter

Brüssel - Der Europäischen Fußball-Union (UEFA) droht eine langwierige juristische Auseinandersetzung über das Financial Fairplay. Ein Spieleragent macht nun Ernst.

Der belgische Spieleragent Daniel Striani kündigte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seinen Anwalt Jean-Louis Dupont an, mit seiner im Mai gegen das Kontrollsystem eingereichten Klage notfalls weitere Instanzen des Europäischen Gerichtshofs anzurufen.

„Wir wollen den Richter dazu bekommen, dass er die Break-even-Regel für nichtig erklärt. Wenn nötig, auch mit einem Gang vor die nächste Instanz am Europäischen Gerichtshof“, sagte Dupont. Der Jurist sieht die Bestimmungen des Financial Fairplays, die den Klubs vorschreiben, nicht mehr Geld auszugeben, als sie einnehmen, als Wettbewerbseinschränkung - sowohl für die Vereine als auch in der Folge für seinen Klienten.

„Die meisten Studien der Ökonomen, die sich mit diesem Thema befassen, zeigen, dass die UEFA mit der Break-even-Regel nicht nur ihre Ziele einer finanziellen Stabilität der Vereine und der Integrität des Wettbewerbs verpasst, sondern zudem nur die größten Klubs in Europa einen Vorteil daraus ziehen“, sagte Dupont: „Die kleinen Vereine bleiben klein. Das kann nicht der Sinn sein.“ Neben dem erstinstanzlichen Verfahren in Brüssel hat Dupont Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt.

Bei diesen Vereinen verdienen die Spieler am meisten

Eine sportartübergreifende Tabelle zeigt die Mannschaften, bei denen die Spieler im Durchschnitt am meisten Gehalt bekommen. Die Rangliste wurde in einer Studie von Sportingintelligence in Kooperation mit ESPN erstellt. Wir zeigen die Top Ten und die bestplatzierten deutschen Mannschaften. Auf dem 101. Platz liegt der VfL Wolfsburg. Dort verdienen die Spieler 36.000 Euro pro Woche und 1,88 Millionen Euro im Jahr. © picture alliance / dpa
72. Platz: Werder Bremen (Deutschland/Fußball) 43.000/2,3 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
61. Platz: Schalke 04 (Deutschland/Fußball) 52.000/2,71 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
56. Platz: Borussia Dortmund (Deutschland/Fußball) 54.000/2,79 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
Unter den besten zehn Vereinen finden sich auch drei Nicht-Fußball-Vereine. Auf dem 10. Platz: Inter Mailand (Italien/Fußball) 91.000/4,71 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
9. Platz Bayern München (Deutschland/Fußball) 91.000/4,71 Millionen Euro. © dpa
8. Platz: FC Chelsea (England/Fußball) 92.000/4,78 Millionen Euro. © dpa
7. Platz: Los Angeles Lakers (USA/Basketball) 93.000/4,81 Millionen Euro. © AP
6. Platz: AC Mailand (Italien/Fußball) 96.000/5,00 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
5. Platz: New York Yankees (USA/Baseball) 105.000/5,47 Millionen Euro. © AP
4. Platz: FC Barcelona (Spanien/Fußball) 106.000/5,52 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
3. Platz: Real Madrid (Spanien/Fußball) 107.000/5,55 Millionen Euro. © picture alliance / dpa
2. Platz: Los Angeles Dodgers (USA/Baseball) 110.000/5,71 Millionen Euro. © AP
1. Platz: Manchester City (England/Fußball) rund 120.000 Euro wöchentlich/6,17 Millionen im Jahr Euro. © picture alliance / AP Images

Die UEFA hatte bislang gelassen auf die Klage reagiert und darauf verwiesen, dass die Bestimmungen des Financial Fairplay sowohl von der EU-Kommission, als auch vom europäischen Parlament, den Klubs, den Ligen und den Profi-Spielervereinigung mitgetragen werden.

Strianis Anwalt Dupont hatte bereits in den 1990er Jahren zu einem richtungweisenden Urteil im europäischen Fußball beigetragen, als er für den Fußballer Jean-Marc Bosman das Recht erstritt, nach Vertragsende ablösefrei den Verein wechseln zu dürfen. Das Urteil vom 15. Dezember 1995 führte zur Liberalisierung des Transfersystems.

Die UEFA hat sich mit dem Financial Fairplay zum Ziel gesetzt, dass die Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben sollen. Der Strafenkatalog reicht derzeit vom Vorenthalt von Antritts- und Siegprämien bis hin zu Beschränkungen des Spielerkaders und zur Not Verbot an der Teilnahme am Wettbewerb. Zuletzt hatte der europäische Dachverband die Fortschritte des Systems gelobt.

Die Klage des ehemaligen Bosman-Anwalts Dupont wird am 12. November verhandelt. Das gab das zuständige Brüsseler Gericht am Freitag nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga bekannt.

sid/dpa

Auch interessant

Meistgelesen

FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund: So endete das Revierduell
FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund: So endete das Revierduell
So endete FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt 
So endete FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt 
ARD zeigt dieses Brutalo-Video nach Pokal-Halbfinale - Fans prügeln aufeinander ein
ARD zeigt dieses Brutalo-Video nach Pokal-Halbfinale - Fans prügeln aufeinander ein
Neuer Sender! So sehen Sie ab 2019 die DFB-Pokal-Spiele
Neuer Sender! So sehen Sie ab 2019 die DFB-Pokal-Spiele

Kommentare