Kampf um Lizenzrechte

DAZN: Das „Netflix des Sports“ greift die etablieren Sport-Sender an

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DAZN versucht, Sky und Co. den Markt streitig zu machen

In nur wenigen Jahren ist DAZN zu einer Instanz in der Sportberichterstattung geworden. Doch woher kommt der Streaming-Anbieter plötzlich - und woher das Geld?

  • DAZN stieg vor wenigen Jahren in die Sportberichterstattung ein.
  • Dabei gelangen den Engländern einige aufsehenerregende Coups.
  • Möglich macht das ein Mann, der im Hintergrund als Geldgeber tätig ist.

München - To be „in the zone“, sich „in der Zone“ befinden, hat im Englischen nichts mit der ehemaligen DDR zu tun - in Deutschland hin und wieder immer noch als „Zone“ bezeichnet. Es bedeutet viel mehr, ganz bei der Sache zu sein, sich voll und ganz darauf zu konzentrieren.

Sportler haben dieses Gefühl für gewöhnlich, wenn sie voll in ihrem Element sind. Aber auch Fans können in diesen Zustand völliger Selbstvergessenheit gelangen, während sie ihre Lieblingssportart verfolgen.

DAZN greift Sky und Co. an

Daher ist der Name des Streaminganbieters DAZN, wobei das „da“ umgangssprachlich für „the“ ist, auch sicher kein Zufall. Er spielt auf die beidseitige Versunkenheit in den gemeinsamen Sport an. 2016 wurde DAZN als Tochter der britischen Perform Group gegründet.

Im selben Jahr attackierte der Neuling auf dem Streaming-Markt seine Mitbewerber quasi aus dem Nichts, als man Sky die Rechte für die Premier League vor der Nase wegschnappte. Denn bis dato hatte DAZN lediglich die japanische J-League übertragen.

DAZN wird von einem Milliardär finanziert

Dabei ist eine solche Übernahme wie die der Premier League natürlich nicht ohne Weiteres möglich. Im Hintergrund von DAZN steht der Milliardär Leonard Blavatnik, der mit Öl und Aluminium zu seinem Reichtum gekommen ist.

Mit der angekündigten „aggressiven Strategie“ setzte DAZN auch in den folgenden Jahren die Konkurrenz unter Druck und erstand sowohl Rechte an der Champions League- als auch an der kompletten Europa-League-Übertragung.

DAZN überträgt die Bundesliga live

Der größte Coup gelang aber mit der Bundesliga-Saison 2019/20, in der DAZN die Lizenz von Eurosport übernommen hatte. Mit Amazon Prime kommt außerdem noch ein weiterer Anbieter hinzu, sodass ungewiss ist, wo Fans in Zukunft ihrem Verein zusehen können.

Für DAZN jedenfalls macht sich die Strategie bisher bezahlt. In den wenigen Jahren seiner Existenz hat sich der Anbieter bereits in viele weitere Länder ausgebreitet, darunter Brasilien, Spanien und die USA. Hierzulande überträgt DAZN neben Fußball auch American Football, die NBA, Boxen, Eishockey und viele mehr.

Diese breite Betätigung im Felde des Sports hat DAZN bereits den Titel „Netflix des Sports“ eingebracht, da der Sender (im Gegensatz etwa zu Konkurrent Sky) vollständig internetbasiert ist.

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