Ex-Dortmunder kritisiert DFB-Team

Dede erwartet einen Bayern-Spieler als WM-Topstar

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Brasiliens Ex-Star Dede mit tz-Reporter ­Michael Knippenkötter

Santo André - Im Interview mit der tz spricht der Ex-Dortmunder Dede über Partymachen mit seinem Freund Großkreutz, seinen WM-Star Götze und den Makel des DFB-Teams.

Stolze 13 Jahre lang spielte Leonardo de Deus Santos in Deutschland – als Linksverteidiger wurde Dede (36) zu einer Identifikationsfigur bei Borussia Dortmund. Der Brasilianer stand sogar vor dem Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Im Interview mit der tz spricht er über Partymachen mit seinem Freund Großkreutz, seinen WM-Star Götze und den Makel des DFB-Teams.

Leonardo, wie geht es Ihnen?

Dede: Sehr gut. Gott sei Dank ist alles gut bei mir und meiner Familie.

Wie sieht denn derzeit Ihr Alltag aus?

Dede: Ich genieße meinen Urlaub. Es ist wunderbar mit meiner Familie, den Eltern, meinem Bruder, allen Freunden.

Einer Ihrer Freunde ist Kevin Großkreutz. Vor ein paar Jahren hat er Sie in Brasilien besucht.

Dede: Er war für ein paar Tage bei mir zu Hause in Belo Horizonte. Eine super Zeit!

Was haben Sie gemacht?

Dede: Was glauben Sie? Party natürlich (lacht)! Belo Horizonte ist keine Stadt wie Rio oder Salvador mit einem schönen Strand. Aber es gibt wunderschöne Wasserfälle, und für die Abendstunden viele Bars. Sehr gemütlich!

Was glauben Sie, wie weit kann das deutsche Team hier kommen?

Dede: Die Brasilianer, Spanier und die Deutschen sind für mich die Favoriten.

Wer ist für Sie der herausragende Spieler bei Deutschland?

Dede: Mario Götze. Das kann die WM von Mario werden. Er ist leider immer wieder verletzt, deswegen kommt er nicht über längere Zeit in Schwung. Aber für diese WM kann er zusammen mit Özil groß rauskommen.

Sie meinen, er kann zum Weltstar reifen?

Dede: Absolut. Er hat dieses Talent. Ich sehe Neymar, Cristiano Ronaldo, Messi und Mario.

Was macht die Deutschen außerdem zum Mitfavoriten?

Dede: Sie treten als Team auf, schauen Sie sich nur die letzten Turniere an! Da sind Sie immer weit gekommen. Sie haben die Mentalität, zusammen zu stehen.

"Sie werden Zweiter oder Dritter – und alle sagen: Super!"

Dennoch gibt es die Kritik, dass der letzte Schritt fehlt.

Dede: Das sehe ich auch so. Ich denke, dass bei den Deutschen der Druck fehlt, den es bei den Brasilianern gibt. Deutschland wird Zweiter, Deutschland wird Dritter – und alle sagen: Oh, super, wir sind wieder weit gekommen. So etwas gibt es hier nicht! Die Deutschen sind zu schnell zufrieden mit dem, was sie erreichen. Ein zweiter Platz ist nur einmal okay, aber nicht über mehrere Jahre. Den Deutschen fehlt das Sieger-Gen!

Was halten Sie von Jogi Löw?

Dede: Er ist ein sehr guter Trainer, ein guter Taktiker mit einer guten Art. In Brasilien sprechen die Leute sehr positiv über ihn.

Und welchen Spieler hebt man besonders hervor?

Dede: Da muss ich auch wieder Mario nennen. Er ist beliebt wegen seiner technischen Fähigkeiten. Für die Leute hier ist er der neue Messi. Ein lockerer, guter Typ. Ähnlich ist es bei Özil. Und außerdem mögen die Menschen Manuel Neuer!

Einen Torwart?

Dede: Ja, weil er der beste Torhüter der Welt ist. Das ist auch meine Meinung.

Gestern ist Brasilien in die WM gestartet. Wie groß ist der Druck, der auf den Gastgebern lastet?

Dede: Der ist wirklich extrem. Man muss fast sagen, dass er die Spieler erstickt. Es gibt hier nur Scheitern oder Siegen, null oder hundert Prozent. Dazwischen ist nichts. Ein zweiter Platz ist nicht okay.

Interview: Michael Knippenkötter

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