Markus Karl raubt den Top-Klubs die Punkte und schenkt sie dem Aufsteiger

Der Robin Hood der Zweiten Liga

Markus Karl wird von seinen Mitspielern geherzt.
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Markus Karl wird von seinen Mitspielern geherzt.

Ingolstadt - Diesmal war er vorher nicht beim Bogenschießen. „Aber das hat einfach noch mal gepasst“, erklärt Markus Karl nach seinem zweiten Saison-Tor beim furiosen 3:0 seines FC Ingolstadt in Mainz.

Schon beim 4:0 gegen Freiburg hatte der Mittelfeldspieler getroffen. Es waren seine ersten beiden Tore im Profi-Fußball. Und die werden mittelalterlich gefeiert, mit Pfeil-und-Bogen-Jubel. Markus Karl ist der Robin Hood der 2. Liga! Mit seinen Toren raubt er den Top-Klubs die Punkte und schenkt sie dem Aufsteiger, der auf Platz neun so arm gar nicht ist…

Entstanden ist das Erfolgsritual in der Mittagspause am Tag der Freiburg-Partie. Vor der Besprechung und dem Mittagessen im Hotel war noch ein bisschen Zeit. Die hoteleigene Bogenschießanlage lockte Karl und Kumpel Zecke Neuendorf. „Wir haben es zum Spaß einfach mal ausprobiert“, erzählt Karl: „Am Anfang war Zecke besser. Dann hat er einen Apfel aufgelegt und wollte den Wilhelm Tell machen. Der Apfel ist sogar heruntergefallen. Danach habe auch ich ins Goldene getroffen. Da habe ich ihm gesagt: ‚Heute treffe ich auch im Spiel. Und dann komme ich zu dir mit Bogenschützen-Jubel…‘“

Gesagt, getan. Und damit erst Freiburg, dann Mainz die Punkte geraubt. Um die soziale Gerechtigkeit in der 2. Liga herzustellen, musste Karl auch Rückschritte akzeptieren. Vom Hamburger SV (2005 bis 2007) zurück in die 2. Liga zur SpVgg Greuther Fürth (Saison 2007/2008) und zurück zum FC Ingolstadt in die Regionalliga (2008). „Aber manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um wieder angreifen zu können“, weiß der 22-Jährige: „So war das bei mir.“

Der FCI lieh Karl zunächst vom Kleeblatt aus, sicherte sich dann aber schnell seine Dienste bis 2010. Nun stehen beide nach gut einem Drittel der Saison auf Platz neun. „Wirklich abzusehen war das nicht“, gibt er zu. „Aber wir wussten, dass wir um Platz zehn spielen können.“ Dass der 1. FC Nürnberg (So., 14 Uhr, Tuja-Stadion) derweil vier Plätze hinter ihnen steht, hätte er sich wohl erst recht nicht träumen lassen.

Trotz allem schätzt Karl den Club als „starke Mannschaft“ ein: „Bei ihnen hängt viel von der Tagesform ab. Die müssen sich erst noch finden. Bloß wegen der Siege gegen Freiburg und Mainz dürfen wir den Club keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.“ Denn schon Robin Hood wusste: Nur nicht den Bogen überspannen…

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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