Coach Fach ist froh, Rettig rastet aus

Derby mit Gefühlschaos

Augsburgs Uwe Möhrle bejubelt den Auswärtssieg.
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Augsburgs Uwe Möhrle bejubelt den Auswärtssieg.

Ingolstadt - So gelöst war Holger Fach in dieser Saison noch nicht zu sehen.

„Die Mannschaft hat überragend gespielt und ist super zurückgekommen“, frohlockte der Trainer des FC Augsburg nach dem 2:1 beim FC Ingolstadt: „Kompliment an meine Mannschaft. Die hängt sich rein!“ Und im Vergleich zum glücklichen 3:2 gegen den FC St. Pauli war auch Manager Andreas Rettig nach dem Abpfiff guter Dinge – zunächst… Er sei besonders erfreut, weil endlich einmal beides zusammengekommen sei, gut gespielt und verdient gewonnen zu haben. Außerdem: „Emotionalen Ausbrüchen von Funktionären – ob man jetzt griesgrämig guckt oder in die Luft springt – sollten nach einem Spiel nicht so viel Bedeutung beigemessen werden.“ Tatsächlich?

Kaum gesagt, ging Rettig an die Decke. Wie sicher sich Fach seines Job nun sein könne, fragte ein Augsburger Reporter. Rettig rastete aus: „Ganz ehrlich: Wollen Sie mich verarschen? Lassen Sie den Sch… wirklich mal langsam sein. Ich muss ganz ehrlich sagen: Der Trainer hat in sieben Spielen sechsmal verloren und wir haben uns klar zu ihm bekannt. Jetzt fragen Sie nach dem zweiten Sieg in Folge, was mit dem Trainer ist. Ich glaube, Sie spinnen wirklich langsam. Ganz ehrlich: So eine Sch… höre ich mir nicht mehr an.“ Ende der Fragestunde.

Fach sieht sich und den Kurs des FCA bestätigt: „Das beweist, dass es richtig war, die Situation im Verein realistisch und ruhig einzuschätzen.“ Für ihn gab es nur zwei Wermutstropfen: das Blitz-Gegentor durch Ersin Demir nach 16 Sekunden (Uwe Möhrle: „Ich glaube, wir waren noch im Hotel“) und eine Reihe verpasster Konterchancen. Denn der Auswärtssieg hätte in der zweiten Halbzeit durchaus höher ausfallen können.

Das sah auch Ingolstadts Sportdirektor Harald Gärtner so, der den FCI schonungslos kritisierte: „Augsburg hat um jeden Meter gefightet, Ecken und Freistöße herausgeholt. Da müssen wir einfach mehr Willen an den Tag legen. Wir müssen uns wehren!“

Trotz aller Defizite wollen sich die Schanzer nach der zweiten Niederlage an der Augsburger Kontinuität orientieren. „Wir werden nicht nervös und bleiben ruhig“, erklärte FCI-Trainer Thorsten Fink. Außer beim 1:6 in Duisburg habe sein Team gezeigt, dass es in der Liga gut bestehen kann. „Wir spielen weiter unseren Fußball – guten Fußball“, kündigte Fink an.

Das hat auch der FC Augsburg, der zur Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (Di., 17.30 Uhr, Rosenaustadion) am Samstag in Ingolstadt blieb. „Das zeigt die Wertigkeit des Spiels“, erklärte Torwart Sven Neuhaus.

Auch für den FCI ist das Dienstagsspiel (beim SV Wehen Wiesbaden) enorm wichtig: „Mit leeren Händen dürfen wir nicht zurückkommen…“, mahnte Demir. Sonst geht vielleicht auch bald der erste Ingolstädter an die Decke.

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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