Trainerteam fast komplett erneuert

Flick-Team steht - Bundestrainer bekommt ausländischen Assistenten mit ganz spezieller Aufgabe

FOTOMONTAGE: Designierter Bundestrainer Flick über Gespraeche mit DFB
+
Hansi Flick bekommt einen neuen Assitenten beim DFB

Hansi Flick beerbt Joachim Löw als DFB-Coach. Am Dienstag stellt er sich offiziell in Frankfurt vor. Er will nicht in Nostalgie verfallen, sondern einen kompletten Neuaufbau.

München - Hansi Flick tastet sich in seine neue Aufgabe als Fußball-Bundestrainer hinein.

Schon im Juni, offiziell noch beim FC Bayern unter Vertrag stehend, beobachtete er, nicht weit von der DFB-Bank sitzend, die EM-Spiele, der damalige Coach Joachim Löw bestätigte während des Turniers, „dass wir regelmäßig telefonieren“. Am 1. August begann dann die Amtszeit von Flick (56), und obwohl er bis 15. August noch in München wohnt, wird er heute in Frankfurt sein, über die Baustelle des Großprojekts DFB-Akademie gehen und vor den Medien erläutern, wie er die Zukunft der Nationalmannschaft zu gestalten gedenkt.

Wie es seine Art ist, hat Flick ohne Nebengeräusche sein persönliches Team zusammengestellt, mit dem er die Zeit bis zur Heim-Europameisterschaft 2024 in Angriff nehmen und zunächst auch die unerfreuliche Schieflage in der Qualifikation zur WM 2022 nach Löws Abschiedsniederlage gegen Nordmazedonien beseitigen will.

DFB-Team: Höwedes sorgt für das 2014er-Gefühl

Sein Mitarbeiterstab wird mit Flick vorgestellt und den klaren Fingerzeig geben: Der ehemalige Löw-Assistent wird sich nicht in 2014er-Nostalgie verlieren und zurück in die Vergangenheit reisen, sondern einen kompletten Neuaufbau starten.

Für das Weltmeister-Gefühl von Brasilien steht zwar neben Flick auch Benedikt Höwedes, der damalige Verteidiger, der nun eine Art Ausbildung zum Teammanager macht – doch mit Löw gingen noch andere langjährige Zuarbeiter. Zum 31. Juli ausgelaufen ist der Vertrag mit dem Schweizer Scout und Analyst Urs Siegenthaler (73), der beim DFB nie nachhaltig etablierte Thomas Schneider (Co-Trainer, dann Chefscout) sucht eine neue Aufgabe im Vereinsfußball, Torwarttrainer Andy Köpke nahm Löws Rücktritt zum Anlass, beim DFB ebenfalls Schluss zu machen.

Deutsche Nationalmannschaft: Lediglich Marcus Sorg bleibt aus der Löw-Crew

Aus der Löw-Crew bleibt lediglich Assistent Marcus Sorg, der von Flick geschätzt wird. Wen er mitbringt: den analysestarken Danny Röhl (32), der ihn beim FC Bayern überzeugte, den Freiburger Torwarttrainer Andreas Kronenberg (46), einen Schweizer, der auch schon (2008 bis ’10) in der Jugend des FC Bayern gearbeitet hat. Auch ein Däne wird Flick zuarbeiten: Mads Buttgereit (36), beim innovativ arbeitenden FC Midtjylland Spezialtrainer für Standardsituationen.

Und welche Mannschaft wird Flick aufs Feld schicken? Sein erstes Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein (2. September in St. Gallen), Armenien (in Stuttgart) und in Island wird er bald benennen – und das wird nicht ohne 2014er-Einfluss sein. Löws Fehler, Spieler grundsätzlich auszuschließen, begeht Flick nicht. Vielleicht bekommt Finaltorschütze Mario Götze eine Comebackchance. Mit ihm telefoniert Flick gelegentlich, und zu Götzes Trainer in Eindhoven, Roger Schmidt, hat er einen guten Draht. Günter Klein

Auch interessant

Kommentare