Änderung soll 2022 greifen

DFB plant Reform: Jugend-Bundesligen stehen vor dem Aus

Ein Schild an der Frankfurter Verbandszentrale zeigt das DFB-Logo und den Schriftzug Deutscher Fußball-Bund.
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Der DFB plant eine Reform der Jugend-Bundesligen.

Die Jugend-Bundesligen in ihrer jetzigen Form wird es noch bis 2022 geben. Danach soll ein Wettbewerb her, der nur unter Klubs mit Nachwuchsleistungszentren ausgetragen wird.

  • Der Deutsche Fußball-Bund plant nach tz-Informationen 2022 eine Reform der Jugend-Bundesligen.
  • In den Altersklassen U19 und U17 sollen künftig nur noch Vereine gegeneinander spielen, die über ein Nachwuchsleistungszentrum verfügen.
  • Aktuell informieren die DFB-Verantwortlichen bereits die Landesverbände und die Klubs über die sehr konkreten Pläne.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) macht sich zunehmend Sorgen um den eigenen Nachwuchs. Die U21 kassierte jüngst eine 1:4-Pleite gegen Belgien, droht erstmals seit neun Jahren die Endrunde der Europameisterschaft zu verpassen. Die U19 holte 2014 zuletzt den EM-Titel, die U17 sogar vor elf Jahren. Es muss also etwas passieren - und daran arbeiten der DFB und Joti Chatzialexiou, der Sportliche Leiter der Nationalmannschaften.

Wie die tz erfuhr, ist geplant, dass die Jugend-Bundesligen im Bereich U17 und  U19 nach der Saison 2021/2022 in ihrer jetzigen Form abgeschafft werden. Künftig sollen in einem neu geschaffenen Wettbewerb nur noch die Vereine gegeneinander spielen, die über ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) verfügen.

Reform der Jugend-Bundesligen: Gespräch mit dem FC Bayern steht an

Die Erst- und Zweitligisten sind ohnehin dazu verpflichtet, ein NLZ aufzubauen. Vereine aus der 3. Liga oder den Regionalligen aber können oder wollen sich diese kostspielige Einrichtung oft nicht leisten. Sie würden von der DFB-Reform hart getroffen. Bislang nämlich können sich Klubs alleine durch die sportliche Leistung für die U17- und U19-Bundesliga qualifizieren - ganz egal, ob sie über ein NLZ verfügen oder nicht.

Nach tz-Informationen sind die Planungen für die Reform sehr konkret, Landesverbände und Klubs mit Nachwuchsleistungszentren werden derzeit nach und nach von Chatzialexiou über die Anpassung informiert. Mit dem FC Bayern steht ein Austausch zu diesen Plänen an. Greifen soll die Reform zur Saison 2022/2023.

Was will der Deutsche Fußball-Bund mit dem Umbau der Jugend-Bundesligen erreichen?

Was bezweckt der deutsche Verband mit der Neuerung? In einem geschlossenen Ligensystem würde es keine Absteiger geben - so etwa funktioniert es auch in der englischen U 18-Premier-League. Müssen Nachwuchstrainer und -spieler nicht jedes Wochenende um Ergebnisse für das jeweilige Saisonziel kämpfen, ließe sich der Fokus womöglich mehr auf die bestmögliche Ausbildung der potenziellen Stars von morgen legen. Und dieses Ziel forciert der DFB unter Chatzialexiou offensichtlich wieder.

„Es ist richtig, dass wir die Junioren-Wettbewerbe neu strukturieren und optimieren wollen, um unsere Spieler altersgerechter zu fördern. Dazu sind wir mit allen betroffenen Vereinen und Institutionen im Austausch. Sobald wir gemeinsam konkrete Ergebnisse erzielt haben, werden wir uns dazu äußern“, sagte der Sportliche Leiter am Samstag als Reaktion auf die Berichterstattung der tz.

Bislang sind die Jugend-Bundesligen geografisch in drei Staffeln geordnet

Da könnte die Reform der Jugend-Bundesligen ein Schritt sein. Bislang messen sich die besten Nachwuchsteams in der U19 seit der Bundesliga-Gründung 2003 und in der U17 seit 2007 in drei geografisch geordneten Staffeln. Die besten Teams aus Süd/Südwest, Nord/Nordost und West spielen nach der regulären Runde Halbfinals und Finale um die Deutsche Meisterschaft aus. Diese Partien sind ein Aushängeschild des deutschen Nachwuchsfußballs - sie wird es wohl in ähnlicher Form weiterhin geben.

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