WM-Quartier zu unsicher - Umzug empfohlen

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Das deutsche WM-Quartier in Erasmia.

Kapstadt - Die südafrikanischen Behörden haben einem Zeitungsbericht zufolge dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geraten, aus Sicherheitsgründen das Quartier für die Fußball-WM zu wechseln.

Südafrikas Polizei, Geheimdienste und das Verteidigungsministerium seien zu dem Schluss gekommen, dass das Velmore Hotel in Erasmia nahe der Hauptstadt Pretoria den Sicherheitsanforderungen nicht genüge, berichtete die “Times“ am Freitag. Der DFB rechnet indes damit, das für die Endrunde vom 11. Juni bis 11. Juli gebuchte Hotel wie geplant nutzen zu können. “Wir gehen fest davon aus, dass in allen Punkten die Unklarheiten möglichst schnell beseitigt werden“, sagte DFB- Mediendirektor Harald Stenger.

Tipps vom Auswärtigen Amt für Sicherheit der WM-Besucher

Wie sicher wird die Fußball-WM in Südafrika? Darüber wird seit Monaten diskutiert. Das Land am Kap der guten Hoffnung gilt als Hochburg des Verbrechens. © dpa
Fußballfans, die im Sommer einen Besuch in Südafrika planen, sollten sich vorab über Gefahren informieren - und darüber, wie man sie vermeidet. © dpa
Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) finden sich zahlreiche Reisewarnungen für Südafrika. © dpa
Nachfolgend zeigen wir einige dieser Warnungen: © dpa
Südafrika verzeichnet im Vergleich zu Deutschland hohe Kriminalitätsraten, vor allem in den Großstädten und deren Randgebieten. © dpa
Dies schließt auch Straftaten unter Anwendung von körperlicher Gewalt ein. © dpa
Auch wenn der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität in Gegenden und unter Umständen erfolgt, von denen üblicherweise deutsche Urlaubs- oder Geschäftsreisende nicht betroffen sind... © dpa
..., ist es nicht ausgeschlossen, dass deutsche Reisende Ziel und Opfer von Diebstählen, Einbrüchen und Raub und ähnlicher Delikte werden. © dpa
Die großen Städte werden zum Teil von scharfen Gegensätzen geprägt. © dpa
Während bessere Wohngebiete oft großzügig angelegt und gepflegt sind, bestehen die "Townships", in denen nach wie vor der Großteil der nicht-weißen Bevölkerungsgruppen lebt, aus überwiegend einfachen Häusern, Baracken oder slumartigen Hütten. © dpa
Townships sind nicht gleichzusetzen mit Slums, es gibt auch in Townships Wohngegenden der Mittelklasse bis hin zu Millionärsvillen. © dpa
Vor allem die Townships, aber auch die Innenstädte der großen Städte wie Johannesburg, Pretoria, Kapstadt und Durban (alles WM-Spielorte; Anm. d. Red.), leiden unter der hohen Kriminalität im Land. © dpa
Gerade Touristen sind ein beliebtes Opfer von Räubern, die meist vor Gewalt nicht zurückschrecken. © dpa
Man sollte im Falle eines Überfalls daher unbedingt auf Gegenwehr verzichten! © dpa
Die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt (alles WM-Spielorte; Anm. d. Red.) und anderer großer Städte sollten nach Geschäftsschluss gemieden werden. © dpa
An Sonn- und Feiertagen sollte man nur in Gruppen in die Innenstädte gehen. Ebenso wird tagsüber zu erhöhter Vorsicht geraten. © dpa
Bei Besuchen in Townships ist erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht angeraten. © dpa
Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form und nur mit ortskundiger Führung stattfinden. © dpa
Bei Ausflügen in öffentlich zugängliche Naturflächen und Nationalparks ( z. B. am Tafelberg in Kapstadt) und zu bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas ( z.B. Rhodes Memorial, Kapstadt ) sollte man keine einsam gelegenen Wanderwege benutzen und unbelebte Gegenden meiden. © dpa
Für Einzelreisende empfiehlt es sich, generell Anschluss bei den meist vor Ort vorhandenen größeren Reisegruppen zu suchen. © dpa
Abgeraten wird vom Benutzen der Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria, Durban und z.T. in Kapstadt. © dpa
Falls die Züge gleichwohl genutzt werden, empfiehlt es sich, in der 1. Klasse und nur zu Hauptverkehrszeiten am Tage zu reisen. © dpa
Taxis sollte man möglichst bei zuverlässigen, bekannten Unternehmen reservieren. In der Regel sind bei der Reservierung Hotels und Gasthäuser behilflich. © dpa
Rucksacktouristen sollten auf sichere Unterkünfte und sicheren Transport achten. Einschlägige Reiseführer geben Empfehlungen für Backpacker Hostels ab; trotzdem ist Vorsicht geboten. © dpa
Von Fahrten per Anhalter und mit sog. Minibus-Taxis wird dringend abgeraten. © dpa
Von Fremden angebotene Getränke in Bars oder Restaurants sollte man nicht annehmen. Fälle, in denen „K.O.-Tropfen“ beigemischt werden, werden auch in Südafrika berichtet. © dpa
Wegen der Gefahr von Fahrzeugentführungen (das so genannte „car-jackiing“) und so genannter „smash-and-grab“-Überfälle sollten die Autofenster immer geschlossen und die Türen stets von innen verriegelt sein. © dpa
Handtaschen, Photoapparate usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen. Bei Wartezeiten an großen Kreuzungen in den größeren Städten sollte man aufmerksam sein und seine Umgebung beobachten. © dpa
Es empfiehlt sich, beim Anhalten hinreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten, um ggf. wegfahren zu können. © dpa
Angesichts des schlechten Zustands vieler Nebenstraßen im ganzen Land, besonders in zentralen ländlichen Teilen der Provinz Kwazulu-Natal und durch die sog. Transkei in der Provinz Eastern Cape... © dpa
...wird empfohlen, möglichst Hauptverkehrsstraßen zu nutzen. © dpa
Dort wie in den übrigen Landesteilen sollten Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr unternommen werden... © dpa
...da Autopannen, schlechte Straßen mit Schlaglöchern, nicht hinreichend ausgeschilderte und gesicherte Baustellen sowie Tiere auf der Fahrbahn nach Einbruch der Dunkelheit ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. © dpa
Es wird davon abgeraten, an Aussichtspunkten oder Rastplätzen Halt zu machen, wenn dort keine anderen Touristen in Sichtweite sind. © dpa
An Geldautomaten ist erhöhte Vorsicht geboten. Neben einfachem Raub und Trickdiebstahl nehmen Manipulationen der Geldautomaten und Missbrauch der Kartendaten zu. © dpa
Es wird empfohlen, Kreditkarten bei anstehenden Zahlungen nicht aus dem Auge zu verlieren. © dpa
In vielen Restaurants ist es üblich, portable Kreditkarten-Lesegeräte zu nutzen. Gibt es das nicht, so sollte die Kreditkarte zum Zahlungssystem begleitet werden. © dpa
Auch wenn Einheimische auf dem Land mitunter ungeschoren Marihuana (hier „Dagga“ genannt) konsumieren, führt dies bei Ausländern meist zu Strafverfolgung. © dpa
Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, für die Dauer des Aufenthaltes ein Mobiltelefon mitzuführen. © dpa
Deutsche Mobiltelefone mit Roaming-Funktion können landesweit verwendet werden. © dpa

“Der DFB hat das WM-Quartier in Südafrika ordnungsgemäß über die von der FIFA beauftragte Agentur Match gebucht. Der Bericht in der südafrikanischen Zeitung ist uns bekannt. Bisher haben wir darüber hinaus keine offizielle Information von der FIFA erhalten“, stellte Stenger fest.

Polizei und Behörden wollten den Bericht laut der Nachrichtenagentur SAPA zunächst weder bestätigen noch dementieren. Die aktuellen Baupläne des Vier-Sterne-Hotels sind dem Zeitungsbericht nach von den zuständigen städtischen Behörden bisher nicht genehmigt worden. Das Hotel habe ungefähr 80 Millionen Rand (etwa acht acht Millionen Euro) in den Umbau investiert, um den Anforderungen als WM-Quartier zu genügen.

Hotelbesitzer Emil Keyser sagte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage: “Es geht um das offizielle Hotelbelegungs-Zertifikat der Stadt, das die Behörden versprochen hatten, uns beschleunigt zu geben. Das Dokument war wegen des Umbaus notwendig geworden. Die Probleme mit den Behörden haben nichts mit einem angeblichen Sicherheitsproblem zu tun. Wir sind überzeugt, dass wir das Zertifikat rechtzeitig bekommen.“

Beim DFB reagierte man mit Überraschung auf die jüngste Entwicklung. “Bekannt war uns bisher nur, dass derzeit Abstimmungsgespräche zwischen LOC, Polizei und dem Hotel über die Klärung letzter Sicherheitsdetails laufen. Aufgrund der aktuellen Berichterstattung haben wir Kontakt mit Verantwortlichen des südafrikanischen LOC und des Velmore Hotels aufgenommen“, erklärte Stenger.

dpa

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