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Flick baut seinen Startrekord aus, doch „es ist nicht alles top gelaufen“

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Von: Ludwig Krammer

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Bundestrainer: Hansi Flick.
Bundestrainer: Hansi Flick. © IMAGO / Norbert Schmidt

Grund zur Freude, nicht zur Zufriedenheit. Mit dem 4:1 gegen Armenien baute die DFB-Elf den Startrekord von Coach Hansi Flick zwar aus, der Bundestrainer war jedoch mit mehreren Szenen nicht einverstanden.

Eriwan/ München – „Die verflixte Sieben“, hieß eine Samstagabend-Show von Rudi Carrell in den Achtziger Jahren. Und dort in den Archiven von Radio Bremen darf der Titel auch weiterhin ruhen. Schließlich gibt es seit Sonntagabend die Flick’sche Sieben! 4:1 (2:0) gewann die deutsche Nationalmannschaft ihr letztes WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien in Eriwan, Bundestrainer Hansi Flick baute seinen Startrekord mit dem siebten Streich weiter aus.

DFB: Flicks Team siegt und trifft am laufenden Band

Nach den Treffern von Kai Havertz, zweimal Ilkay Gündogan und Jonas Hofmann steht der Tor-Zähler inzwischen bei 32:2. Flicks Team siegt und trifft am laufenden Band. Und paart auch gegen Kontrahenten aus unteren Regalen Engagement mit Spielfreude. Wenngleich Armenien für den Geschmack des Bundestrainers doch einige Konterchancen zu viel hatte. „Es ist nicht alles top gelaufen“, bilanzierte Flick bei RTL. „Wir wissen, wo wir uns noch verbessern müssen, aber wir haben noch Zeit.“ Das Lob des Coaches: „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, das Miteinander, das ist schon klasse.“

Jahresausklänge des DFB-Teams waren in jüngerer Vergangenheit ja eher selten ein Quell der Freude, die mit „Schaden“ mal ausgenommen. In den letzten sechs Jahren gab es lediglich einen Sieg, 2019 ein 6:1 gegen Nordirland. Das vergangene Jahr endete mit dem 0:6-Fiasko in Spanien, der höchsten Niederlage einer deutschen Nationalelf seit 1931 (0:6 gegen Österreich).

DFB-Team siegt 4:1 in Eriwan: Abstimmungsprobleme in der Verteidigung

Derlei musste ob der Güte des Gegners am Sonntag niemand befürchten. Zumal die im Vergleich zum 9:0-Sieg gegen Liechtenstein auf sechs Positionen veränderte DFB-Elf forsch begann. Vor Keeper André ter Stegen, der den geschonten Manuel Neuer vertrat, verteidigten Thilo Kehrer, Matthias Ginter, Jonathan Tah und David Raum, das Mittelfeld-Scharnier bildeten Gündogan und Florian Neuhaus, davor sollten Hofmann, Thomas Müller, Havertz und Leroy Sané für Zählbares sorgen. Beinahe wäre es schon nach vier Minuten so weit gewesen. Nach einem fixen Angriff über Gündogan und Sané traf Havertz den linken Außenpfosten. Im zweiten Versuch machte es der Chelsea-Star besser. Hofmann und Müller sezierten die Deckung der Gastgeber per Doppelpass, Havertz vollendete das Zuspiel des Gladbachers mit dem linken Außenrist zum 1:0 (15.). Gündogan besorgte per Elfmeter die 2:0-Pausenführung (45.), der Videobeweis hatte ein Foulspiel von Voskanyan an Neuhaus ans Licht gebracht.

Auch ohne VAR waren die Schwächen der deutschen Mannschaft zu erkennen. Die Restverteidigung offenbarte Abstimmungsprobleme, die beherzten Konter der Armenier brachten den Favoriten mehrmals in Verlegenheit. Auch nach Gündogans Schüsschen zum 3:0, das Keeper Buchnev passieren ließ (50.), steckte das Heimteam nicht auf. Der vom Ex-Dortmunder Mkhitaryan verwandelte Foulelfmeter (Neuhaus gegen Terteyan) war der Lohn für die Mühen (59.), Hofmann löschte die auflodernde Stimmung nach einem Aufbaufehler mit dem 4:1 (64.). Es sollte der letzte Treffer des Länderspieljahres bleiben.

Der eingewechselte Lukas Nmecha verpasste die Chance zum 5:1 (83.), auch Müller war sein 43. Länderspieltor nicht vergönnt, mit dem er mit Uwe Seeler gleichgezogen hätte. „Es war kein Schützenfest, aber ein gelungener Abschluss“, sagte Müller. „Im September hat mit dem Trainerwechsel eine neue Zeitrechnung begonnen. Wir sehen, dass wir in den letzten drei Monaten eine gute Leistung gezeigt haben. Daran wollen wir nächstes Jahr anknüpfen.“ LUDWIG KRAMMER

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