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WM 2022: Nach dem Japan-Debakel knallt es im Team Deutschland

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Von: Maximilian Kettenbach

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Ilkay Gündogan suchte nach Erklärungen für die 1:2-Auftaktpleite gegen Japan.
Ilkay Gündogan suchte nach Erklärungen für die 1:2-Auftaktpleite gegen Japan. © Screenshot MagentaTV

Lange überlegen, verliert Deutschland gegen Japan das Auftaktspiel in die WM. Nach dem 1:2 brach der Frust bei Spieler und Trainer heraus.

München/Doha – Es rumort gewaltig im Innenleben des DFB-Teams. Darauf deuten zumindest die Aussagen nach Deutschlands 1:2-Blamage gegen Japan zum Auftakt in die WM 2022 hin. Den Anfang machte Ilkay Gündogan, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff am ARD-Mikrofon deutlich wurde. „Es fehlten uns auch die Möglichkeiten, von hinten rauszuspielen. Es hat die Überzeugung von hinten gefehlt, dass man den Ball hält, sich anbietet“, sagte der 32-Jährige.

Schlimmer noch, der Star von Manchester City, der noch beim Stand von 1:0 für Leon Goretzka Platz machte, warf den Mitspielern vor: „Man hatte das Gefühl, dass nicht jeder den Ball haben wollte. Wir haben viel zu oft und einfach den Ball verloren. Ich glaube, es ist noch nie ein einfacheres Tor bei einer Weltmeisterschaft erzielt worden“, sagte er über das 1:2 in der 83. Minute.

Gündogan: Kritische Worte gegen Mitspieler nach Deutschlands Pleite gegen Japan

Viele Mitspieler, die Gündogan gemeint haben könnte, stehen nicht zur Auswahl. Niklas Süle stand vor dem 1:2-Gegentreffer beim Freistoß der Japaner aus der eigenen Hälfte meterweit zu tief, hob das Abseits damit auf. Warum Nico Schlotterbeck nicht eingriff, und den Ernst der Situation nicht früh genug verstand, spiegelt seine Form wider, die er aus Dortmund offenbar zum DFB-Team mitbrachte. Und an Keeper Manuel Neuer zischte der Ball vorbei ins kurze Eck – ins Torwarteck. Es werden sich aber wohl nicht viele finden, die Neuer dafür die Schuld geben. Kaum was besser machen konnte Neuer auch beim 1:1 Ausgleich durch Ritsu Doan, auch wenn er einen scharfen Flachpass zur Mitte abklatschen ließ, wo der Freiburger abstaubte.

1:2 gegen Japan – Flick nennt Deutschlands Patzer beim Namen

Thomas Müller monierte, man habe das Spiel aus der Hand gegeben: „Wenn man sieht, was wir vorne liegen lassen und wie wir die Tore bekommen, würde man im Fußballjargon sagen: nicht unverdient verloren“, bemerkte er. Trainer Hansi Flick wechselte ihn mit Gündogan aus, danach verlor die DFB-Elf an Stabilität.

Flick, der sich auch ankreiden lassen muss, den agilen Jamal Musiala nach dem Ausgleich herausgenommen zu haben, zeigte sich ebenfalls kritisch und nannte die Patzer ungewöhnlicherweise beim Namen: „Da muss Niklas (Süle) einfach aufpassen. Er hebt das Abseits auf, weil er sich zwei, drei Schritte zu weit hat fallen lassen. Das sind individuelle Fehler, die wir heute büßen mussten.“

Deutschlands Kapitän Neuer frustriert nach Pleite gegen Japan

Am Ende steht eine Niederlage, die vermeidbar war, die jedoch die bereits vor dem Turnier befürchteten deutschen Schwächen offenlegte. Vorne fehlt einer für die Tore und hinten wackeln die Nebenleute Antonio Rüdigers. Kapitän Neuer zeigte sich deshalb „total frustriert und verärgert, dass wir das Spiel aus der Hand gegeben haben. Es war mehr als unnötig, wir haben uns viele Chancen heraus gespielt“. Der zwingende Wille für das zweite Tor habe gefehlt, so habe die Deutsche Elf Japan zurück ins Spiel gebracht.

Beim Knaller gegen Spanien am Sonntag wird der Zusammenhalt im Team mehr denn je entscheidend sein. Am Ende eines frustrierten Abends ging Neuer bei MagentaTV voran: „Wir greifen zusammen an und verteidigen zusammen, ich will keinen herausnehmen.“ Vielleicht hilft das Bild der Mund-zu-Geste vor dem Spiel. Nicht viel reden, Taten folgen lassen. (mke)

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