Am Dienstag geht's gegen Irland

Lass Dich nicht beIREN, Jogi!

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Bundestrainer Jogi Löw.

Warschau - Nach der Niederlage in Polen und vor dem zweiten Spiel am Dienstag Abend in Gelsenkirchen bleibt für die Nationalmannschaft die Erkenntnis: Jetzt bloß nicht "beiren" lassen! Der eingeschlagene Weg ist der richtige!

Jogi Löw hatte sich flüchtig zwischen zwei Lieferwagen im äußeren Bereich des Stadions zurückgezogen und eine Zigarette angezündet. Es war die Überbrückungszeit nach dem Abpfiff und vor dem Fernsehauftritt, ein kurzer Moment der Entspannung. Zwischen den tiefen Zügen lächelte der Bundestrainer. Vielleicht aus Verlegenheit aufgrund der Tatsache, entdeckt worden zu sein. Vielleicht aber auch, weil alles gar nicht so schlimm war. Das 0:2 (0:0) in Warschau, das seine Spieler zur gleichen Zeit halbwegs fassungslos noch einmal am Bildschirm in der Kabine verfolgten, war lediglich ein Ergebnis-Fehler. Der Rest bei dieser ersten Niederlage, die überhaupt jemals eine deutsche Nationalelf gegen Polen hinnehmen musste, war sehr ansehnlich.

Daher blieb vor dem zweiten Spiel am Dienstag Abend in Gelsenkirchen fast schon kurioserweise die Erkenntnis: Jetzt bloß nicht "beiren" lassen! Der eingeschlagene Weg ist der richtige!

„Ich sehe es nicht allzu dramatisch“, resümierte der Bundestrainer dann auch. „Klar hätten wir gerne die drei Punkte mitgenommen. Die Einstellung der Mannschaft und die Konzentration zum Spiel waren absolut in Ordnung! Wir versuchen, Lehren daraus zu ziehen. Ich bin mir sicher, das werden wir wieder ausgleichen. Ich sehe keine großen Probleme in dieser Qualifikation. “

Es klang nach einer Erklärung, einer plausiblen Begründung. Von einer Rechtfertigung, wie sie so mancher Bundestrainer vor ihm suchte, keine Spur. Auch Kapitän Manuel Neuer fand eher milde Worte für die erste Niederlage nach 33 Quali-Spielen ohne Pleite. Der FCB-Star meinte: „Es ist klar, dass da eine ganz neue Mannschaft auf dem Platz steht. Der muss man ein bisschen Zeit geben! Aber wenn man das Spiel beobachtet, hat man nicht den Eindruck, dass wir eine schlechte Leistung abgerufen haben.“ Es war vielmehr ein gutes Kollektiv, das an den Fehlern Einzelner scheiterte. Und damit ist nicht nur Neuer und sein Verhalten vor dem ersten Gegentor gemeint (siehe Seite 26), sondern die Offensivspieler, die in letzter Konsequenz vor dem Kasten der Polen versagten. Einem anderen Bayernspieler ging dies alles ziemlich gegen den Strich: Jerome Boateng. Der Abwehrmann meinte in Manier eines Führungsspielers: „Man muss das jetzt kritisch sehen und nicht einfach sagen Fußball ist ungerecht oder so etwas. Wir sollten wissen, was wir falsch gemacht haben. Dienstag ist ein ganz wichtiges Spiel, da müssen wir eine Trotzreaktion zeigen!“

Er schlug direkt den wichtigen Bogen. Denn das Problem ist: Auch gegen Irland trifft die deutsche Elf auf eine sehr defensive Mannschaft, die irgendwie kontern und ein goldenes Tor erzielen will. Löw: „Die Taktik wird logischerweise ähnlich sein. Wir müssen darüber sprechen, wie unser Torabschluss sein muss, wie wir solche Chancen verwerten.“ Das Grundkonzept immerhin stimmt ja schon mal, da darf man durchatmen im deutschen Team. Oder noch einen tiefen Zug nehmen.

Michael Knippenkötter

Keane: "Wir wollen was mitnehmen…"

Ein Hattrick innerhalb von zwölf Minuten (6./14./18.), die Tore 19, 20 und 21 in EM-Qualifikationsspielen (Rekord!) – Irlands Stürmerstar Robbie Keane hat sich beim 7:0 gegen Gibraltar warmgeschossen für das Dienstags-Match gegen Deutschland. „Wir haben Selbstvertrauen für das Spiel gegen Deutschland, daran gibt es keinen Zweifel“, sagte der 34-jährige Angreifer, der inzwischen bei LA Galaxy kickt. „Wir fahren nicht dahin, um nur dabei zu sein. Wir wollen etwas mitnehmen. Und ich denke, mit diesem Team können wir das schaffen.“

Dabei sind die Erinnerungen der Iren an die Deutschen nicht gut. In der WM-Qualifikation gab es vor einem Jahr in Köln eine 0:3-Niederlage, vor zwei Jahren setzte es in Dublin sogar ein 1:6. „Wir sind viel weiter als damals“, versicherte Keane.

Ob das reicht? „Die deutsche Niederlage macht die Aufgabe Irlands nicht einfacher“, schrieb die größte irische Tageszeitung Irish Independent: „Nach der überraschenden Niederlage in Polen wird die Iren eine Reaktion der Deutschen erwarten.“

Dessen ist sich auch der irische Teammanager Martin O’Neill bewusst. „Wir müssen wachsam sein, aber wenn wir uns nur hinten reinstellen, werden sie einen Weg finden. Es ist wichtig, dass wir versuchen, ihnen Probleme zu bereiten.“

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