Image schwer beschädigt

DFB muss gegen Skandal-Gegner ran: Island hütet dunkles Geheimnis - bis jetzt

Islands Nationalstürmer Kolbeinn Sigthorsson auf dem Platz.
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Mittlerweile suspendiert: Islands Nationalstürmer Kolbeinn Sigthorsson.

Island trifft in der WM-Qualifikation auf Deutschland. Der kleine Staat hat momentan aber Probleme, die das Spiel gegen die DFB-Elf in den Hintergrund rücken lassen.

Reykjavik - Island begeisterte bei der EM 2016 die ganze Fußball-Welt. Nicht nur die Spieler auf dem Platz gaben ihr letztes Hemd, auch die mitgereisten Fans wurden zu einem der Highlights des Turniers. Fünf Jahre nach dem sensationellen Viertelfinal-Einzug ist von der Euphorie, die ein ganzes Land mitriss, nichts mehr übrig.

Der sportliche Erfolg bleibt aus, dazu erschüttert ein Missbrauchsskandal um die Fußball-Nationalmannschaft das ganze Land. Das Image der isländischen Nationalmannschaft als weltweiter Sympathieträger des Landes ist vor dem Duell mit der DFB-Elf* zerstört.

DFB-Elf muss gegen kriselnde Isländer ran - Rücktritte wegen Missbrauchsskandal

KSI-Präsident Gundi Bergsson musste vor wenigen Tagen nach den Anschuldigungen zweier Frauen gegen einen Nationalspieler wegen sexueller Übergriffe zurücktreten. Dem Schritt des Verbands-Chefs folgte kurz darauf der Vorstand, am vergangenen Mittwoch wurde dann noch die Geschäftsführerin beurlaubt.

Das ganze Ausmaß des Skandals ist immer noch unklar. Von mehreren sexualisierten Übergriffen durch Nationalspieler ist zwischenzeitlich die Rede, das Land ist erschüttert. Im Zentrum steht ausgerechnet Islands EM*-Held und Rekordtorschütze Kolbeinn Sigthorsson.

Die beiden Frauen beschuldigen Sigthorsson, sie 2017 sexuell genötigt und belästigt zu haben. Eine der beiden wirft zudem dem Verband vor, den Versuch unternommen zu haben, sie mit Geld zum Schweigen zu bringen. In einer Mitteilung musste der Verband in der Zwischenzeit einräumen, sich nicht korrekt verhalten zu haben. Der Verband hat bei den Opfern um Entschuldigung gebeten, Sigthorsson wurde aus dem Kader gestrichen.

Isländischer Fußball vor Scherbenhaufen

Der Angreifer soll eine der Frauen in einem Nachtklub in Reykjavik in den Schritt gefasst und sie am Nacken gepackt haben. Beide Frauen erstatteten Anzeige. Sigthorsson soll die Übergriffe zugegeben, sich entschuldigt sowie Schmerzensgeld gezahlt haben, so eine der beiden Frauen. Später soll ein Anwalt des Verbandes auf sie zugekommen sein, damit sie für ein Schweigegeld einer Verschwiegenheitsklausel zustimme.

Sigthorsson selbst meldete sich mittlerweile auch zu Wort. Er sei nicht der Meinung, die Frau belästigt oder Gewalt angewendet zu haben, aber sein Verhalten sei nicht vorbildlich gewesen. Er bestätigte die Entschädigungszahlung und gab an, sein Verhalten zu bereuen. (epp/SID) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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