DFB-Team in Sevilla

Desaster in Sevilla! Löw nach Spanien-Pleite perplex: „War heute tödlich“ - Schweinsteigers klare Forderung

Das DFB-Team traf am Dienstagabend in Sevilla auf Spanien. Das Löw-Team erlebte dabei ein historisches Debakel. Die Stimmen zum Spiel.

München - Während das Spiel in der Nations League zwischen der Schweiz und der Ukraine am Dienstagvormittag abgesagt wurde, findet die Partie des DFB-Teams in Sevilla gegen die Spanier* statt. Nachdem bei den Ukrainern nach dem Duell mit der Löw-Elf am Samstag weitere Coronafälle gemeldet wurden, hat die UEFA daher die Partie kurzerhand abgesagt. Bei der deutschen Nationalmannschaft ist bislang kein Fall bekannt - und man hofft, dass das auch so bleibt.

Dennoch sorgt die Länderspielpause in der Corona-Pandemie* für große Diskussionen. Daher wird die Thematik auch die DFB-Stars nach der Partie gegen den Weltmeister*von 2010 beschäftigen. Bereits am Samstag berichteten einige Spieler, dass sie nicht ohne Sorgen in die Spiele gehen.

Rein sportlich genügte der DFB-Elf* ein Remis gegen die Spanier, um sich für das Finalturnier der Nations League zu qualifizieren. Doch es gab eine historische 0:6-Pleite.

Wir haben die Stimmen zur Partie Spanien gegen Deutschland im Ersten zusammengefasst.

Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland) nach der Partie über ....

... die Gründe für die desolate Vorstellung: „Es ist schwierig zu erklären, es war ein rabenschwarzer Tag. Wir haben gesehen, dass gar nichts funktioniert hat. Keine Körpersprache, nichts. Keine Defensive, keine Offensive. Ich kann gar keinen rausnehmen.“

... die Fehler: „Wir haben nach dem 0:1 unser ganzes Konzept über den Haufen geworfen. Wir hatten keine Organisation, keine Kommunikation. Das war heute tödlich!“

... das Auftreten nach dem Rückstand: „Wenn man gegen die Spanier mal 0:2 oder 0:3 zurückliegt hat man eigentlich keine Chance mehr, wir haben in der Pause dann nochmal umgestellt und versucht Mann-gegen-Mann zu verteidigen. Aber es hat einfach nicht geklappt.“

... eine mögliche Rückkehr von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng: „Wir haben gesagt, dass wir den Spielern unser Vertrauen schenken. Wir haben heute aber gesehen, dass wir noch nicht so weit sind, wir wir das vielleicht gehofft haben. Aktuell sehe ich noch keinen Grund, aber wir wollen das nun analysieren.“

... die wenige Zeit vor dem EM: „Wir haben nun eine Pause, die etwas länger sein wird. Zuletzt lief es ordentlich, aber das heute war natürlich eine große Enttäuschung. Wir müssen das nun so erstmal mitnehmen. Wir müssen es jetzt analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Es war alles schlecht. Da kann ich nichts Gutes finden. Wenn ich das so sage, dann meine ich das heute auch so!“

Oliver Bierhoff (Manager, Deutschland) nach der Partie über...

... die Niederlage: „Wir müssen das erstmal verdauen. Es ist wirklich alles falsch gelaufen. Gefühlt war es wie das EM-Finale 2008 - nur mit einem nicht so hohen Ergebnis.“

... fehlenden Willen: „Das sehe ich nicht so. Schauen wir doch mal das WM-Halbfinale 2014 an. Mehr Wille als die Brasilianer damals geht nicht, aber sie sind auseinandergefallen. So wie wir heute auch.“

Toni Kroos (Deutschland) nach der Partie über ...

... die Niederlage: „Es war nicht die bitterste, aber eine der klarsten ganz sicher.“

... den Schmerz des 0:6: „Es tat weh. Wir haben defensiv überhaupt keinen Zugriff bekommen, Spanien hat uns vorgemacht, wie man anläuft. Unser Plan war kompakt zu stehen, das hat nur so halb geklappt. Spanien hat uns alles vorgemacht.“

... die EM im kommenden Sommer: „Das Spiel müssen wir analysieren, auch in Hinblick auf das Turnier. Wir haben nur noch den März - es ist einiges zu tun, wie man sieht.“

Manuel Neuer (Kapitän, Deutschland) nach der Partie über...

... sein Empfinden: „Wir haben zusammen das Spiel heute vergeigt! Die Körpersprache, die Kommunikation hat komplett gefehlt.“

... die Fehler: „Wir hätten mehr sprechen müssen. Es ist ganz wichtig, dass man dieses Wir-Gefühl hat. Das war in Sachen Kommunikation zu wenig.“

... den Zeitpunkt der Niederlage: „Für solch ein Spiel, gibt es keinen richtigen Zeitpunkt. Wir haben kaum noch Spiele, aber vielleicht hilft uns der Tiefschlag.“

... eine mögliche Rückkehr von Müller, Hummels oder Boateng: „Es ist der falsche Zeitpunkt über Spieler zu sprechen, die nicht dabei sind.“

Serge Gnabry (Deutschland) nach der Partie über ...

... die Gründe der Niederlage: „Heute lief gar nix für uns. Wir haben keinen Zugriff bekommen. Spanien hat in der Höhe auch verdient gewonnen. Es helfen keine Ausreden. Wir wissen jetzt, wo wir stehen. Es gibt uns zu Denken.“

Bastian Schweinsteiger (ARD-Experte) nach der Partie über ...

... das Spiel: „Es war entsetzlich, es war ein Nackenschlag. Du kannst verlieren - aber als deutsche Nationalmannschaft nicht so. Was mich am meisten geärgert hat, war dass sich keiner gewehrt hat.“

... das Auftreten der DFB-Elf: „Vielleicht denkt der eine oder andere jetzt nach. Man muss etwas verändern, so darf man nicht auftreten.“

... eine mögliche Rückkehr von Müller, Hummels und Boateng: „Wir sind die deutsche Nationalmannschaft und wir müssen die besten Spieler beisammen haben. Der Bundestrainer hat seine Meinung dazu, ich persönlich habe eine andere. Gerade in solchen Spielen hat man gesehen, dass Spieler fehlen, die kommunizieren, die auch mal dazwischenhauen.“

... ob das Trio überhaupt noch bereit steht: „Ich weiß nicht, wie es sein könnte. Was ich weiß ist, dass einige dieser Spieler sehr gerne für die Nationalmannschaft aufgelaufen sind. Jerome Boateng und Thomas Müller haben mit dem FC Bayern das Triple geholt. Sie sind deutsche Spieler, sie haben ihre Qualität unter Beweis gestellt.“

Joachim Löw (Bundestrainer, Deutschland) vor der Partie über ...

... die Aufstellung, weil Bastian Schweinsteiger eine Viererkette forderte: „Klar, dann machen wir das so, wenn der Basti das sagt. (lacht) Nein, wir spielen mit Viererkette - es ist ein 4-3-3.“

... seine Zufriedenheit mit dem Länderspieljahr: „Viele Spiele hatten wir über das ganze Jahr jetzt nicht. Wir stehen da, wo wir stehen wollten: Wir gehen als Tabellenführer gegen Spanien ins letzte Spiel. Wir wollen siegen und die Gruppe gewinnen. Es war ein schwieriges Jahr mit vielen Unwägbarkeiten.“

... ob die Bierhoff-Aussage Druck erzeugt: „Nein. Olli Bierhoff setzt mich da nicht unter Druck, wir kennen uns schon so lange. Wir haben großes Vertrauen. Nach einem Turnier wird immer abgerechnet, das war schon immer so. Ich habe mit solch einer Aussage kein Problem.“

... den Gegner Spanien: „Wir haben zuletzt in vielen Spielen meist viel Ballbesitz gehabt, da mussten wir Lösungen finden. Heute wird es anders. Heute stellt sich die Frage, wie verteidigt man die Spanier. Wir müssen akzeptieren, dass wir heute weniger Ballbesitz haben.“

... das Corona-Chaos bei den Länderspielen: „Ich persönlich bin froh, dass die beiden Spiele stattfinden. Ich kann aber verstehen, dass man da geteilter Meinung sein kann bei der Pandemie, die uns fest im Griff haben. Wir sind seit September wirklich sehr diszipliniert - auch das Team hinter dem Team. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber eine größtmögliche. Wir sind froh, dass bei uns bislang alle Tests negativ waren.“

Bastian Schweinsteiger (ARD-Experte) in der Halbzeitpause über ...

... die Ansprache von Jürgen Klinsmann beim Debakel gegen Italien vor der WM 2006: „Die war laut. Aber vor allem der nächste Tag hat richtig wehgetan.“

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Rubriklistenbild: © Daniel Gonzales Acuna/dpa

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