Paragraphen-Wahnsinn in Stuttgart

Deutschland - Spanien: UEFA-Regelauslegung macht Löw fassungslos - Ärger um Mund-Nasen-Schutz

DFB-Abschlusstraining in Stuttgart (v.l.n.r.): Oliver Bierhoff und die Torhüter Bernd Leno und Oliver Baumann
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DFB-Abschlusstraining in Stuttgart (v.l.n.r.): Oliver Bierhoff und die Torhüter Bernd Leno und Oliver Baumann.

Mit ihrer eigentümlichen Regelauslegung sorgt die UEFA vor der Partie zwischen Deutschland und Spanien beim DFB-Team für Stirnrunzeln. Es geht um Maskenschutz und Auswechslungen.

  • Vor dem Nations-League-Duell zwischen Deutschland und Spanien sorgt die UEFA für beim DFB-Team für Unmut.
  • Ein Regelhüter ermahnt die Nationalspieler aufgrund ihrer Mund-Nasen-Bedeckungen. Es geht um das Sponsor-Logo.
  • Darüber sorgt eine weitere Kuriosität für Unmut im DFB-Tross. Es geht um die Auswechslungen.

Stuttgart - Auch in Zeiten einer Pandemie gibt es für die Bürokraten im Fußball noch genug zu tun. Vor dem Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft hatte ein eifriger Regelhüter der UEFA seinen Auftritt, indem er auf die genauen Paragraphen des Ausrüstungsreglements hinwies.

DFB-Team gegen Spanien: UEFA moniert Mund-Nasen-Schutz der Nationalspieler

Was dem Aufpasser vom europäischen Fußballverband nicht gefiel, waren die Mund-Nasen-Bedeckungen* der DFB-Nationalspieler. Die Spieler, Betreuer und Trainer der Nationalmannschaft kamen mit ihren schwarzen Masken vom Hersteller aus Herzogenaurach zur Mercedes-Benz Arena. Doch die Streifen auf den Masken deckten sich nicht mit den Bestimmungen der UEFA. Denn diese hat in 59 Artikeln haarklein definiert, welche Ausrüsterdetails, welche Farben, welche Muster zulässig sind und welche nicht. Und so mussten alle Mitglieder des Teams kurzerhand die Masken auf links ziehen, damit der Sponsor nicht mehr zu sehen war.

Ein weiterer Paragraphen-Wahnsinn der UEFA betrifft die Auswechselmöglichkeiten. In der Corona-Phase hatten nationale und internationale Verbände fünf statt drei Auswechselspieler erlaubt. Damit soll der hohen Anzahl an Spielen in kurzer Zeit Rechnung getragen werden. Die Belastung der Spieler kann so besser verteilt werden. Bundestrainer Joachim Löw (60) hätte sich diese Möglichkeit auch für das Nations-League-Spiel gegen Spanien (hier geht's zum Ticker) gewünscht. Schließlich sind einige seiner Spieler noch kaum im Trainingsbetrieb.

Länderspiel in Stuttgart: Regelauslegung der UEFA macht Jogi Löw fassungslos

Doch die tz weiß: Die UEFA hat dem DFB mitgeteilt, dass nur drei Spieler während der 90 Minuten gewechselt werden dürfen. Die Regel mit den fünf Wechseln, die zuletzt auch in den Champions-League- und Europa-League-Endrunden angewandt wurde, gilt in Stuttgart nicht.

Der Wahnsinn wird dadurch auf die Spitze getrieben, dass beim EM-Qualifikationsspiel der U21 am Donnerstag in Wiesbaden gegen Moldau (18.15 Uhr) fünf Wechsel gestattet sind. Zwei UEFA-Wettbewerbe mit zwei unterschiedlichen Regeln also, was Löw einigermaßen fassungslos macht.

Das ZDF stellt sich neu auf und setzt auf Per Mertesacker als TV-Experte. Am Rande des Länderspiels kam es dabei zu einem lustigen Seitenhieb in Richtung Vorgänger Oliver Kahn. Der FC-Bayern-Neuzugang Leroy Sané musste angeschlagen ausgewechselt werden. Doch er wird wohl gegen die Schweiz am Sonntag mit von der Partie sein.

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