Deutschland zittert sich ins Achtelfinale

Einzelkritik zur Beinahe-Blamage gegen Ungarn - fünfmal die Note Sechs für DFB-Stars

Serge Gnabry sah ebenfalls die schlechteste Note.
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Serge Gnabry sah ebenfalls die schlechteste Note.

Das letzte Gruppenspiel der EM ist Geschichte - welche deutschen Spieler konnten gegen Ungarn überzeugen? Die tz-Einzelkritik zu dem Auftritt der DFB-Stars.

München - Spiel drei ist Geschichte! Die DFB-Elf traf im letzten Gruppenspiel der EM auf Ungarn und konnte dabei gerade so ein 2:2 herausholen und zitterte sich ins Achtelfinale. Welche deutschen Spieler lieferten gute Leistungen ab, welche nicht? In der tz-Einzelkritik schauen wir ganz genau hin.

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Manuel Neuer

Viele Abschlüsse der Ungarn gingen entweder in seine Arme oder am Tor vorbei. Beim Gegentor aus kurzer Distanz schien er machtlos – an Weltklasse-Tagen hätte Neuer den Kopfball aus dem Eck gefischt. Nach der Pause wehrte er viele Standards souverän ab, beim 1:2 war er zu stürmisch beim Rauslaufen.
Note: 5

Matthias Ginter

Rabenschwarzer Tag für den Abwehrspieler. War an beiden Gegentreffern wegen seines schlechten Stellungsspiels entscheidend beteiligt.
Note: 6

Mats Hummels

Mit seiner Kopfballvorlage für den 1:1-Ausgleichstreffer von Kai Havertz sorgte er kurz für deutsche Hoffnung. Bei beiden Gegentoren sah er wie Nebenmann Ginter allerdings sehr schlecht aus, was seine Offensivpower zweitrangig erschienen ließ.
Note: 5

Antonio Rüdiger

Der Innenverteidiger musste auf der linken Abwehrseite häufig die Lücken schließen, die Robin Gosens ihm durch seine offensive Spielweise hinterließ.
Note: 5

Joshua Kimmich

Gewohnt bissig und aggressiv in seinem Spiel. Das wusste auch der Gegner und versuchte ihn bewusst mit Nickligkeiten zu reizen. Nach vier Minuten hätte er mit einem Schuss aus spitzem Winkel beinahe für die frühe Führung gesorgt. Kimmichs Problem: Ungarn nahm ihn häufig mit mehreren Spielern in die Mangel.
Note: 5

Ilkay Gündogan

Nächstes Fehlpass-Festival des Mittelfeldspielers. Wie schon zum Turnier-Auftakt gegen Frankreich kamen die Zuspiele von Gündogan zu häufig beim Gegenspieler an. Bezeichnend: In so einem wichtigen Spiel versuchte er es am gegnerischen Strafraum mit Künststückchen statt mit einem seriösen Spiel. Nach einer solchen Aktion sah Gündogan Gelb. Alles andere als clever.
Note: 6 

ab 58. Minute Leon Goretzka

Ihm war die lange Verletzungspause anzumerken. Trotzdem rettete er Fußball-Deutschland mit seinem Tor vor der nächsten Turnier-Blamage. 
Note: 2

Toni Kroos

Als erfahrener Führungsspieler war von ihm eigentlich zu erwarten, dass er in einer so wichtigen Partie das Spiel an sich reißt. Doch Kroos hatte null Tempo in der Vorwärtsbewegung und konnte dem deutschen Spiel in keinem Moment seinen Stempel aufdrücken.
Note: 6

Robin Gosens

So schnell kann‘s gehen: Gegen Portugal noch der gefeierte Held war Gosens gestern Abend von ihm im Platzregen von Fröttmaning null zu sehen. Offensiv konnte er keine Akzente setzen – und seine Defensivarbeit vernachlässigte er trotzdem. Gosens musste seinen Gegenspielern darum häufig hinterherlaufen.
Note: 6

Kai Havertz

Zumindest in der Anfangsphase wirkte Havertz noch bemüht und versuchte das körperliche Spiel, das er seit seinem Wechsel zu Chelsea in England gelernt hat, auf dem Platz einzubringen. Die nötige Durchschlagskraft fehlte ihm trotzdem, den 1:1-Ausgleich konnte er aber nicht verfehlen.
Note: 5

ab 68. Timo Werner (ohne Bewertung)

Serge Gnabry

Serge Gnabry: Der nächste unscheinbare Auftritt des Offensivspielers. Es bleibt der Eindruck bestehen, dass Gnabry auf dem Flügel doch deutlich besser aufgehoben ist als im Sturmzentrum als einzige Spitze. Wie der Rest der Offensive wirkte er auf der Suche nach seiner richtigen Position im EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw.
Note: 6

ab 68. Thomas Müller (ohne Bewertung)

Leroy Sané

Es sagt schon viel über das deutsche Offensiv-Spiel aus, wenn ausgerechnet von Sané am meisten Siegeswillen ausgeht. Der Flügelspieler, dem häufig eine gewisse Lethargie in seinem Auftreten auf und neben dem Platz nachgesagt wird, zeigte gestern immerhin Einsatzbereitschaft – sowohl in der Offensiv- als auch in der Defensivbewegung und wischte dem Gegner auch mal den Ball mit der Hand vom Fuß. Trotzdem konnte er mit seine Dribblings die ungarische Fünferkette nicht durchbrechen.
Note: 5

ab 81. Kevin Volland und Jamal Musiala (ohne Bewertung)

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