Weltmeisterliche Party

200.000 feiern WM-Triumph auf der Leopoldstraße

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Nach dem Abpfiff strömten hunderttausende Fans auf die Leopoldstraße und feierten dort den WM-Titel.

München - Ganz und gar weltmeisterlich haben die Münchner in der Nacht auf Montag den Triumph des DFB-Teams bei der WM gefeiert. Hunderttausende strömten auf die Fanmeile.

Bayern im Freudentaumel: Mit Autokorsos und Jubelfeiern haben Hunderttausende Menschen in Bayern den Weltmeister-Titel der deutschen Fußballnationalmannschaft gefeiert. Bis in die frühen Morgenstunden zogen sie durch die Straßen - weitgehend friedlich, wie die Polizei am Montagmorgen bekanntgab. Allein in München versammelten sich rund 200 000 Fußballfans zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit. Auch Anhänger der unterlegenen Argentinier feierten mit.

„Es war eine gute Stimmung“, kommentierte eine Sprecherin des Münchner Polizeipräsidiums. „Wenn man bedenkt, dass um 05.30 Uhr immer noch Leute am Feiern waren, kann man sagen: Deutschland weiß zu feiern!“ Und auch die Polizei in Straubing lobte: „Hier gebührt den Fans auch mal ein großes Kompliment für ihr überwiegend friedliches und freundschaftliches Miteinander.“

Die Münchner Leopoldstraße wurde bereits vor dem Anpfiff des Finales um 21.00 Uhr an einigen Stellen gesperrt. Bei milden Temperaturen verfolgten viele Fans das nervenaufreibende Finalspiel in Biergärten oder Straßencafés, bevor sie nach dem Schlusspfiff die mittlerweile komplett gesperrte Straße eroberten. Auch aus anderen Stadtteilen und dem Umland reisten Fußballfans in völlig überfüllten U-Bahnen an. Viele schwenkten Deutschlandfahnen und veranstalteten spontane Freudentänze. Einer der meistgehörten Rufe: „Auf die Knie, auf die Knie“.

Ebenfalls häufig gesehen, vor allem in München: DFB-Trikots mit Namen von FC-Bayern-Spielern wie Schweinsteiger, Neuer und natürlich Götze, der Deutschland mit seinem 1:0-Tor zum Titel verholfen hatte. Auch am Montag waren die Trikots heiß begehrt. Die Hemden mit dem neu errungenen vierten Weltmeister-Stern waren etwa in einem Adidas-Laden in München binnen einer Stunde ausverkauft.

Chaos im Nahverkehr blieb natürlich nicht aus.

Auch in vielen anderen Städten verliefen die Feiern weitgehend ungetrübt. 17 000 Feiernde zählte die Polizei in Nürnberg, durch Bayreuth zogen 9000 Fans, während sich in Niederbayern etwa 22 000 Zuschauer beim Public Viewing versammelten. In Augsburg zählten die Beamten etwa 20 000 Menschen auf der zentralen Maximilianstraße. „Es war eine friedliche und freudige Feier. Genauso, wie es sein soll“, sagte Bernd Waitzmann von der Polizei in Augsburg.

Ein paar Zwischenfälle gab es dennoch. So zündeten einige Fußballfans mitten Getümmel bengalische Feuer und Silvesterraketen ab, begleitet vom Jubel der Umstehenden. Aus Sicht der Polizei wegen des hohen Verletzungsrisikos allerdings gefährlich. Im niederbayerischen Abensberg etwa geriet durch einen verirrten Feuerwerkskörper der Unterboden eines Autos in Brand.

Auch Körperverletzungen wurden gemeldet. In Cham etwa fuhr ein Autofahrer über den rechten Fuß eines 26-Jährigen und machte sich einfach aus dem Staub, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Bei einem Streit zwischen zwei Männern vor einem Lokal wurden einige Zeit später der Wirt der Gaststätte und ein Polizist verletzt. In Landshut mussten die Beamten zudem den Übermut einiger Feiernder dämpfen, die auf Motorhauben oder Dächer fahrender Autos geklettert waren.

Internationale Pressestimmen zum WM-Titel

Während die einen ausgelassen feierten, wollten andere schlafen. „Zahlreiche Anrufe liefen wegen Ruhestörungen, überlauter Musik und der Hupkonzerte in den Autokorsos ein“, meldete das niederbayerische Polizeipräsidium in Straubing. Die Beschäftigten der Straßenreinigung dagegen konnten noch lange nicht an Schlaf denken. Bis zum frühen Morgen mussten sie die Hinterlassenschaften der Weltmeisterfeiern beseitigen, vor allem Scherben von Bierflaschen.

Die DFB-Auswahl hatte im Finale in Rio de Janeiro 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien gewonnen. Allein beim Public Viewing im Münchner Olympiastadion, wo Deutschland genau 40 Jahre zuvor Weltmeister wurde, hatten 33 000 Fußballfans mitgefiebert. Das Stadion war schon Stunden vor Beginn des Endspiels voll besetzt.

dpa

Wir sind Weltmeister! So feiert München den Titel

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