Erdogate, WM-Katastrophe, Özil-Rücktritt und Nations-League-Abstieg:

Vom Weltmeister zum Absteiger: Die Absturz-Stationen des DFB-Jahres

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Die WM-Katastrophe: Die finale Niederlage erlebten die DFB-Stars gegen Südkorea.

Vom Weltmeister zum Absteiger! 2018 war ein Jahr zum Vergessen für die deutsche Nationalmannschaft – so hart es auch klingt. Gegen Holland soll es am Montag wenigstens einen versöhnlichen Abschluss geben.

Heute auf Schalke findet die letzte Partie des Horror-Jahres gegen Holland statt (20.45 Uhr, ARD). Löw sagte gestern: „Jetzt müssen wir die richtigen Lehren ziehen für die Zukunft. Es läuft nicht immer so, wie man es sich wünscht. Wir waren in den letzten zehn Jahren die konstanteste Nation. Jetzt haben wir eine richtige Ohrfeige kassiert.“ Die tz blickt auf den DFB-Absturz zurück.

März: Bis zum Testspiel gegen Brasilien war Jogis persönliche Bilanz makellos: 21 Spiele lang war der Bundestrainer ungeschlagen (16 Siege, fünf Remis) – dann setzte es in Düsseldorf gegen Brasilien eine knappe 0:1-Niederlage. Wenige Tage später erkämpfte sich Deutschland ein 1:1-Remis gegen Spanien.

Das Erdogate

Mai: Es sollte einer von vielen späteren Knackpunkten beim WM-Debakel werden: Wenige Wochen vor dem Trainingslager-Start der Nationalmannschaft wurden inszenierte Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan zusammen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan veröffentlicht. Die Spieler überreichten dem Despoten handsignierte Trikots. „Der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden“, kritisierte DFB-Präsident Reinhard Grindel seine Spieler. Das Erdogate war geboren.

Ein Foto mit Folgen: Das Erdogate im Mai.

Mai/Juni: Jogi und seine Jungs befinden sich mitten im Trainingslager, am Anfang herrscht noch eitel Sonnenschein. Sogar die Bundeskanzlerin lässt sich blicken. Danach ziehen dunkle Wolken über Eppan in Südtirol auf: Nach der peinlichen 1:2 Pleite im vorletzten WM-Test gegen Österreich wirft Jogi zum Unverständnis vieler Ausnahme-Dribbler Leroy Sané aus dem WM-Kader. Beim Medientag im Mannschaftshotel versteckt der Verband Mesut Özil vor den Reportern – nur Ilkay Gündogan stellt sich erstmals einer ausgewählten Runde zum Erdogate.

Die WM-Katastrophe nimmt ihren Lauf

Juni/Juli: Die WM-Katastrophe nimmt ihren Lauf: Auftaktpleite gegen Mexiko, dem Last-Minute-Sieg dank des Freistoß-Hammers von Toni Kroos folgt die finale Niederlage gegen Südkorea – und damit das historische Erstrunden-Aus als Gruppenletzter in Russland.

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Juli: Mesut Özil tritt via Facebook und Twitter aus der Nationalmannschaft zurück – und tritt vor allem gegen Grindel nach. Özil begründet seinen Rücktritt unter anderem mit Rassismus ihm gegenüber: „Ich werde mich nicht länger als Sündenbock missbrauchen lassen dafür, dass Grindel inkompetent ist und seinen Job nicht richtig machen kann.“

August: Löw und DFB-Direktor Bierhoff präsentieren die groß angekündigte WM-Analyse. Es folgt ein respektabler Auftritt gegen Weltmeister Frankreich in der neu geschaffenen Nations League – ein wirklicher Umbruch bleibt aus.

September: Peinlich-Pleite gegen Holland! Nun erkennt Jogi, dass es einen radikalen Umbruch braucht. Er verändert im nächsten Spiel gegen Frankreich das Gesicht seines Teams deutlich.

November: Jogis junge Wilde begeistern gegen Russland. Trotzdem steigt die DFB-Truppe aus dem A-Topf der Nations League ab, weil Holland gegen Frankreich gewinnt.

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