Präsidiumssitzung des DFB am Freitag

DFB-Chaos! Präsident Fritz Keller spaltet Verband weiter

Unter Fritz Keller blieb die Revolution beim DFB aus.
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Unter Fritz Keller blieb die Revolution beim DFB aus.

Beim DFB herrscht das reine Chaos. Nicht nur die heftig kritisierten Entscheidungen um Jogi Löw hat die zerstrittene Verbandsspitze zu verantworten.

  • Der DFB entschloss sich 2019, mit dem neuen Präsidenten Fritz Keller einen neuen Weg zu gehen.
  • Doch sportlich und verbandspolitisch liegt einiges im Argen - es geht um Geld und Macht.
  • Im Fokus steht auch Kellers Vize-Präsident Rainer Koch.

Frankfurt - Beim Deutsche Fußball-Bund läuft seit einigen Jahren vieles schief, was sich nicht nur in sportlicher Hinsicht negativ auf den Verband auswirkt. Machtkämpfe innerhalb der Verbandsspitze machen eine zielführende Arbeit derzeit unmöglich, gerade jetzt müssten beim DFB zukunftsorientierte Entscheidungen getroffen werden.

Zwar sollte ursprünglich bei der Präsidiumssitzung am Freitagnachmittag die Zukunft des Bundestrainers Joachim Löw beraten werden. Informationen der Bild zufolge sickerte bereits am Montag durch, dass man angesichts der „hochqualifizierten Arbeit des Trainerstabs“ auch künftig mit Coach Jogi Löw und seinem Team zusammenarbeiten werde. In der Öffentlichkeit sorgte die Entscheidung besonders nach dem 0:6-Tiefpunkt in Spanien vielerorts für Fassungslosigkeit. Ändern wird sich diesbezüglich wohl auch nach der Sitzung am Freitag nichts.

DFB-Chaos: Krach zwischen den Verbandsfunktionären - Geldgier und Streitigkeiten

Der Kräftevergleich zwischen den Mächtigen beim DFB soll nach Informationen des Blattes ebenfalls Grund für die aktuelle Schieflage sein. Nach der Wahl von Fritz Keller zum DFB-Präsidenten Ende September 2019 sollte sich einiges ändern, der Freiburger Gastronom versprach die Revolution beim angeschlagenen Verband.

„Wer mich gewählt hat, der hat Veränderung gewählt. Mir ist wichtig, dass wir den DFB zusammen in eine erfolgreiche Zukunft führen, mit neuen Strukturen, effizient und transparent“, meinte Keller noch bei seiner Antrittsrede. Doch heute scheint der DFB zerrissener denn je zu sein. Zwar leitete Keller anfangs neue Ideen ein, wie etwa die Trennung der Kompetenzen zwischen den Wirtschaftsbetrieben des Verbandes. Wirklich umgesetzt wurde jedoch nichts davon.

Die „Veränderung“ ließ sich der DFB einiges kosten, wie Bild berichtet, soll Präsident Kellers „Ehrenamt“ mit einer Aufwandsentschädigung von knapp 250.000 Euro vergütet worden sein. DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge kassierte dem Bericht zufolge 166.800 Euro, bei Vize-Präsident Rainer Koch sollen es 144.000 Euro sein. Doch dies war den Funktionären nicht genug: Koch verlangte bessere Büro-Ausstattung sowie einen Dienstwagen, Osnabrügge soll weitere Zahlungen gefordert haben.

DFB-Durcheinander: Will Keller Kochs Wiederwahl verhindern? Strafverfahren gegen Vize droht

Gerüchten zufolge sollen interne Grabenkämpfe in der Verbandsspitze für zusätzliche Spannung sorgen. Gerüchten zufolge soll Präsident Keller eine Wiederwahl seines Vize Koch bei der UEFA verhindern wollen, da ihn dieser nicht beim Kräftemessen mit DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius bestärkt. Doch eine weitere Anstellung Kochs könnte im Falle eines Verfahrend gegen den ehemaligen Interims-Präsidenten.

Anfang Oktober wurden auch die Räumlichkeiten von Rainer Koch bei einer Razzia beim DFB durchsucht, 200 Beamte waren im Einsatz. Bei der Durchsuchung geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung, was für Keller Grund genug war, nicht beim folgenden Länderspiel gegen die Türkei aufzutauchen.

Im Oktober wurde auch der baldige Rücktritt von DFL-Chef Christian Seifert bekannt, der seinen Posten im DFB-Präsidialausschuss ebenfalls aufgab. Seifert soll als einer der geradlinigsten Funktionäre beim DFB gelten, doch er verließ das sinkende Schiff. (ajr)

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