Haben Sie diese Namen noch auf dem Zettel?

Musiala ist Nummer 113: Die schrägsten DFB-Debütanten der Ära Löw - sie versanken im Nirgendwo

Malik Fathi im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
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Malik Fathi gelang der Durchbruch in der Nationalmannschaft nicht.

Nach der EM geht Joachim Löws Ära als Bundestrainer zu Ende. 113 Akteuren verhalf er zum Länderspiel-Debüt - einige der Namen hören sich heute recht schräg an.

München - 15 Jahre Jogi, dann ist Schluss: Die Europameisterschaft 2021 wird das letzte Turnier von Bundestrainer Joachim Löw sein. Der Schwarzwälder kann auf eine erfolgreiche Ära mit dem Höhepunkt Weltmeistertitel 2014 zurückblicken.

Im WM-Quali-Spiel gegen Island gab das 18-jährige Top-Talent Jamal Musiala sein Debüt im DFB-Trikot. Er ist damit der drittjüngste Nationalspieler der Geschichte. Gleichzeitig ist er der 113. Debütant in der langen Amtszeit von Jogi Löw, der sich stets experimentierfreudig zeigte und etlichen Spielern zu ihrem Debüt mit dem Adler auf der Brust verhalf.

Mit Manuel Neuer, Toni Kroos oder Thomas Müller holte er einige spätere Weltstars in sein Team, unter den Debütanten befand sich aber auch eine beachtliche Anzahl von Fehlgriffen. Wir haben sechs Namen gesammelt, die wohl niemand mehr auf dem Zettel hat.

Malik Fathi (16.08.2006 gegen Schweden)

Der ehemalige Mainzer und Herthaner war zusammen mit Manuel Friedrich der erste Debütant unter Jogi Löw. Nach zwei Länderspielen war für den Linksverteidiger allerdings schon wieder Schluss. Auch auf Klubebene blieb ihm die große Karriere verwehrt - nach Stationen in der Türkei, beim TSV 1860 München und der dritten spanischen Liga hängte er die Fußballschuhe 2018 an den Nagel. Heute trainiert er die zweite Mannschaft von Hertha BSC.

Philipp Wollscheid (29.05.2013 gegen Ecuador)

Er galt als großes Talent in der Innenverteidigung. Nach starken Leistungen bei Bayer Leverkusen wurde Wollscheid von Jogi Löw nominiert und wechselte später nach England zu Stoke City. Es blieb letztlich bei zwei Einsätzen für die DFB-Elf, später versuchte er sich noch beim VfL Wolfsburg und beim FC Metz in Frankreich. Mit nur 30 Jahren beendete er seine Karriere und rechnete später mit dem Profifußball ab: „Das Geschäft ist einfach nur falsch“.

Tobias Weis (02.06.2009 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate)

Ihn kennen vermutlich nur noch die ganz hartgesottenen Bundesliga-Fans. Seine beste Zeit hatte der schwäbische Mittelfeldspieler bei der TSG 1899 Hoffenheim, mit der er aufstieg und in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte an der Seite von Ibisevic und Co. für Furore sorgte. Später wurde er in die berühmt-berüchtigte Hoffenheimer „Trainingsgruppe 2“ degradiert und konnte nirgends mehr richtig Fuß fassen. Seine Karriere ließ er 2019 in der fünften Liga ausklingen.

Jermaine Jones (06.02.2008 gegen Österreich)

Als beinharter Mittelfeldspieler mit einigen Skandalen machte er sich in der Bundesliga Freunde, aber auch Feinde. Unter Löw machte er immerhin drei Länderspiele, bevor er sich doch entschloss, für die USA zu spielen. Bei Schalke 04 hatte er seine erfolgreichste Zeit - danach verschlug es ihn über Umwege in die amerikanische MLS, wo er noch einige Jahre nicht unerfolgreich gegen den Ball trat. Heute betreibt er eine Spieleragentur und lebt im kalifornischen Malibu.

Jermaine Jones im Trikot der deutschen Nationalmannschaft - später machte er 67 Länderspiele für die USA.

Roman Neustädter (14.11.2012 gegen die Niederlande)

Der nächste Ex-Schalker in der Liste: Roman Neustädter lief zweimal in Testspielen für die deutsche Nationalelf auf, dann entschied er sich aber für seine zweite Heimat Russland und machte 13 Spiele für die „Sbornaja“, unter anderem auch eins gegen Deutschland. Der 33-Jährige wechselte vor anderthalb Jahren von Fenerbahce Istanbul nach Russland zu Dinamo Moskau.

Nicolai Müller (29.05.2013 gegen Ecuador)

Der kleine, wendige Stürmer zeigte vor allem bei Mainz 05 sein Potenzial und durfte sich 2013 über einen Anruf von Jogi Löw freuen. In der Folge wurde er aber von einem Kreuzbandriss zurückgeworfen und konnte nie wieder an seine Top-Leistungen anknüpfen. 2019 holte ihn Markus Babbel zu sich auf die andere Hälfte des Erdballs - zu den Western Sydney Wanderers. Ob sich Jogi nochmal ein Spiel der australischen A-League anschaut, darf man bezweifeln. (epp)

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