Bundestrainer muss sichentscheiden

Eine Position, fünf Kandidaten: Flicks Luxus-Baustelle beim DFB

Bundestrainer Hansi Flick hatte sich die Rückreise sicher anders vorgestellt.
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Wen lässt Bundestrainer Hansi Flick gegen Nordmazedonien ran?

Deutschland spielt am Montag gegen Nordmazedonien. Wen lässt Bundestrainer Hansi Flick im WM-Quali-Spiel auf der Zehn wirbeln? Die Auswahl ist groß.

München - In ihren Vereinen sind sie unangefochtene Stammspieler, bei der Nationalmannschaft duellieren sie sich um einen Platz in der Startelf. Die Rede ist von Ur-Bayer Thomas Müller, 32, und Dortmund-Kapitän Marco Reus, 32. Bundestrainer Hansi Flick hat die Qual der Wahl, welchem DFB-Oldie er auf der Zehner-Position das Vertrauen schenkt.

Beim 2:1-Sieg am Freitag gegen Rumänien erhielt Reus den Vorzug, im WM-Qualifikationsspiel in Skopje gegen Nordmazedonien (Montag, 20.45 Uhr, RTL) spricht vieles für Müller. Immerhin sorgte der Münchner nach seiner Einwechslung in Hamburg für den Siegtreffer, ein Platz in der Startelf wäre der verdiente Lohn – auch wenn Reus den 1:1-Ausgleichstreffer von Serge Gnabry vorbereitete.

Zehner-Zweikampf der DFB-Oldies Müller und Reus: Flick hat die Qual der Wahl

„Dadurch, dass ich beim ersten Lehrgang unter Hansi Flick nicht mitspielen konnte, war das ein zuckersüßes Kurz-Comeback“, resümierte der Torschütze unmittelbar nach der Partie. Teamkollege Gnabry ergänzte süffisant: „Einfach nur reinschieben, das kann er.“

Dabei ist Müller für den Bundestrainer viel mehr als ein „Reinschieber“. Schon zu Bayern-Zeiten war er für Flick der verlängerte Arm auf dem Platz – auch, weil Kapitän Manuel Neuer als Torwart in seiner Kommunikation mit den Mitspielern eingeschränkt ist. Kein Wunder, dass die Beziehung zwischen Flick und Müller, die vergangenes Jahr gemeinsam das Triple gewannen, eine besondere ist. Doch von Reus schwärmt der Bundestrainer ebenfalls regelmäßig in höchsten Tönen. Er schätzt die fußballerische Qualität des Dortmunders, der mit scharfen Pässen die von Flick geforderte Tiefe ins deutsche Spiel bringt.

Konkret auf das Zehner-Duell im Hinblick auf die Partie in Nordmazedonien angesprochen, blieb Flick in seiner Aussage am Sonntag vage: „Wir wissen, dass sowohl Thomas Müller und Marco Reus wichtige Spieler für uns sein können. Wie das aussehen wird, werden wir sehen. Da haben wir noch ein bisschen Zeit.“

Mit Havertz, Musiala und Wirtz lauern drei hochveranlagte Talente

Was in der Startelf-Diskussion um Müller und Reus zu kurz kommt: Mit Kai Havertz, 22, Jamal Musiala, 18, und Florian Wirtz, 18, lauern drei hochveranlagte Talente auf ihre Zehner-Chancen. „Wir sind im Trainerteam froh, dass wir auf dieser Position so viel Qualität haben“, sagt Flick. Er glaubt nicht, dass es zum Problem werden könnte, dass das Oldie-Duo auf den Startplätzen hockt: „Wenn man die Spieler sieht, ist es schon so, dass sie auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Von da her mache ich mir im Moment keine Gedanken.“

Wenn es nach Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus geht, kommt bei der Personalentscheidung für die Zehner-Position nur Müller in Frage: „Thomas ist einer, der immer alles gibt, der die Mannschaft mitreißt und organisiert auf dem Platz. Der Tore schießt und Vorlagen gibt. Eigentlich ist er nicht wegzudenken. Nicht in der Form, in der er sich seit Jahren präsentiert.“ Die Frage ist nur, ob der Bundestrainer das genau so sieht. (bok)

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