Wer wird Nachfolger von Fritz Keller?

Rummenigge verrät, was der neue DFB-Boss können muss - „Diese beiden Faktoren sind wichtig“

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„Sie brauchen einen Präsidenten, der wieder in dieses offizielle Geschäft des DFB Ruhe reinbringt“, so Rummenigge.

Am Rande der Award-Verleihung des Deutschen Fußball Botschafters e.V. sprach Ex-Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge über die Suche nach dem neuen DFB-Präsidenten.

Hamburg - Ab Freitag kommen die Präsidenten der 21 Landesverbände in Hamburg für drei Tage zusammen, um sich auf den DFB-Bundestag am 11. März in Frankfurt vorzubereiten. Dort wird unter anderem der neue Verbandspräsident gewählt, der die Nachfolge von Fritz Keller (64) antritt. Und in Hamburg wird schon mal vorsondiert. Aktuell wird der Verband - mal wieder - interimsmäßig von der zerstrittenen Doppelspitze Rainer Koch (62) und Peter Peters (59) geführt.

Fakt ist: Das ehemalige Schalker Vorstandsmitglied würde den Posten des DFB-Präsidenten in Zukunft gerne vollumfänglich ausführen. Im Hintergrund macht Peters bei den Landesverbänden darum schon ordentlich Werbung für seine Person. Problem: Koch als mächtiger Präsident des Bayerischen Fußballverbands hat darauf keine Lust - und daher zeichnet sich ein Gegenkandidat aus dem Amateur-Lager ab: Bernd Neuendorf (60), Präsident des Mittelrhein-Verbandes. Vorausgesetzt, die DFB-Statuten werden so angepasst, dass es für einen möglichen Präsidenten Neuendorf nicht mehr zu einem selbstzerstörerischen Machtkampf wie einst zwischen Keller und Ex-Generalsekretär Friedrich Curtius (45) kommt.

DFB: Bernd Neuendorf genießt unter den Landesfürsten einen hervorragenden Ruf

Auch Neuerungen mit Blick auf den mächtigen Präsidialausschuss muss es wohl geben, da sich die Kontrahenten zuletzt vor allem in diesem Gremium heftige Auseinandersetzungen geliefert haben. Konkret soll der neue Präsident ein Vorschlagsrecht erhalten, was die Mitarbeiter im Präsidial-Büro und die Besetzung des Generalsekretärs-Posten betrifft.

Fritz Keller, ehemaliger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Vielleicht kommt nächstes Jahr Neuendorf in diesen Genuss. Er genießt unter den Landesfürsten einen hervorragenden Ruf, im Profi-Lager ist er jedoch ein unbeschriebenes Blatt. Das zeigen auch die jüngsten Aussagen von Oliver Bierhoff. Auf Neuendorf angesprochen, sagte der Direktor Nationalmannschaft und Akademie: „Ich kenne den Kandidaten nicht und kann mich nicht dazu äußern. Die Landesverbände sind in der Findung.“ Laut Bierhoff sei es ganz wichtig, dass man sich Gedanken mache, welche Vision der DFB in Zukunft ausüben wolle: „Der DFB ist vielfältig. Wer ist der DFB? Unsere 26 000 Vereine, die Nationalmannschaft, die DFL, die Mitarbeiter. Auch wenn wir viel Bashing erlebt haben in letzter Zeit, können wir in vielen Dingen sehr stolz sein. Antworten allein werden nicht gefunden, indem man einen Kandidaten aus dem Hut zaubert.“

DFB: Ex-Bayern-Boss Rummenigge verrät, was ein DFB-Präsident mitbringen muss

Was für den krisengebeutelten Verband am wichtigsten wäre: Ruhe! Das sieht auch Ex-FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge so, wie er im Gespräch mit der tz betont: „Ich halte mich da komplett raus. Ich wünsche ihnen, dass sie eine gute Lösung finden. Hansi Flick hat sportlich wieder Ruhe reingebracht. Sie brauchen einen Präsidenten, der wieder in dieses offizielle Geschäft des DFB Ruhe reinbringt. Einer, der akzeptiert wird von den Profis als auch von den Amateurverbänden. Diese beiden Faktoren sind wichtig: sportlicher Erfolg und Ruhe an der Front, was die Politik beim DFB betrifft.“

Doch nun geht es in Hamburg erst einmal darum, einen geeigneten Kandidaten für das Präsidentenamt auszuwählen - der von allen Seiten genug Vertrauen spürt. Bis zum 11. Februar können noch Kandidaten vorgeschlagen werden.

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