Leistungsprinzip wird eingefordert

DFB-Comeback? Bayern-Star mit offensiven Worten in Richtung Löw - „Freifahrtschein für junge Spieler gestrichen“

Thomas Müller (l.) und Jerome Boateng sind beim DFB nicht mehr gefragt.
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Thomas Müller (l.) und Jerome Boateng sind beim DFB nicht mehr gefragt.

Ein Weltmeister spielt in der deutschen Nationalmannschaft keine Rolle mehr. Einer Rückkehr steht Jerome Boateng aber offen gegenüber.

  • Jerome Boateng wird seit zwei Jahren nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft berücksichtigt.
  • Nach starken Leistungen beim FC Bayern kann sich Boateng eine Rückkehr vorstellen.
  • Der Weltmeister von 2014 kritisiert die Entwicklung beim DFB und fordert das Leistungsprinzip ein.

München - Jerome Boateng wurde in der deutschen Nationalmannschaft von Bundestrainer Jogi Löw ausgemustert. Kommt es dennoch zum überraschenden Comeback? Boateng wäre nicht abgeneigt.

„Solche Geschichten schreibt der Fußball, das Leben“, philosophierte Jerome Boateng am Mittwoch kurz vor Mitternacht im Sportschau-Club. Der Bayern-Spieler sprach über seine rasche Verwandlung vom Wechselkandidaten und Buhmann hin zum absoluten Leistungsträger und Liebling von Trainer Hansi Flick. Mittlerweile kann sich der 32-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, einen Verbleib in München vorstellen. Trotzdem erhebt er mehrere Vorwürfe in Richtung Vereinsführung. Auch eine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft schließt Boateng nicht aus.

DFB-Comeback: Boateng ist bereit und steht „in gutem Kontakt mit Herrn Löw“

„Wenn ich gefragt werde, bin ich absolut offen dafür. Für Deutschland zu spielen war immer das Größte und eine absolute Ehre für mich, davon träumt man als Kind“, sagte Boateng, den Jogi Löw im März 2019 wie Thomas Müller und Mats Hummels aussortiert hatte. Seither hatte der Bundestrainer immer wieder betont, den Weg der Verjüngung seiner Auswahl weitergehen zu wollen. Das sei „absolut legitim, es ist nichts negatives hängengeblieben“, meinte Boateng, den aber die „Art und Weise“ von Löws Entscheidung störte. „Ich stehe in gutem Kontakt mit Herrn Löw, ab und zu tauschen wir uns aus.“

Auch deshalb führte er aus: „Ich bin nicht so, dass ich damit rechne und sage: Oh, ich muss zurück in die Nationalmannschaft. Ich weiß, was ich kann und um meine Qualität und bin da ganz ruhig und entspannt.“ Das bislang letzte seiner 76 Länderspiele (ein Tor) bestritt er beim 0:3 in der Nations League im Oktober 2018 in Amsterdam gegen die Niederlande.

DFB: Boateng kritisiert Entwicklung der Nationalmannschaft

Boateng bezeichnete die jüngste Entwicklung der DFB-Elf als „wechselhaft und nicht so gut.“ Er habe den Eindruck, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Mannschaft und die Identifikation der Fans verloren gegangen ist. Boateng fordert Verbesserungen der handelnden Personen, nimmt aber vor allem die Mannschaft in die Pflicht.

„Die Zeit für Experimente ist jetzt vorbei, der Freifahrtschein für die jungen Spieler gestrichen“, so Boateng. Das Leistungsprinzip müsse in Zukunft wieder Vorrang haben. Boateng jedenfalls liefert Woche für Woche beim FC Bayern ab, ob das auch der Bundestrainer anerkennt, wird sich zeigen. (ck)

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