Drei Wochen nach Klatsche in Spanien

Kommentar zur Pressrunde mit Löw: Jogi muss jetzt liefern

Das historische Debakel in Spanien liegt drei Wochen zurück. Nun stellt sich Joachim Löw erstmals wieder der Öffentlichkeit. Es wird sein wichtigsten Auftritt. Ein Kommentar von tz-Sportredakteur Manuel Bonke.

München - Nach dem desaströsen WM-Vorrundenaus 2018 dauerte es fast zwei Monate, ehe der Bundestrainer seine Analyse der Öffentlichkeit präsentierte. Mit knallharter Selbstkritik („Da war ich fast arrogant“) und schonungsloser Ehrlichkeit („Ich habe unser Spiel nicht den Rahmenbedingungen angepasst“) schaffte es Joachim Löw damals, eine Aufbruchstimmung zu verbreiten. Fußball-Deutschland tat das verfrühte Ausscheiden als Ausrutscher ab und vertraute weiterhin in die Arbeit des Bundestrainers.

An diesem Montag will Löw nun das historische 0:6-Debakel gegen Spanien analysieren. Knapp drei Wochen musste die Öffentlichkeit darauf warten. DFB-Direktor Oliver Bierhoff verspricht einen energiegeladenen Bundestrainer mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Das sei Löw auch geraten, seine Auftritte im Jahr 2020 waren allesamt apathisch statt emotional - egal ob auf Pressekonferenzen oder der Trainerbank.

Kommentar zur Presserunde mit Löw: Der wichtigste Auftritt seiner Bundestrainer-Karriere

Für Jogi steht diese Woche der wichtigste Auftritt seiner Bundestrainer-Karriere an. Unzählige Fans und Experten haben sich in den vergangenen Monaten von Löw abgewandt, weil sie in ihm kein Feuer mehr lodern sehen. Nun liegt es am Bundestrainer, seine Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen. Schafft er das, kann er bis zur EM in Ruhe arbeiten. Schafft er das nicht, wird weiter Unruhe rund um die Nationalmannschaft herrschen und die Turnier-Vorbereitung negativ beeinflussen.

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