„DFB-intern eine gute Lösung“

DFB sucht neuen Bundestrainer: Bierhoff-Aussagen machen stutzig! Ist ER plötzlich Top-Favorit?

DFB-Direktor Oliver Bierhoff ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Bundestrainer Jogi Löw. Es scheint einen neuen Top-Favoriten für den Posten zu geben.

Düsseldorf - Oliver Bierhoff muss die wohl wichtigste Frage in Fußball-Deutschland lösen. Der DFB-Direktor wurde damit beauftragt, einen geeigneten Nachfolger für den im Sommer scheidenden Bundestrainer Jogi Löw zu finden. DFB-Präsident Fritz Keller höchstpersönlich legte die Suche in die Hände von Bierhoff.

Der Europameister von 1996 wollte sich zum aktuellen Stand der Nachfolgeregelung von Löw eigentlich nicht äußern. Vier Tage vor dem Start der deutschen Nationalmannschaft in die WM-Qualifikation gab er aber trotzdem eine vielsagende Antwort.  „Ich habe wirklich keine Eile“, sagte der DFB-Direktor über die Suche nach einem Erben für Bundestrainer Löw, „weil wir DFB-intern eine gute Lösung haben.“ Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall? Das, betonte Bierhoff, sei doch „immer“ das Ziel des Verbandes.

DFB: Bierhoff sucht Löw-Nachfolger - Stefan Kuntz plötzlich Top-Favorit

Wer könnte von den DFB-Trainern in Frage kommen? U21-Trainer Stefan Kuntz wäre diese logische interne Lösung, möglicherweise mit Löws aktuellem Assistenten Marcus Sorg. Und Kuntz, der am Mittwoch mit seinem Team am Mittwoch in die U21-Europameisterschaft startet, scheint nicht abgeneigt zu sein. Es mache ihn „stolz“, dass er „für einen der wichtigsten Trainer-Posten in Deutschland gehandelt werde“, sagte Kuntz der Bild. „Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir das alles egal ist“, so der 58-Jährige. Jetzt wolle er sich aber erst einmal auf das Turnier mit seinen Jungs konzentrieren.

Die Beförderung eines eigenen Mannes zum Chef hat beim DFB schließlich gute Tradition: Das war unter anderem bei den späteren Weltmeister-Trainern Sepp Herberger und Helmut Schön, Europameister-Coach Berti Vogts, der als Assistent von Franz Beckenbauer 1990 Weltmeister wurde, oder auch bei Löw der Fall. „Dass wir seine Arbeit positiv bewerten, haben wir dadurch schon gezeigt, dass wir seinen Vertrag verlängert haben. Die Wertschätzung für ihn im Verband ist sehr hoch“, sagte Bierhoff über Kuntz. Auch Sorg steht bei ihm hoch im Kurs.

DFB: Interne Variante lässt Bierhoff „ein bisschen ruhiger sein“

„Wir schauen uns den Markt weiter in Ruhe an und gucken, was passiert - und entscheiden dann, wenn die Notwendigkeit wirklich da ist“, betonte Bierhoff. Womöglich fällt eine Entscheidung erst nach der EM im Sommer, wenn Löw nicht mehr im Amt ist. Erst im September geht es dann mit der WM-Quali weiter.

Der DFB hat betont, keine Gespräche mit vertraglich gebundenen Trainern aufzunehmen. Die Kandidaten Hansi Flick vom FC Bayern und Jürgen Klopp vom FC Liverpool stehen noch mehrere Jahre bei ihren Vereinen unter Vertrag. In den kommenden Monaten ändert sich das aber womöglich, bis dahin könnte Bierhoff auch eine Zusammenarbeit mit dem vereinslosen Ralf Rangnick ausgelotet haben.

Die interne Variante lasse ihn dabei „ein bisschen ruhiger sein“, meinte er. Es sei „natürlich auch unser Ziel, gute Trainer aufzubauen“, ergänzte Bierhoff. Das gelte für die Bundesliga oder die Nationalmannschaft. Noch in dieser Woche will er in Düsseldorf weitere Gespräche mit der DFB-Delegation um Präsident Fritz Keller führen. „Zeit ohne Ende haben wir nicht, aber wir haben keinen Zeitdruck“, sagte Bierhoff. (ck/sid)

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