3:3-Unentschieden in Köln

Nach Schweiz-Remis: Ex-Nationalspieler verbünden sich gegen Bundestrainer Löw

Bundestrainer: Joachim Löw.
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Bundestrainer: Joachim Löw.

Deutschland kommt in der Nations League nicht über ein 3:3 gegen die Schweiz hinaus. Die Forderungen nach einem neuen Bundestrainer werden lauter.

  • In der Nations League musste Deutschland gegen die Schweiz ran.
  • Das Spiel endete 3:3, die DFB-Elf zeigte einmal mehr Schwächen.
  • Olaf Thon fordert den Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw.

Update vom 14. Oktober, 16.50 Uhr: Nach dem 3:3 im Heimspiel gegen die Schweiz ist Jogi Löw erneut unter Beschuss. Erst forderte 1990er-Weltmeister Olaf Thon, nach dem nächsten Turnier müsse „ein neuer Bundestrainer her“, nun springen ihm weitere Ex-Nationalspieler zur Seite und kritisieren auch die Kadernominierungen des Weltmeister-Trainers von 2014.

DFB-Team: Bundestrainer Löw in der Kritik - Ex-Nationalspieler fordern ausgebootete Akteure

Bei einer Aufzeichnung von Sky Sport News schlug sich der TV-Experte und 57-fache Nationalspieler Dietmar Hamann klar auf die Seite eines nach der WM 2018 ausgebooteten Verteidigers. „Für mich gibt‘s da einen Spieler, den man zurückholen sollte - und das ist Mats Hummels“, so Hamann, der den Dortmunder als „absoluten Leader“ bezeichnete. Hamann habe „ab und zu das Gefühl, hinten sind sie etwas hilflos, und da würde mit Sicherheit Hummels etwas Ruhe reinbringen“, so der Sky-Fachmann.

Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus pflichtete Hamann bei und meinte, dass Hummels „mit seiner Routine und seiner Persönlichkeit“ der Mannschaft helfen könne. Hummels habe „eine andere Spieleröffnung, die der Mannschaft gut tut“. Auch das Thema Thomas Müller wurde erneut angeschnitten, Matthäus‘ Meinung dazu ist klar. „Die Besten sollen spielen“, so der Standpunkt des 59-Jährigen. Müller sei nicht nur ein „guter Teamspieler“, sondern habe außerdem auch einen Einfluss auf seine Mitspieler und sei „perfekt für das frühe Pressing“.

DFB-Team: Jogi Löw unter Beschuss - Weltmeister von 1990 mit heftiger Forderung

Update vom 14. Oktober, 12.05 Uhr: Bundestrainer Joachim Löw hat in den letzten Jahren einiges von seinem Kredit als Weltmeister-Trainer verspielt. Die Rufe nach seinem Rücktritt waren immer da, wenn auch meist nur verhalten. So laut wie jetzt waren sie noch nie.

Olaf Thon schickt sich mit neuen Aussagen zum Anführer der Löw-Kritik an. In seiner Kicker-Kolumne fordert er den Rücktritt des Bundestrainers. „Nach dem nächsten Turnier, nach der Europameisterschaft im kommenden Jahr, muss Jogi Löw seinen Posten räumen. Es muss ein neuer Bundestrainer her“, schreibt der Weltmeister von 1990.

DFB-Team: Thon fordert Rücktritt von Löw - Bundestrainer reagiert prompt

Natürlich war in der nun 14-jährigen Amtszeit Löws nicht alles schlecht - sondern das meiste gut. Auch Thon lobte die „exzellente Arbeit“ des Bundestrainers. „Nach der Enttäuschung 2018 hätte er aber Platz machen müssen“, meint er. Außerdem forderte er explizit einen von Löw ausgebooteten Bayern-Star zurück: Thomas Müller. „Für mich ist es ein Fehler, einen so wichtigen und vielseitigen Spieler aus fragwürdigen Gründen nicht mehr zu nominieren.“

Thon kritisierte auch weitere Entscheidungen des 60-Jährigen: „Viele personelle Entscheidungen sind unverständlich“. Es fehle eine Mannschaft mit Sieger-Gen und dem „unbedingten Willen“. Löw selbst ging mit der Kritik um, wie eben Jogi Löw mit Kritik umgeht. „Es ist mir egal, was Olaf Thon sagt. Mir ist völlig egal, wer was wie sagt. Die Dinge, die ich mache, mache ich aus voller Überzeugung“, so der Bundestrainer gelassen.

DFB-Team spielt nur unentschieden gegen die Schweiz - Löw: „Es war brutal intensiv“

Update vom 14. Oktober, 7.55 Uhr: Deutschland und die Schweiz trennen sich mit 3:3. Es war ein Torspektakel am Dienstagabend in Köln. Die Defensive des DFB zeigte sich einmal mehr völlig desorientiert, wurde von den Eidgenossen teilweise auseinander genommen. Die deutsche Nationalmannschaft, allen voran Bundestrainer Joachim Löw, steht einmal mehr unter Beschuss. Der Coach bleibt aber ganz gelassen - und ruft trotz der neuerlichen Beinahe-Blamage ein mutiges Ziel aus. Die Stimmen zum Spiel in der Zusammenfassung:

Joachim Löw (Bundestrainer) über ...

... das Spiel: „Es war brutal intensiv. Beide Mannschaften haben den permanenten Weg nach vorne gesucht und früh attackiert. Es war ein offener Schlagabtausch. Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, aber es war eine gute Moral zu sehen. Das war positiv.“

... die Defensive: „Hinten haben wir natürlich den einen oder anderen Fehler gemacht. Wir haben bewusst viel riskiert und überall Mann gegen Mann gespielt. Das war natürlich auch Risiko. Wir waren defensiv nicht immer gut geordnet. Da müssen wir schauen, dass wir in der Kommunikation besser werden. Das betrifft nicht nur die Abwehr. Im Verbund können wir gut verteidigen.“

... die vielen Gegentore: „Natürlich sehen wir auch die Fehler, das müssen wir beheben. Es waren andere Fehler als in der Ukraine. In der Ukraine haben wir insgesamt besser verteidigt. Da standen wir stabiler. Die Fehler werden wir wieder ansprechen. Das ist ein Prozess, den wir gehen. Das Spiel bringt einige Erkenntnisse.“

... das Positive: „Das war ein Schritt nach vorne, was Einsatz, Moral und Kampfgeist betrifft. In jeder Situation hat man gemerkt, dass wir nicht verlieren wollen. Es war ein richtiges Aufbäumen der Mannschaft. Die Mannschaft wollte unbedingt zurückkommen.“

... Niklas Süle: „Bei Niklas Süle müssen wir nach seinem Kreuzbandriss vorsichtig sein. Normal ist er ein Spieler, der immer gesetzt war. Wenn er gesund ist, ist er ein sehr wichtiger Spieler.“

... die Bilanz der vergangenen Tage: „Es war eine kurze Vorbereitung. Es gab viele Gespräche, aber nur wenige Einheiten. Man spürt, dass die Mannschaft unbedingt Fortschritte machen will. Die Zeit zusammen tat uns gut.“

... Kai Havertz: „Er hat ein gutes Spiel gemacht. Man hat seine Fähigkeiten am Ball gesehen. Er war immer anspielbar und hat die Bälle gut verteilt. Auch das Tor war schön.“

... Kritik: „Die Kritik kann inspirierend sein. Für mich ist es aber wichtig, was wir intern besprechen. Wenn ich auf alles hören würde, hätte ich keine Zeit mehr für die Arbeit mit der Mannschaft. Jeder kann Kritik äußern, das stört mich in dem Maße nicht.“

... das Ziel bei der EM: „Wir haben noch ein paar Spiele, das alles Entscheidende ist dann die unmittelbare Vorbereitung. Natürlich ist das EM-Halbfinale das Minimalziel. Diese Mannschaft hat wirklich Potenzial. Wenn wir ein paar Dinge korrigieren, können wir uns darauf freuen.“

Kai Havertz (Nationalspieler Deutschland) über ...

... das 3:3: „Wir sind nach vielen Rückschlägen immer zurückgekommen, haben eine gute Moral bewiesen. Wir befinden uns noch immer in einem Prozess, haben eine junge Mannschaft. Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen.“

Joshua Kimmich (Nationalspieler Deutschland) über ...

... das Spiel: „Man hat schon gemerkt, dass wir uns heute was vorgenommen haben. Wir wollten dynamisch offensiv spielen, dann kommt so ein ekliges Gegentor, ich fand überhaupt alle Tore etwas kurios. Das müssen wir besser verteidigen.

... die Entwicklung: „Das war heute insgesamt ein anderer Auftritt als gegen die Ukraine. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen unsere Qualität noch besser auf den Platz bringen.“

Manuel Neuer (Kapitän Deutschland) über ...

... die Partie: „Natürlich ist es nicht schön, wenn es 3:3 ausgeht. Wir hätten gerne gewonnen, haben aber zu viele Gegentore kassiert. Wir haben uns aber im Laufe des Spiels gefangen und haben zum Ende hin besseren Fußball gespielt. Grundsätzlich hat man heute gute Sachen gesehen. Wir geben uns nicht auf und schauen nach vorne.“

Toni Kroos (Nationalspieler Deutschland) über ...

... die Gegentore: „Beim ersten und dritten Tor haben wir schon sehr mitgeholfen. Wir haben nicht gut angefangen, danach haben wir aber ein gutes Spiel gemacht. Klar: Wenn es drei Gegentore gibt, ist es defensiv nicht gut.“

... das Unentschieden: „Am Ende sind wir mit dem Punkt nicht zufrieden. Wir haben den Anspruch, solche Spiele zu gewinnen.“

Yann Sommer (Nationalspieler Schweiz) über ...

... die dreifache Führung: „Wenn Du dreimal führst, musst Du gewinnen. Wir haben Deutschland zu Fehlern gezwungen, haben uns aber durch eigene Fehler aus dem Gleichgewicht gebracht. Das war zu wenig.“

Update vom 13. Oktober 2020, 16.15 Uhr: Nach dem 2:1-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Ukraine, steht am Dienstagabend das nächste Nations-League-Spiel gegen die Schweiz an. So könnte die Mannschaft von Jogi Löw in Köln von Beginn an auflaufen:

Deutschland: Neuer - Ginter, Süle, Rüdiger - Klostermann, Kimmich, Kroos, Halstenberg - Goretzka - Gnabry, Werner

Nations League: Wo läuft Deutschland - Schweiz live im Free-TV und Live-Stream?

Köln - Die Zeiten beim DFB stehen auf Wandel - das allerdings schon seit geraumer Zeit. Seit dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase der WM 2018 wurde ein Generationswechsel eingeleitet, unter anderem mit Jungstars wie Leroy Sané.

Dafür mussten Leistungsträger wie Thomas Müller weichen. Nur der Trainer, unter dessen Ägide all das geschah, der blieb. Kein Wunder also, dass Joachim Löw unter Druck steht.

Deutschland - Schweiz: Bundestrainer Jogi Löw steht in der Kritik

Der Nationaltrainer muss viel Kritik über sich ergehen lassen. Nach den Unentschieden gegen Spanien und die Schweiz, dem hart umkämpften 3:3 gegen die Türkei und dem zähen 2:1 gegen die Ukraine ist diese Kritik nicht gerade leiser geworden.

Daher steht Jogi Löw gegen die Schweiz unter Zugzwang. Es müssen Punkte her, am besten drei natürlich. Bisher fehlen allerdings überzeugende Auftritte der Nationalelf. Zwar stechen immer wieder Einzelspieler hervor, „die Mannschaft“ funktioniert bisher aber nur ansatzweise als Team.

Deutschland - Schweiz: Im Hinspiel gab es ein Remis

Auf der anderen Seite hat die Schweiz mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Auch hier läuft momentan nicht wirklich viel rund. Aus den ersten drei Nations-League-Partien reichte es gerade mal für einen Punkt - den aus dem Hinspiel gegen Deutschland.

Damals erwies sich die „Nati“ übrigens als ebenbürtiger Gegner für das DFB-Team. Die Aufgabe am Dienstagabend wird also alles andere als leicht - insbesondere für Löw.

Anpfiff der Begegnung zwischen Deutschland und der Schweiz ist am Dienstag, 13. Oktober 2020, um 20.45 Uhr im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Wir verraten Ihnen, wo und wie Sie das Match live im Free-TV und im Live-Stream verfolgen können.

Deutschland - Schweiz: Nations League heute live im Free-TV

Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden gewöhnlich von den Öffentlich-Rechtlichen übertragen. So auch Deutschland - Schweiz: hier zeichnet die ARD verantwortlich. Daher ist das Spiel für jedermann im Free-TV zugänglich.

Die TV-Übertragung beginnt am Dienstag um 20.15 Uhr mit Moderatorin Jessy Wellmer und Experte und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Kommentiert wird die Partie von Tom Bartels.

Deutschland - Schweiz: Nations League heute im kostenlosen Live-Stream

Selbst wer keinen Fernseher besitzt, kann die Partie im Live-Stream mitverfolgen. Auf der Website der ARD-Sportschau oder auf daserste.de gibt es einen kostenlosen Stream.

Deutschland - Schweiz: Nations League heute im Live-Ticker auf tz.de

Eine Alternative zur Live-Übertragung im TV oder im Live-Stream ist der Live-Ticker von tz.de. Damit verpassen Sie ebenfalls keine Entwicklung und bleiben vor, während und nach dem Spiel Deutschland gegen Schweiz immer auf dem Laufenden.

Deutschland - Schweiz: Die Nations-League-Übertragung im Überblick

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