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Flick bringt Nationalmannschaft auf Trab – und verteilt Hausaufgaben

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Deutschlands Jamal Musiala, Bundestrainer Hansi Flick und Leroy Sane beim Training.
Bundestrainer Hansi Flick hat einen klaren Trainingsplan für seine Spieler. © Marcus Brandt/dpa

Bundestrainer Hansi Flick nimmt die DFB-Stars das ganze Jahr über in die Pflicht. Die Nationalspieler müssen ein Spezialprogramm absolvieren.

München – Die Schulzeit ist für die Nationalspieler zwar schon vorbei. Hausaufgaben müssen die Stars aber trotzdem noch machen! Mit einem bislang einmaligen Spezialprogramm will Hansi Flick (56) die DFB-Mannschaft fit machen für den Angriff auf den WM-Titel 2022 im Dezember in Katar. Los geht’s damit im Januar.

„Uns ist es wichtig, dass die Spieler, auch wenn wir nicht zusammen bei der Nationalmannschaft sind, daran arbeiten, was wir ihnen individuell vorgegeben haben. Etwa am taktischen Verständnis oder am Thema Standardsituationen“, erklärte Flick im Interview mit der FAZ. „Das läuft auch über Gruppencoaching, mal online, aber auch mal so, dass die Spieler das nach Absprache mit den Vereinstrainern vor Ort in ihren Klubs umsetzen.“

Nationalmannschaft: Drei Gruppen unter den DFB-Stars mit individuellem Training

Zwischen den Lehrgängen werde das Team dazu in drei Gruppen eingeteilt: Abwehr, das Zentrum mit defensivem Mittelfeld und Zehner sowie Sturm mit Flügelstürmern und Neuner. Diese werden von Flick sowie seinen Co-Trainern Marcus Sorg (55) und Danny Röhl (32) begleitet.

„Wir werden rotieren, sodass jeder von uns mal mit jedem Spieler gearbeitet hat“, betonte der Bundestrainer. Es könne auch vorkommen, dass der neue Standard-Coach Mads Buttgereit (36) „dem einen oder anderen ein paar Hausaufgaben gibt“. Im Fokus stehen die Außenverteidiger und Neuner.

Probleme mit den Vereinstrainern erwartet der frühere Erfolgscoach des FC Bayern wegen des Projekts nicht. „Wenn ich die ersten Monate resümiere, dann hat sich gezeigt, dass die Vereinstrainer und wir DFB-Trainer grundsätzlich gleich ticken und die Spieler ähnlich bewerten“, meinte Flick. Für die Spieler sei es wichtig zu wissen, „dass sich ihr Vereinstrainer mit den Trainern der Nationalmannschaft austauscht“.

DFB: Bundestrainer Flick hofft auf Professionalisierung der Nationalmannschaft

Der DFB-Coach verspricht sich von der Maßnahme eine weitere Professionalisierung. „Es ist elementar, dass wir für die wichtigste Mannschaft des Landes in allen Details und Bereichen optimale Voraussetzungen schaffen“, sagte er: „Von Bayern München kenne ich das nicht anders.“ Das Spezialprogramm soll den potenziellen WM-Fahrern eines verdeutlichen: „Nationalmannschaft ist immer, das ganze Jahr, nicht nur die 14 Tage, die man bei einzelnen Maßnahmen zusammen ist oder während der Turniere.“

In der Bundesliga-Pause vom 24. Januar bis 3. Februar 2022 verzichtet Flick auf einen Lehrgang mit seinen WM-Kandidaten. Der Grund: „Für viele Spieler, die international spielen, war die Belastung sehr hoch. Deswegen glaube ich auch, tut dem einen oder anderen, weil die Winterpause auch nicht allzu lang ist, ein Durchatmen ganz gut.“

Vorerst müssen die Stars nun aber am Donnerstag in Wolfsburg gegen Liechtenstein und drei Tage später in Armenien ran. Durch die vorzeitige WM-Qualfikation kann Flick die Zeit für Experimente nutzen. (pk/bok)

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