Große Ehre für Fußballstars

DFB: Bedeutende Persönlichkeiten – die Ehrenspielführer des Deutschen Fußball-Bundes

Philipp Lahm nimmt am außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) teil.
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Der bisher letzte Ehrenspielführer des DFB: Philipp Lahm

Der DFB und seine höchste Auszeichnung: Die acht Ehrenspielführer des deutschen Fußballs im Überblick.

  • Seit 1958 hat der DFB die Auszeichnung insgesamt achtmal vergeben.
  • Bislang wurden sechs Herren und zwei Damen zu Ehrenspielführern ernannt.
  • Neben der sportlichen Leistung wird auch soziales Engagement gewürdigt.

Frankfurt – Der DFB erkennt mit der Auszeichnung Ehrenspielführer besondere Leistungen für die deutsche Fußballnationalmannschaft an. Die drei Auszeichnungskriterien des DFB lauten dabei:

  • eine weit überdurchschnittliche Anzahl von Länderspielen,
  • davon über Jahre hinweg als Kapitän im Einsatz,
  • besonders hohe Verdienste um den Fußballsport.

Alleine die Tatsache, dass es bislang nur acht Ehrenspielführer gibt, zeigt, dass der DFB diese Auszeichnung nicht leichtfertig vergibt. Die acht geehrten Persönlichkeiten in einer übersichtlichen Liste:

  • 1958 Fritz Walter
  • 1972 Uwe Seeler
  • 1982 Franz Beckenbauer
  • 2001 Lothar Matthäus
  • 2004 Bettina Wiegmann
  • 2013 Birgit Prinz
  • 2016 Jürgen Klinsmann
  • 2017 Philipp Lahm

Der DFB und die Ehrenspielführer der Herren-Nationalmannschaft

Der erste Fußballer, dem die neue Ehre zuteil wurde, war Fritz Walter 1958. Als Kapitän führte er die Nationalmannschaft 1954 zum ersten WM-Titel in der Schweiz. Insgesamt war er über 15 Jahre in der Nationalelf aktiv und erzielte in 61 Länderspielen 33 Tore. Berühmt wurde er auch für die Treue zu seinem Heimatverein 1. FC Kaiserslautern, für den er mit kriegsbedingter Pause insgesamt 20 Jahre spielte.

Noch bis 1966 war er Rekordtorschütze der Nationalmannschaft, ehe er von Uwe Seeler verdrängt wurde. Mit ihm als Kapitän wurde die Nationalelf Vizeweltmeister und erreichte 1970 den dritten Platz. Insgesamt gelangen ihm 43 Tore in 72 Länderspielen. Der DFB ernannte ihn 1972 als zweiten Fußballer zum Ehrenspielführer.

Der DFB und seine Rekordspieler

Franz Beckenbauer war der große Star des deutschen Fußballs in den 70er Jahren. Als Kapitän führte er das Nationalteam 1972 zum EM-Titel, 1974 zum WM-Titel und 1976 zur Vizeeuropameisterschaft. Als erster deutscher Fußballspieler war er in über 100 Länderspielen aktiv. Mit dem Wechsel zu New York Cosmos im Jahr 1977 endete seine Länderspielkarriere frühzeitig, da ihm der Verein keine Freigabe für die WM 1978 erteilte. 1982 folgte die Ernennung zum dritten Ehrenspielführer des DFB.

Bis heute hält Lothar Matthäus bei den Herren den Titel des Rekordauswahlspielers mit insgesamt 150 Länderspieleinsätzen und den Rekord für die meisten Länderspieleinsätze bei Weltmeisterschaften (25). Zwischen 1987 und 1994 war er Kapitän der Nationalmannschaft und gewann 1990 mit ihr den WM-Titel. 2001 verlieh ihm der DFB den Titel Ehrenspielführer.

DFB: Späte Ehrung für den schwäbischen Torjäger

Jürgen Klinsmann machte in den 80er-Jahren als Torjäger beim VfB Stuttgart auf sich aufmerksam, ehe er nach Italien zu Inter Mailand wechselte. Zahlreiche internationale Stationen folgten. 1995 wurde er als Welttorjäger ausgezeichnet. Für den DFB erzielte er 47 Tore. Als Weltmeister 1990, Europameister 1996 und Vizeeuropameister 1992, sowie als Trainer der Nationalelf von 2004 bis 2006 erhielt er 2016 die Auszeichnung als Ehrenspielführer.

Bislang letzter männlicher Spieler, dem diese Ehre zuteil wurde, war Philipp Lahm im Jahr 2017. Er hatte die Nationalmannschaft 2014 als Kapitän zu ihrem vierten WM-Titel geführt. Der langjährig beim FC Bayern München aktive Spieler absolvierte 113 Länderspiele und schoss dabei 5 Tore, ehe er freiwillig zurücktrat.

Der DFB und die Stars der Frauen-Nationalmannschaft

Als erste weibliche Fußballspielerin wurde Bettina Wiegmann 2004 als Ehrenspielführerin ausgezeichnet. Zwischen 1989 und 2003 trat sie in 154 Länderspielen für den DFB an. In dieser Zeit gewann sie einmal den Weltmeistertitel (2003 in den USA) und gleich viermal den Europameistertitel (1991, 1995, 1997 und 2001).

Absolute Rekordhalterin beider Nationalmannschaften ist Birgit Prinz, die insgesamt 214 Länderspiele mit der Frauen-Nationalmannschaft absolvierte und in dieser Zeit 128 Tore schoss. Sie nahm an fünf Weltmeisterschaften teil und konnte dabei zwei Titel (2003 und 2007) feiern. Weitere Erfolge waren fünf EM-Titel und drei olympische Bronzemedaillen. Ein Jahr nach ihrem Karriereende wurde sie 2013 zur Ehrenspielführerin des DFB ernannt.

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