Zwei-Jahres-Rhythmus

DFB-Manager Bierhoff schießt gegen WM-Pläne – „Grenzen längst erreicht“

Für einen WM-Rhythmus von zwei Jahren können sich bis auf FIFA-Boss Infantino nur wenige begeistern. Auch Oliver Bierhoff ist gegen die Pläne des Weltverbandes.

Hamburg – Alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft? Für diese FIFA-Pläne hat Oliver Bierhoff (53) kein Verständnis. „Wir müssen die Belastung der Spieler immer im Blick haben. Alle zwei Jahre eine WM zu spielen – ich habe noch keinen gefunden, der gesagt hat, das ist eine schöne Idee“, sagte der Direktor Nationalmannschaft und Akademie am Mittwoch (6. Oktober) in Hamburg.

Einmal in Fahrt sprach Bierhoff auch zum Thema Belastung Klartext: „Wir müssen uns im Fußball endlich mal Gedanken machen über die Gesundheit der Spieler und nicht über eine mögliche Erhöhung der Erlöse. Bei so einem Terminplan ist das kaum noch möglich – körperlich und mental sind die Grenzen längst erreicht.“

WM alle zwei Jahre? DFB-Manager Bierhoff schon bei Winter-Turnier in Katar skeptisch

Aber wie viele Spiele hält der Terminkalender aus? Bierhoff: „Grundsätzlich maximal zehn Länderspiele im Jahr – ich bin gespannt, ob wir das 2022 wirklich hinbekommen. Wir haben im März zwei Freundschaftsspiele. Im Juni haben wir vier Spiele in kürzester Zeit in der Nations League. Im November beginnt dann die Abstellungsperiode und danach die WM.“

Oliver Bierhoff kann einer Zwei-Jahres-WM nichts abgewinnen.

Die Qualifikation für Katar möchte Bierhoff so schnell wie möglich fix machen – um das Turnier zu planen: „Im Moment sieht es gut aus. Deshalb haben wir uns natürlich auch schon mit Katar beschäftigt. Die konkreten Planungen laufen.“

WM-Quali für Katar 2022: Deutsche Nationalmannschaft kann Ticket vorzeitig lösen

Aktuell sieht es mit einer Blitz-Qualifikation gut aus: Deutschland hat bei vier Gruppenspielen vier Punkte Vorsprung. Heißt: Sollten die zweitplatzierten Armenier in ihren beiden Auswärtsspielen (Island, Rumänien) einmal verlieren, wäre Deutschland mit einem weiteren Dreier am Montag (11. Oktober) in Nordmazedonien schon vorzeitig für Katar qualifiziert – vorausgesetzt die DFB-Elf gewinnt drei Tage zuvor gegen Rumänien.

Übrigens: Ein Trainingslager wird es im Vorfeld wegen des Austragungszeitraums (21. November bis 18. Dezember) wohl nicht geben, dafür ist der Spielplan mal wieder zu vollgepackt. (bok)

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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