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Neue Ermittlungen: Staatsanwaltschaft untersucht Steuervergehen im DFB-Umfeld - Sponsor involviert

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Von: Tom Offinger

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DFB-Zentrale in Frankfurt am Main.
Der DFB bleibt weiter im Visier der Steuerfahndung. © picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Die Ermittlungen wegen Steuerangelegenheiten beim DFB gehen in die nächste Runde. Diesmal konzentrieren sich die Behörde auf fehlerhafte Versteuerung von Artikeln des Sponsors Adidas.

Frankfurt am Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB)* gerät wegen vermeintlicher Ungereimtheiten beim Versteuern von Sachzuwendungen durch seinen Sponsor Adidas weiter unter Druck. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main sichtet dazu neue Unterlagen, die sie vom Sportartikelhersteller ausgehändigt bekommen hat. Einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung bestätigte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen dem Sport-Informationsdienst (SID).

DFB: Ermittlungen gegen unbekannte Person

„Das Verfahren richtet sich gegen noch unbekannte Personen beim DFB“, sagte Niesen. Die Ermittler hatten in dem Fall für die Adidas-Büros einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt, allerdings musst dieser nicht vollstreckt werden. „Weil das Unternehmen die Unterlagen freiwillig herausgegeben hat“, sagte Niesen. Die Ermittlungen laufen seit Dezember 2020.

Der DFB bestätigte am Donnerstag Untersuchungen gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Der Verband habe schon im vergangenen Jahr im Rahmen seiner internen Tax-Compliance festgestellt, „dass offenbar nicht in allen Fällen die Sachzuwendungen steuerrechtlich zutreffend behandelt wurden bzw. nicht in allen Fällen die notwendige Dokumentation vorgelegen hat“, hieß es in einer Stellungnahme.

DFB: Offene Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft

Pflichtgemäß habe der DFB e.V. diese Feststellung dem Finanzamt Frankfurt bereits im Oktober 2020 mitgeteilt und alle zur Nachversteuerung notwendigen Angaben gemacht. „Hinweise auf eine Steuerhinterziehung bestehen nicht. Die Durchsuchungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft bei Adidas erscheinen unverständlich, da der DFB freiwillig alle steuerlich erheblichen Unterlagen bereitgestellt hat“, hieß es weiter.

Zu Beginn des Jahres hatte der DFB bereits bestätigt, dass man in dem Fall „eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt“ geleistet habe. Dies sei vorsorglich erfolgt, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht festgestanden habe, „ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind“.  

Steuerhinterziehung beim DFB: Ermittlungen führten ins Leere

Im Oktober 2020 waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt.

Ende Oktober dieses Jahres stellte die Staatsanwaltschaft das Steuerverfahren gegen den DFB-Interimsboss Rainer Koch aber ein. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes gehört auch der UEFA-Exekutive an. Vor einigen Monaten waren bereits die Verfahren gegen die früheren DFB-Spitzenfunktionäre Reinhard Rauball und Helmut Sandrock eingestellt worden. Insgesamt sechs Funktionären war Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen worden.

Adidas und DFB: Langjährige Partner

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht wegen der Versteuerung von Sponsorengeldern, sondern von Sachleistungen wie Trikots, Schuhen und weiterer Ausrüstung. Adidas ist noch bis 2026 offizieller Ausrüster des DFB und seiner Nationalmannschaften. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA (dpa/to)

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