Bayern-Bezwinger wird nicht gezeigt

DFB-Pokal-Übertragungen im Free-TV sorgen für Fan-Empörung: „Ernsthaft jetzt?“

Drei von vier Partien des DFB-Pokal-Viertelfinales werden im Free-TV übertragen.
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Drei von vier Partien des DFB-Pokal-Viertelfinales werden im Free-TV übertragen.

Der DFB-Pokal lebt von Duellen zwischen Profis und Amateuren. Nun entschied sich die ARD und Sport1, den einzig verbliebenen Viertligisten nicht live zu zeigen.

Berlin - Die Viertelfinal-Partien des DFB-Pokals wurden am vergangenen Sonntag ausgelost, wobei sich spannende Konstellationen ergaben. Nun wurden die vier Spiele endgültig terminiert und die Übertragungen im Free-TV festgelegt. Viele Fans zeigten sich nun empört, da ausgerechnet die vielversprechende Partie zwischen dem Viertligisten Essen und dem Bayern-Bezwinger Kiel ausschließlich im Pay-TV übertragen werden soll. Dafür wird ein Bundesliga-Duell übertragen.

DFB-Pokal: Fans toben nach TV-Ankündigung - Viertligist wird nicht im Free-TV gezeigt

Am 2. und 3. März werden die vier Partien stattfinden, die Dienstags-Spiele werden beide im Fernsehen und Stream übertragen. Den Anfang macht der Sender Sport1, der ab 18.30 Uhr Regensburg gegen Bremen zeigt. Um 20.45 Uhr wird das Topspiel zwischen Mönchengladbach und dem BVB in der ARD gezeigt. Die Fans wüten allerdings aufgrund des Mittwochs.

Das Duell zwischen RB Leipzig und der VfL Wolfsburg wird ab 20.45 Uhr live in der ARD übertragen, das frühe Duell zwischen dem Traditionsverein Rot-Weiß Essen und Holstein Kiel wird hingegen exklusiv auf Sky gezeigt. „Essen nicht zu zeigen ist typisch, DFB. Der Geldregen ist wichtiger, wobei sicherlich mehr Leute dem einzigen Viertligisten anschauen würden“, schreibt ein User unter dem Beitrag der DFB-Pokal-Twitter-Seite.

„Das El Plastico einfach mit dem Essen-Kiel tauschen. Die Einschaltquoten wären doppelt so hoch“, meint ein weiterer Nutzer, der sich ebenfalls auf das Duell der Unterklassigen Klubs gefreut hatte. „Vor allem würde es international auch die Leute interessieren, wie sich der Bezwinger des Champions-League-Siegers so anstellt.“

DFB-Pokal: Twitter-User schießen gegen TV-Ansetzungen - „Wie sehr kann man den Fußball eigentlich hassen?“

Viele User beklagen, dass der DFB dem Viertligisten „keine öffentliche Bühne“ gibt, obwohl Essen in dieser Saison mit Bielefeld und Leverkusen mehr Erstliga-Teams bezwingen konnte als Schalke 04. „Da steht mit Essen-Kiel ein echter Kracher bereit, der mal wirklich viele Fußballfans interessieren würde, und ihr zeigt Dose gegen Diesel. Wie sehr kann man den Fußball eigentlich hassen?“, schreibt ein User unter den Twitter-Post der ARD-Sportschau.

Da Wolfsburg und besonders Leipzig als durchweg kommerzialisierte Vereine im krassen Kontrast zu Rot-Weiß Essen oder Holstein Kiel stehen, macht die Fans scheinbar nur noch wütender. „Red Bull vs Volkswagen. Da bin ich aber mal auf Quote gespannt“, kommentiert ein Nutzer. „Ernsthaft jetzt? Wer trifft bei euch eigentlich solche Entscheidungen?“, wird sich wohl nicht nur der empörte Fan gefragt haben. (ajr)

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