Drei Partien gingen in die Verlängerung

DFB-Pokal: BVB-Drama, Schalke-Lacher und Gladbach-Grusel

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Borussia Dortmund - 1. FC Union Berlin

Während Werder Bremen mit einem 5:1 gegen SC Weiche Flensburg souverän ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzieht, gingen einige Partien des Abends in die Verlängerung.

Dank Torjäger Werner: Rangnick gewinnt mit RB Leipzig Trainer-Duell mit Nagelsmann von Hoffenheim

Torjäger Timo Werner hat sich bei Trainer Julian Nagelsmann eindrucksvoll für die Aufgaben in der gemeinsamen Zukunft empfohlen und RB Leipzig ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschossen. Beim 2:0 (0:0) gegen den vom künftigen RB-Coach Nagelsmann betreuten Ligarivalen TSG Hoffenheim erzielte der eingewechselte Nationalspieler beide Tore (48./56.).

Damit bescherte Werner auch Leipzigs Coach Ralf Rangnick den Sieg im intensiv geführten Duell mit dessen Wunschtrainer, der den Posten bei RB zur Saison 2019/20 antritt. Rangnick bleibt Sportchef.

Es war Nagelsmanns erster Auftritt in Leipzig seit der Bekanntgabe des Wechsels nach Sachsen. Dass er RB nicht die erste Niederlage seit über einem Monat zufügte, lag vor allem am bärenstarken Werner.

Leipzig steht damit erstmals seit der Saison 2014/15 wieder in der Runde der letzten 16. Für die TSG bleibt der Pokal von Enttäuschungen geprägt, bereits zum vierten Mal nacheinander scheiterte Hoffenheim vor dem Achtelfinale.

Er erwarte in Leipzig "keine Palmwedel oder Freudentänze", hatte Nagelsmann vor dem Spiel gesagt. Diese blieben unter den 21.042 Zuschauern erwartungsgemäß aus. Rangnick immerhin, bis zu Nagelsmanns Amtsantritt noch Trainer und Sportdirektor in Personalunion, begrüßte ihn per Handschlag, mit einem Lächeln und einer kurzen Umarmung.

Mit dem Anpfiff stand die sportliche Rivalität im Vordergrund. Beide Trainer schickten ihre Teams wie erwartet mit einigen Änderungen ins Spiel. Ersatztorwart Gregor Kobel stand für Oliver Baumann zwischen den Pfosten der TSG, Nationalspieler Nico Schulz kehrte in die Startelf zurück. Bei RB saßen unter anderem Kapitän Willi Orban und Werner zunächst auf der Bank.

Nagelsmann wählte eine offensivere Ausrichtung als Rangnick, der in der Defensive auf eine ungewohnte Fünferkette setzte. Die zu Beginn kombinationssicheren Hoffenheimer nutzten die entstehenden Räume im Mittelfeld und erspielten sich schnell ein leichtes Chancenplus. Im Abschluss fehlte aber die Genauigkeit, Kerem Demirbays scharfe Hereingabe wurde von ihren Empfängern am langen Pfosten knapp verpasst (8.).

Insgesamt agierten RB und Hoffenheim aber auf Augenhöhe, im Angriff bemühten sich beide Mannschaften um spielerische Lösungen. Diese ergaben sich gegen die gut organisierten Defensivreihen aber kaum. Stattdessen häuften sich im Verlauf der ersten Halbzeit Fehlpässe, auch das Tempo ging zunehmend verloren.

Auf Höhepunkte wie die Großchance von Leipzigs Jean-Kevin Augustin (35.) warteten die Zuschauer nach der munteren Anfangsphase deshalb lange. Bis zur Pause drehte Leipzig nochmals auf, ein Treffer gelang nicht.

Das änderte sich kurz nach Wiederanpfiff. Nach starker Vorarbeit von Marcel Halstenberg schob der für den verletzten Augustin eingewechselte Werner den Ball mühelos ins Tor. Im Anschluss spielte nur noch Leipzig. Dabei lief fast jeder Angriff über Werner, der erst erhöhte und dann weitere Angriffe und gute Möglichkeiten wie durch Kevin Kampl (63.) initiierte. Hoffenheim dagegen kam kaum zu Entlastungsangriffen.

MSV Duisburg erreicht mit 3:0 gegen Arminia Bielefeld Pokal-Achtelfinale

Der MSV Duisburg hat erstmals nach 2010 wieder das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Im Duell der Fußball-Zweitligisten gewann die Mannschaft von Coach Torsten Lieberknecht am Mittwoch in der zweiten Pokal-Runde auswärts gegen Arminia Bielefeld mit 3:0 (3:0).

John Verhoek (12. Minute), Fabian Schnellhardt (39.) und Cauly Oliveira Souza (45.) erzielten die Tore für die Duisburger, die in der Saison 2010/11 auch ins Finale eingezogen waren. Bielefeld kassierte nach zuletzt vier Niederlagen in der Liga in Serie die nächste Pleite.

Vor 19 143 Zuschauern in Ostwestfalen erwischten die Gäste den besseren Start. Verhoek verlängerte einen Freistoß von Ahmet Engin mit dem Kopf zur 1:0-Führung. In der von beiden Seiten intensiv geführten Partie agierte die Arminia in der Folge druckvoller und gab zwischenzeitlich den Spielrhythmus an. Die stabile Duisburger Abwehr ließ sich aber nicht bezwingen.

Der MSV blieb durch schnelle Konterangriffe gefährlich, agierte effektiv und stellte noch im ersten Abschnitt klare Verhältnisse her. Schnellhardt vollendete eine Kombination mit Kevin Wolze zum 2:0. Unmittelbar vor der Pause erhöhte Souza zum Endstand. Die Arminia spielte auch nach dem Seitenwechsel glücklos.

Duisburg bestätigte seinen Aufwärtstrend. Das Lieberknecht-Team befindet sich als Tabellen-17. zwar in Abstiegsgefahr, konnte aber aus den zurückliegenden drei Ligaspielen vier Punkte holen.

Böses Erwachen im hohen Norden: SC Freiburg scheidet gegen Holstein Kiel aus DFB-Pokal aus

Der SC Freiburg ist nach einer schwachen Vorstellung beim Zweitligisten Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Für das Bundesliga-Team von Trainer Christian Streich war nach der verdienten 1:2 (1:1)-Niederlage bereits in der zweiten Hauptrunde Endstation. Zugleich vermasselten die Breisgauer auf der weiten Dienstreise ihre Generalprobe für den Auftritt am Samstag bei Rekordmeister Bayern München.

Nils Petersen sorgte vor 9361 Zuschauern für einen Start nach Maß für die Gäste. Bereits nach 43 Sekunden traf der Nationalstürmer freistehend per Kopf zum 1:0. Holstein glich aber schon in der 26. Spielminute durch Janni Serra aus, der eine präzise Flanke des starken Alexander Mühling verwertete. Kapitän David Kinsombi sorgte schließlich nach feiner Kombination für den Kieler Siegtreffer (79.).

Fünf Tage nach dem überzeugenden 3:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach betrat der SCF am Mittwochabend Neuland. Die Partie bei den Kielern war das erste Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen. Streich tauschte im Vergleich zum Liga-Sieg auf lediglich zwei Positionen, im Sturm spielte mit Luca Waldschmidt und Petersen die Topbesetzung.

Petersen, der schon gegen Gladbach in der ersten Minute getroffen hatte, zeigte sofort seinen Wert, und der SC drückte weiter aufs Gaspedal. Kiel brauchte etwas, um den frühen Schock zu verdauen, dann sendete Kingsley Schindler per Fernschuss das erste Zeichen in der Offensive (10.). Fortan spielten die Hausherren mutiger, pressten höher und kauften Freiburg auch in den Zweikämpfen immer mehr den Schneid ab.

Holstein drehte nach dem Ausgleich weiter mächtig auf, der quirlige Japaner Masaya Okugawa hatte die Führung auf dem Fuß (33.). Streich tigerte sichtlich unzufrieden an der Seitenlinie entlang. Mit dem Unentschieden zur Pause war Freiburg gut bedient, in der Kabine könnte es lauter geworden sein.

Nach dem Wechsel setzte Petersen das erste Ausrufezeichen, zielte aber knapp zu hoch (46.). Holstein hielt weiter beherzt dagegen, konnte aber nicht mehr die Dominanz wie in der ersten Hälfte ausstrahlen. Freiburg war nun deutlich präsenter, Petersen prüfte in der 63. Spielminute erneut Kenneth Kronholm im Kieler Tor. Doch auch Holstein kam zu Beginn der Schlussphase wieder auf und durch Kinsombi (71.) und Serra (75.) zu gefährlichen Fernschüssen.

Am Donnerstag machen sich die Freiburger bereits auf den direkten Weg nach München. Für Holstein Kiel geht es ebenfalls gegen einen Klub aus Bayern weiter. Am Samstag ist der FC Ingolstadt in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zu Gast.

Westschlager im DFB-Pokal: Bayer Leverkusen gewinnt 5:0 gegen Borussia Mönchengladbach

Süßes statt Saures: Heiko Herrlich darf nach einem furiosen Pokalcoup an Halloween aufatmen. Der zuletzt angezählte Trainer gewann mit Bayer Leverkusen den Westschlager gegen eine in der zweiten Hälfte indiskutable Mönchengladbacher Borussia verdient mit 5:0 (2:0) und sammelte weitere Pluspunkte. Während die eiskalte Werkself zum siebten Mal in acht Jahren im Achtelfinale steht, setzte sich für Gladbach ein Heimfluch fort.

Julian Brandt (5.), Tin Jedvaj (45.+1), Karim Bellarabi (67./74.) und Kevin Volland (80.) trafen in einer munteren Partie für die Herrlich-Elf, die drei Tage nach der 6:2-Gala in Bremen erneut überzeugte. Vor allem bei Kontern setzte Bayer immer wieder Nadelstiche. Für die harmlosen Gladbacher endete der Traum vom Pokalsieg dagegen wie schon vor einem Jahr gegen den Rheinrivalen. Im erst neunten Pokalspiel im Borussia-Park war es die sechste Heimniederlage.

Gleich der Auftakt hatte es in sich: Nach Vorarbeit von Volland brachte Brandt die Gäste mit der ersten Chance in Führung. Der 22-malige Nationalspieler traf aus spitzem Winkel flach ins lange Eck und verpasste der Borussia eine kalte Dusche.

Sein Team solle "nicht ins offene Messer laufen", hatte Gladbachs Trainer Dieter Hecking angesichts der erstarkten Bayer-Offensive gewarnt. Diese Vorgabe war schnell dahin. Mit der gleichen Startelf wie in Bremen trat Leverkusen selbstbewusst auf, war bei Kontern brandgefährlich und stand diesmal auch defensiv sicher.

Gladbach hatte bis zur Pause zwar mehr vom Spiel, war ohne den verletzten Torjäger Alassane Plea in der Offensive aber viel zu harmlos. Gefahr ging vor 48.755 Zuschauer eher von den blitzschnellen Gästen aus. In der 24. Minute narrte der blendend aufgelegte Volland Gladbachs Nico Elvedi, traf aber nur den Pfosten.

Dem Ausgleich noch am nahesten kam Florian Neuhaus, der an Schlussmann Lukas Hradecky scheiterte (36.). Kurz vor dem Pausenpfiff schlug Bayer erneut eiskalt zu. Der für den verletzten Aleksandar Dragovic eingewechselte Jedvaj reagierte nach einem Freistoßtrick am schnellsten und stellte auf 2:0.

Die Borussia, in der Liga zuletzt mit sieben Heimsiegen in Folge, drängte im zweiten Durchgang zunächst vehement auf den Anschluss. Das Bild blieb jedoch das gleiche: Bayers Dreierkette mit Sven Bender im Zentrum stand sicher und konnte sich im Zweifel auf den starken Hradecky verlassen.

Bellarabi machte mit einem Doppelpack alles klar und steht nun bei sechs Treffern aus den letzten vier Pflichtspielen. Nach starkem Zuspiel des eingewechselten Dominik Kohr belohnte sich letztlich auch noch Volland für seine starke Leistung.

Schalke 04 im Achtelfinale des DFB-Pokals - trotz Rückstand bis zur 88. Minute

Doppeltes Elfmeter-Glück und der glänzende Torhüter Alexander Nübel haben den FC Schalke 04 vor einem überraschenden Pokal-Aus bewahrt. Trotz eines 0:1-Rückstands bis zur 88. Minute gewann der Vize-Meister in der 2. Runde des DFB-Pokals noch mit 6:5 (1:1, 0:1) im Elfmeterschießen beim Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Köln und zog ins Achtelfinale ein. Ein Handelfmeter von Nabil Bentaleb und somit das erste Pflichtspiel-Tor nach 395 Minuten hatte Schalke in die torlose Verlängerung gerettet. Im Shoot-out besiegelte der gebürtige Kölner Mark Uth mit seinem verwandelten Elfmeter den Achtelfinal-Einzug. Beide Torhüter hatten zuvor je einen Elfer pariert.

Die Kölner waren ausgerechnet durch Jhon Córdoba in Führung gegangen (43.) und durften lange vom vierten Sieg im vierten Pokal-Heimspiel gegen die Gelsenkirchener träumen. Der für 17 Millionen Euro als Nachfolger von Anthony Modeste aus Mainz geholte Kolumbianer, der in der Abstiegs-Saison ohne Bundesliga-Tor geblieben war, hatte überraschend Torjäger Simon Terodde ersetzt.

Köln hat nun alle vier Pokal-Heimspiele gegen die Schalker gewonnen, dabei zum zweiten Mal nach 2006 als klassentieferer Verein. Die Kölner Fans gaben den Königsblauen mit ihrem Gesang „Wir steigen auf und ihr steigt ab“ noch eine Portion Häme mit.

Die Kölner, die es aus der 2. Liga als Favorit gewohnt sind, das Spiel zu machen, versteckten sich auch gegen den Champions-League-Teilnehmer von Beginn an nicht. Die Rheinländer suchten aus der defensiven Ordnung heraus immer wieder den Weg nach vorne. Dominick Drexler hatte nach unfreiwilliger Vorarbeit von Schalkes Salif Sané die erste Chance der Partie, scheiterte jedoch an Alexander Nübel (20.). Der Schalker Keeper vertrat auch im Pokal wieder Kapitän Ralf Fährmann, der nach seiner Adduktorenverletzung noch nicht wieder ganz fit ist.

Schalke in Unterzahl, dann Elfmeter nach Handspiel von Kölns Rafael Czichos

Die Gäste brauchten bis zur 25. Minute, ehe sie erstmals halbwegs gefährlich in die Nähe des Kölner Tores kamen. Amine Harits Schuss stellte FC-Torwart Timo Horn aber nicht vor Probleme. Gefährlicher waren da die Gastgeber: Marcel Risse scheiterte mit Freistößen einmal an Nübel (30.) und einmal am Außennetz (39.), ehe der FC kurz vor der Pause verdient in Führung ging. Drexler legte am Strafraum quer, Córdoba schoss und Sané fälschte den Ball unhaltbar für Nübel ins Tor ab.

Nabil Bentaleb von Schalke 04 vergab kläglich gegen Timo Horn vom 1. FC Köln.

Wer nach dem Seitenwechsel nun mit anrennenden Schalkern gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Dem Revierclub fiel in der Offensive wenig ein. Ein harmloser Kopfball von Naldo nach einer Ecke (58.), ein zu unplatzierter Freistoß des Brasilianers (69.), das war's bis zur Schlussphase. Dann zeigte Schiedsrichter Harm Osmers zu einer Zeit, als Schalke wegen einer Verletzung von Hamza Mendyl für einige Minuten nur zu zehnt spielte, nach einem Handspiel von Kölns Rafael Czichos auf den Elfmeterpunkt. Der eingewechselte Nabil Bentaleb verwandelte sicher und brachte sein Team in die Verlängerung. Dort gelang keiner Mannschaft der Lucky-Punch, sodass die besseren Nerven aus elf Metern die Entscheidung bringen mussten.

Bentaleb sorgte mit seinem Elfmeter für den Lacher des Tages. Er schob locker in die Mitte, doch Kölns Keeper Timo Horn blieb einfach stehen und hatte keine Mühe den Ball festzuhalten. Bentaleb kann sich glücklich schätzen, dass sein Fehlschuss keine weiteren Konsequenzen nach sich zog.

Wechselbad der Gefühle im DFB-Pokal: Nürnberg zieht ins Achtelfinale ein

Lang gezittert, nie aufgesteckt und am Ende nervenstark vom Punkt: Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg ist nach einem Wechselbad der Gefühle ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim erbittert kämpfenden Drittliga-Klub Hansa Rostock gewann der Favorit am Mittwoch in der zweiten Runde mit 2:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (1:1, 0:1) gestanden. Rostock verpasste somit die Runde der besten 16 (5./6. Februar) zum elften Mal nacheinander.

Tim Leibold ließ mit seinem entscheidenden Versuch vom Punkt das Ostseestadion verstummen. Im Spiel hatten Pascal Breier (35.) per Slapstick-Tor und Jonas Hildebrandt (94.) mit einem direktem Freistoß für Rostock getroffen. Adam Zrelak (90.) und Federico Palacios (103.) glichen zweimal für die Franken aus.

Das Breier-Tor stand am Ende einer wahren Fehlerkette. Erst überließ Nürnbergs Verteidiger Robert Bauer Hansa-Profi Merveille Biankadi leichtfertig den Ball, dessen nicht sonderlich scharfe Hereingabe verstolperte im Strafraum Simon Rhein - sodass Breier ziemlich unerwartet leichtes Spiel hatte.

Bevor Hansa das Aus betrauern musste, herrschten den Tag über Tumulte. Wie die Polizei Rostock bestätigte, wurde am Morgen beim Versuch Nürnberger und Rostocker Fans zu trennen, gar ein Warnschuss abgegeben. Verletzt worden sei niemand. Etwa 350 Personen sollen an den Auseinandersetzungen am Vormittag gegen 11.00 Uhr in der Nähe des Ostseestadions beteiligt gewesen sein. Zur Unterstützung kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Einsatzort.

Hansa schaltet in der Verlängerungen gegen den Club auf Attacke

Als das Spiel dann lief, suchte Hansa immer wieder den schnellen Ballgewinn. Nur war in dieser Phase immer mindestens noch ein Franke dazwischen. Die Gäste waren da zu Beginn gefährlicher. Der 21-jährige Törles Knöll zog nach zehn Minuten im Strafraum stark nach innen, zielte aber einige Meter über das Tor.

Bis es zum ersten Mal vor dem Kasten der Gäste ernst wurde, verging eine kurze Findungsphase. Mittelfeldspieler Marcel Hilßner (21.) schoss aus gut 18 Metern rechts vorbei. Eine Warnung für kombinationssichere Nürnberger, die zu wenig aus ihrer Feldüberlegenheit machten. Hilßner (29.) war es auch, der nach einem schnellen Gegenangriff nach kurzem Dribbling Club-Keeper Christian Mathenia noch vor dem Tor das erste Mal richtig prüfte.

Während Nürnberg im zweiten Durchgang anrannte, aber nur zu wenigen Möglichkeiten kam, blieb Rostock giftig. Breier (60.) köpfte an der langen Ecke vorbei, und der eingewechselte Jonas Hildebrandt (71.) verpasste nur knapp die Entscheidung. Bei den Gästen setzte Kapitän Hanno Behrens (74.) einen Kopfball mitten auf Hansa-Torwart Ioannis Gelios, bevor Zrelak traf.

In der Verlängerung schaltete Hansa noch einmal auf Attacke. Der Freistoß von Hildebrandt in den linken Winkel ließ Mathenia nicht einmal zucken, das Stadion eskalierte. Doch Einwechselspieler Federico Palacios brachte die Gäste nach einer starken Einzelleistung wieder ins Spiel und ermöglichte eine spannungsgeladene Schlussphase.

Dortmund zum achten Mal in Folge im Achtelfinale des DFB-Pokals

Borussia Dortmund hat das Duell der Unbesiegten glücklich für sich entschieden und ist zum achten Mal in Folge ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der viermalige Pokalsieger bezwang Zweitligist Union Berlin in der zweiten Runde mühevoll mit 3:2 (2:2, 1:0) nach Verlängerung und setzte damit seine bemerkenswerte Serie fort: Auch im 14. Pflichtspiel der Saison blieb der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga ungeschlagen.

Christian Pulisic (40.), Maximilian Philipp (73.) und der eingewechselte Marco Reus (120.+1, Foulelfmeter) fügten mit ihren Toren den tapfer kämpfenden Eisernen die erste Saisonniederlage zu. Marvin Friedrich (118.) hatte den entscheidenden Elfmeter verursacht und wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen.

Union, Pokalfinalist von 2001, scheiterte trotz des zweimaligen Ausgleichs durch Joker Sebastian Polter (63./87.) damit zum dritten Mal in Folge in Runde zwei. Dortmund hatte schon in der ersten Runde bei Zweitligist SpVgg Greuther Fürth eine Verlängerung benötigt - auch damals entschied Reus die Partie in letzter Minute.

Trainer Lucien Favre ließ vor 72.732 Zuschauern kräftig rotieren. Im Gegensatz zum Ligaspiel gegen Hertha BSC (2:2) veränderte der Schweizer sein Team auf sieben Positionen. Kapitän Reus, Axel Witsel, und Jadon Sancho saßen zunächst auf der Bank, der erkältete Mario Götze stand überhaupt nicht im Kader. Der zuletzt angeschlagene Paco Alcacer kam nicht zum Einsatz. Im Tor kam Marwin Hitz zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den BVB.

Die Gastgeber taten sich nach den Umstellungen schwer. Das begeisternde Offensivspiel der vergangenen Wochen stockte. Lediglich ein Kopfball von Philipp brachte das Tor der Gäste in der Anfangsphase in Gefahr (10.).

Nach 14 Minuten musste Favre bereits wechseln. Abdou Diallo ging verletzt vom Feld. Da auch Manuel Akanji verletzt ausfällt, droht dem BVB in den nächsten Wochen der Ausfall seiner Innenverteidigung Nummer eins.

DFB-Pokal: Dortmund gewinnt Duell der Unbesiegten gegen Union Berlin

Gegen frech aufspielende Berliner erwies sich die Dortmunder Deckung um den unsicheren Ömer Toprak alles andere als sattelfest. Hitz parierte gegen Christopher Lenz und Florian Hübner (beide 24.) zweimal stark.

Die Führung des Favoriten fiel überraschend. Nach einer Flanke von Mahmoud Dahoud scheiterte Shinji Kagawa mit einem Kopfball an Rafal Gikiewicz, den Abpraller stocherte US-Nationalspieler Pulisic über die Linie. Pech hatten die Gäste, als Kenny Prince Redondo kurz nach dem Rückstand nur die Latte traf (42.). Die Dortmunder suchten nach dem Wechsel die Entscheidung. Dahoud (47.) und Raphael Guerreiro (52.) zielten aber zu hoch.

Die Berliner blieben im Spiel, auch weil Guerreiro aus der Distanz knapp verzog (59.). Offensiv taten sich die Gäste in dieser Phase etwas schwer. Union-Trainer Urs Fischer reagierte und brachte in Polter einen frischen Stürmer - mit Erfolg. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf Polter zum Ausgleich.

Dortmund erhöhte danach den Druck und hatte durch Philipp die richtige Antwort. Als alles auf das Weiterkommen des BVB hindeutete, schlug Polter per Kopf nochmals zu. In der Verlängerung hatte Dortmund Glück, dass Simon Hedlund (96.) freistehend am abermals aufmerksamen Hitz scheiterte. In der 109. Minute köpfte Toprak an den Pfosten.

DFB-Pokal: Werder Bremen souverän im Achtelfinale

Lübeck - Werder Bremen hat seine Pflicht im DFB-Pokal erfüllt. Der Fußball-Bundesligist setzte sich am Mittwochabend in Lübeck gegen den Regionalligisten SC Weiche Flensburg am Ende souverän mit 5:1 (3:1) durch. Die Bremer hatten nur in der ersten Halbzeit phasenweise Probleme gegen den Viertligisten. Insgesamt reichte eine durchschnittliche Leistung, um sicher das Achtelfinale zu erreichen.

Sturm-Oldie Claudio Pizarro (8.), Florian Kainz (38.) mit einem 20-Meter-Schuss, Davy Klaassen (44.) per Foulelfmeter und der eingewechselte Martin Harnik (76./81.) mit einem Doppelschlag trafen für den Favoriten. Weiches Ilidio Pastor Santos (27.) gelang per Freistoß der zwischenzeitliche Ausgleich.

Vor 8600 Zuschauern im ausverkauften Stadion Lohmühle in Lübeck, wohin die Flensburger aus Mangel an einer passende Flutlichtanlage in der heimischen Arena ausweichen musste, dominierten die Bremer erwartungsgemäß von Beginn an.

Cheftrainer Florian Kohlfeldt hatte im Vergleich zum 2:6-Dämpfer in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen drei Tage zuvor drei Wechsel vorgenommen. Unter anderen ließ er den angeschlagenen Kapitän Max Kruse auf der Bank und brachte den 40-jährigen Pizarro.

Die Flensburger verteidigten zunächst zumeist mit elf Mann in der eigenen Hälfte. Die Bremer warteten ab und wurden immer dann gefährlich, wenn sie das Tempo anzogen. Mit der ersten gelungenen Aktion gingen sie dann in Führung. Der Außenseiter aus dem hohen Norden wurde nach etwa 20 Minuten mutiger und brachte den Gegner kurzzeitig in Verlegenheit.

Nach dem Wechsel blieb der Bundesliga-Vierte überlegen und schossen einen standesgemäßen Sieg heraus. Trotz der deutlichen Niederlage hielten sich die Flensburger, die an gleicher Stätte fünf Tage zuvor noch gegen den VfB Lübeck ihr Punktspiel verloren hatten, wacker.

DFB-Pokal: Drei Partien gingen in die Verlängerung

In den Spielen zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin, dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 sowie zwischen Drittligist Hansa Rostock und Erstliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg ging es in die Verlängerung.

dpa/SID/heu

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