Erste Runde

DFB-Pokal: FC Bayern weiter - Unterhaching schafft Sensation

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Bayern-Trainer Pep Guardiola (l) unterhält sich mit den Münchner Arjen Robben (M) und Douglas Costa.

München - DFB-Pokal: Der FC Bayern setzte sich gegen den FC Nöttingen durch. Der FC Ingolstadt blamiert sich bei der SpVgg Unterhaching.

Update vom 13. August 2015: Die zweite Runde des DFB-Pokals wird am Freitag ausgelost. Damit Sie wissen, wer gegen wen antreten muss, haben wir alle Infos zum DFB-Pokal für Sie zusammengefasst.

„Bayern light“ beim FC Nöttingen: Mit einem trägen Sommerkick hat Rekordsieger Bayern München die zweite DFB-Pokal-Runde erreicht. Das 3:1 (3:1) beim baden-württembergischen Fünftligisten wird sicherlich nicht reichen, um die vielen Diskussionen über Pep Guardiola und Mario Götze verstummen zu lassen. Der FC Bayern, bei dem einige Stars zunächst auf der Bank saßen, ließ viele Wünsche offen.

In den restlichen Tagen vor dem Start in die Fußball-Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky) gegen den Hamburger SV haben die Bayern noch viel zu tun. 37-Millionen-Neuzugang Arturo Vidal (5.) per Handelfmeter, Götze (17.) und Robert Lewandowski (26.) trafen für die Bayern, bei denen es zuletzt fast nur noch um die Zukunft des gereizten Guardiola und des unglücklich wirkenden Götze gegangen war. Niklas Hecht-Zirpel (16.) erzielte den Ehrentreffer für die Badener.

Um die Lage zu beruhigen, hatte Sportvorstand Matthias Sammer schon vor der Pokalpartie erklärt, dass die Debatte um die beiden Protagonisten „nullkommanull Einfluss“ auf die Saisonziele des Rekordmeisters hätten. Beide Themen würden „überhitzt“ dargestellt, laut Sammer gibt es „keine Unruhe“.

Vor 29.486 Zuschauern im ausverkauften Karlsruher Wildparkstadion drückten die Bayern, bei denen Manuel Neuer, Arjen Robben, Xabi Alonso und Thomas Müller die schattigen Plätze auf der Reservebank genießen durften, trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius zu Beginn aufs Tempo. Nach der frühen Führung durch Vidal wurden die Münchner, bei denen die verletzten oder kranken Holger Badstuber, Javi Martinez, Jan Kirchhoff, Thiago, Sebastian Rode und Franck Ribery fehlten, allerdings etwas leichtsinng - was zum umjubelten Ausgleich duch Hecht-Zirpel führte. Beim Gegentreffer sah Neuers Vertreter Sven Ulreich nicht allzu gut aus.

Götze und Lewandowski sorgten kurz darauf wieder für klare Verhältnisse, nach den beiden Treffern schaltete das Starensemble allerdings behäbig in einen Sommerfußball-Modus - was den Amateuren einen erträglichen Pausenrückstand bescherte. Nach dem Seitenwechsel konnten die Münchner, bei denen Vidal in der Kabine geblieben war, den Schalter zunächst nicht umlegen.

Guardiola reagierte in der 55. Minute und brachte Robben für Kapitän Philipp Lahm. Die Maßnahme verpuffte. Auch nach über einer Stunde überzeugten die Bayern nicht, Guardiola schüttelte an der Seitenlinie immer wieder den Kopf. Erst als die Nöttinger in der brütenden Hitze gegen Ende der Partie etwas müde wurden, konnten die Bayern mehr Druck entwickeln. Von einer guten Vorstellung war der Meister dennoch weit entfernt.

Beste Spieler aufseiten der Bayern waren Neuzugang Douglas Costa und Jerome Boateng. Bei den Nöttingern verdienten sich Hecht-Zirpel und Kapitän Timo Brenner die Bestnoten.

1:2 in Unterhaching: Ingolstadt blamiert sich

Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt hat sich in seinem ersten Pflichtspiel als Erstligist bis auf die Knochen blamiert. Die Schanzer unterlagen wie im Vorjahr in der Auftaktrunde des DFB-Pokals, diesmal mit 1:2 (0:1) bei der mittlerweile nur noch viertklassigen SpVgg Unterhaching. Die Treffer für den couragierten Regionalligisten, der nach dem Abstieg aus der 3. Liga hastig eine Mannschaft zusammengewürfelt hatte, erzielte Markus Einsiedler (30./47.). Stürmer Moritz Hartmann (82.) gelang nur noch der späte Anschlusstreffer.

Der finanziell klamme ehemalige Bundesligist Unterhaching krebst derzeit als 15. von 18 Mannschaften im Tabellenkeller der Regionalliga Bayern herum, bewegte sich allerdings vor 6500 Zuschauern über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Bundesligisten und feierte den ersten Sieg im DFB-Pokal seit der Auftaktrunde 2011.

Ingolstadt fehlten erstaunlicherweise die Mittel, um gegen eine gut eingestellte, taktisch klug spielende Mannschaft klare Torchancen zu erarbeiten. Die besten Chancen, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen, vereitelte der starke Torhüter Stefan Marinovic gegen Alfredo Morales und Benjamin Hübner (beide 77.).

Vor Spielbeginn war Gäste-Trainer Ralph Hasenhüttl im Hachinger Sportpark wie ein guter Freund empfangen worden. Der Österreicher hatte die SpVgg einst trainiert, außerdem wohnt er nach wie vor in dem Münchner Vorort. Und so wussten die Hachinger selbstverständlich, dass Hasenhüttl am Spieltag seinen 48. Geburtstag feierte. Präsident Manni Schwabl übergab einen Blumenstrauß, ergänzte aber launig: Jetzt reicht es mit den Geschenken.

Und geschenkt bekamen Hasenhüttl und die Schanzer dann in der Tat nichts mehr. Von Beginn an bestimmte der Bundesligist die Begegnung bei hochsommerlichen Temperaturen, versuchte gegen den Viertligisten mit schnellem Direktspiel sowie über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Das gelang gegen die gut gestaffelten und beweglichen Hachinger um Jonas Hummels, jüngerer Bruder des Weltmeisters Mats Hummels, aber nur selten nach Wunsch. Die Durchschlagskraft fehlte.

Ingolstadt hatte zunächst eine Reihe guter Gelegenheiten, vor allem Moritz Hartmann kam einem Treffer mehrfach nahe - in Führung gingen dann aber die wuseligen, erwartungsgemäß auf Konter lauernden Hachinger. Nach einem miserablen Pass von Markus Suttner verlor Hübner den Ball an den aufmerksamen Einsiedler, der rannte alleine auf Torhüter Örjer Nyland zu und verwandelte in abgeklärter Manier.

In der 40. Minute sah es so aus, als sollte das Bemühen der Gäste um den Ausgleich zum Erfolg führen: Der aufgerückte Kapitän Marvin Matip köpfte auf das Tor, der Ball schien sich ins Netz zu senken, ehe ihn Alexander Winkler vermutlich vor der Linie wegschlug. Den Nachschuss von Hartmann blockte Maximilian Bauer ab. Ansonsten aber verteidigte Haching mit viel Geschick - und legte nach der Pause nach.

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sid

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