Im DFB-Pokal steht Babbels Job auf dem Spiel

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Markus Babbel steht unter Erfolgsdruck, bleibt aber locker

Stuttgart - Nach dem Katastrophen-Start in der Bundesliga hat das DFB-Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten Greuther Fürth für VfB-Trainer Markus Babbel schon Endspielcharakter.

“Wir müssen in Fürth gewinnen. Da kann es überhaupt keine Diskussionen geben“, forderte Sportvorstand Horst Heldt vor dem Duell am Dienstag (19.00 Uhr), “wir haben eine Woche, in der du alles gewinnen oder alles verlieren kannst.“

Auch Babbel hofft auf einen Befreiungsschlag in dem K.o.-Duell. “Das ist ein anderer Wettbewerb, da haben wir eine große Möglichkeit, etwas zu schaffen“, erklärte der Coach, der bei einer weiteren Pleite vor der Entlassung steht. Heldt will das Wort “Endspiel“ nicht in den Mund nehmen. Vielmehr versucht der Manager, den Fokus auf die sportliche Bedeutung der Begegnung zu lenken: “In der Bundesliga sind wir schon weit abgeschlagen. In den anderen Wettbewerben aber haben wir noch Ziele, die wir erreichen können.“

Noch gibt Heldt Babbel Rückendeckung

Heldt gibt Babbel auch nach vier Niederlagen in Folge noch Rückendeckung und nimmt die Mannschaft in die Pflicht. “Wir können einzig und allein auf dem Platz die Wende herbeiführen. Da ist jeder gefordert. Jeder Einzelne muss Rechenschaft vor sich selbst ablegen“, sagte der 39-Jährige eindringlich. “In Fürth sind jetzt 18 Mann gefordert. Elf fangen an und die anderen warten bis sie eingewechselt werden.“

Zustimmung für seinen (noch) standhaften Kurs erhält Heldt von Franz Beckenbauer. “Ich glaube, dass die Zukunft Markus Babbel gehört: Er ist ein anständiger, ein klar denkender Stratege, ein guter Trainer“, sagte der Bayern-Präsident im TV-Sender Sky. “Ich hoffe nur, dass der VfB sich nicht treiben und von der Öffentlichkeit beeinflussen lässt, sondern sagt: Das ziehen wir jetzt durch. Das wäre der richtige Weg.“

Babbel gibt sich souverän

Babbel selbst geht bemerkenswert souverän mit der ersten handfesten Krise seiner noch jungen Trainerkarriere um. Nach dem bitteren 0:1 in Hannover machte er trotz seiner hochgradig brenzligen Situation auf dem Trainingsplatz einen unverkrampften Eindruck und war mit offenkundiger Freude bei der Sache. Im Gespräch mit den zahlreichen Journalisten bewies er sogar noch Humor (“Hey, seid Ihr etwa alle wegen mir hier?“) und gab sich zugleich kämpferisch. “Fakt ist, dass wir zu wenig Punkte haben und in einer prekären Situation sind. Aber ich stelle mich und gehe voran. Wenn ich das nicht tue, wer sollte das sonst tun?“, sagte der 37-Jährige. “Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie sich keinen Kopf um mich zu machen braucht.“

Den Auftritt in Hannover wertete Babbel trotz der erneuten Pleite als Hoffnungsschimmer. “Ich habe eine Truppe gesehen, die am Leben ist. Wir müssen den Weg weitergehen, den wir in den letzten drei Spielen eingeschlagen haben“, sagte er. Doch Babbel weiß auch, dass bei einer neuerlichen Schlappe sein Weg bei den Schwaben beendet sein könnte: “Wir brauchen Resultate. Das gilt auch für das Spiel in Fürth.“

dpa

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