„Ich glaube der erste Bayer, der ...“

Bei DFB-Pokal-Finale: Bastian Schweinsteiger macht Druck auf Julian Nagelsmann - wegen FC Bayern

Klub-Ikone des FC Bayern: Bastian Schweinsteiger, hier beim DFB-Pokal-Finale in Berlin.
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Klub-Ikone des FC Bayern: Bastian Schweinsteiger, hier beim DFB-Pokal-Finale in Berlin.

BVB-Coach Edin Terzic jubelt nach dem DFB-Pokal-Finale. Julian Nagelsmann hadert. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger setzt den Trainer von RB Leipzig unter Druck. Die Stimmen.

München/Berlin - Der FC Bayern München war beim DFB-Pokal-Finale in Berlin nicht vertreten? Stimmt nicht ganz! Denn: Klub-Ikone Bastian Schweinsteiger war als Experte für die ARD dabei.

DFB-Pokal-Finale: Bastian Schweinsteiger macht Druck auf Julian Nagelsmann von RB Leipzig

Und so lieferte der Weltmeister schon vor Beginn des Endspiels zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund (1:4) einen Spruch nach dem anderen. „Ich finde, er muss Cheftrainer sein“, sagte der Weltmeister über BVB-Trainer Edin Terzic, der nach dieser Saison durch Marco Rose (Borussia Mönchengladbach) abgelöst wird. Und über Leipzigs Coach Julian Nagelsmann meinte der Ex-Nationalspieler: „Er ist ja Bayer, ich glaube der erste Bayer, der den FC Bayern trainiert.“

Im Interview vor dem DFB-Pokal-Finale sagte er direkt an Nagelsmann gerichtet und dessen kommende Zeit an der Säbener Straße in München: „A paar Titel musst scho gewinnen, sonst wird‘s a bissl schwieriger.“ tz.de sammelt die Stimmen zum Endspiel aus der ARD und von Sky:

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) nach dem Spiel über ...

... seine Aufstellung und die Wechsel im DFB-Pokal-Finale: „Es ist schon aufgegangen. Wir haben aber in der Pause frischen Wind gebraucht. Es war in Ordnung. Wir hatten insgesamt zu wenig Tiefe aus der zentralen Position. Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Speed der beiden Spieler gebraucht (Hwang und Sörloth, d. Red.). Dortmund hat in der vordersten Linie einfach eine unglaubliche Einzelspieler-Qualität und so seine Tore gemacht. Ich glaube nicht, dass Dortmund nochmal sieben bis neun Mal aufs Tor geschossen hat.“

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... das DFB-Pokal-Finale: „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben vier Tore erzielt. Es geht in einem Finale nicht darum schön zu spielen, sondern darum, zu gewinnen.“

... die letzten Monate mit dem BVB: „Es war ein ganz langer Weg. Ich war hier in nahezu jeder Kurve des Stadions als Fan, um mir das Pokal-Finale anzuschauen. Seit 2010 bin ich Mitarbeiter bei Borussia Dortmund. Ich bin extrem stolz. Im Februar war nicht abzusehen, dass wir Pokalsieger werden und uns noch für die Champions League qualifizieren können. Der harte Weg, den wir gegangen sind, das macht uns einfach unheimlich stolz.“

... seine Zukunft als Trainer: „Die einzigen Gedanken, die ich mir ab morgen mache, sind, wie wir als Pokalsieger in dieser Saison noch sechs Punkte holen.“

... den Schlüssel für den jüngsten Erfolg: „Es ist unser gemeinsamer Weg. Den Prozess haben wir im Staff eingeleitet. In manchen Spielen hatten wir nicht das notwendige Glück. Wir sind zum Beispiel die Mannschaft, die am meisten den Pfosten und die Latte getroffen hat. Wenn wir unsere Wucht auf das Parkett bekommen, wenn der Gegner merkt, dass er angreift, und wir ihm den Ball klauen, dass wir diesen Mix gefunden haben, das war der Schlüssel. Die Saison ist aber noch nicht komplett, wir wollen noch ein zweites Ziel erreichen (Champions-League-Qualifikation, d. Red.).

DFB-Pokal-Sieger mit Borussia Dortmund: Trainer Edin Terzic (Mi.).

Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... den DFB-Pokal-Sieg: „Ich hatte schon ein paar Tage vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl. In der zweiten Halbzeit hatten wir bei ein paar Situationen Glück, Leipzig war da am Drücker. Ich glaube aber, dass wir verdient gewonnen haben. Es sind unglaubliche Momente. Was wir heute für ein Spiel gezeigt haben, wir haben uns so stark in die Saison zurückgekämpft. Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft. Wenn wir müssen, dann sind wir zu besonderen Leistungen fähig. Die erste Halbzeit war sehr gut, die zweite weniger, aber wir haben den Pott. Das ist für die Fans.“

... seine Situation beim BVB: „Ich war lange verletzt im letzten Jahr. Mir war klar, dass es Zeit braucht, bis ich in den Rhythmus komme. Man muss selbstkritisch sein, aber nach vorne schauen.“

... BVB-Trainer Edin Terzic: „Es war für ihn nicht leicht in so einer Situation und mit seiner Erfahrung solch einen Klub zu übernehmen. Wir haben aber immer zu ihm gehalten, auch wenn am Anfang die Ergebnisse nicht immer gestimmt haben.“

... Kontinuität in den Leistungen: „Das ist das, was Bayern den anderen Teams voraus hat. Wir besprechen das in der Mannschaft intern, wir können ein anderes Mal darüber reden.“

Jadon Sancho (Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... das DFB-Pokal-Finale: „Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel für uns und die Fans ist. Wir sollten eigentlich mehr Titel holen. Ich habe zwei Tore erzielt und eine Vorlage geliefert, das macht mich stolz.“

... seinen verpassten Hattrick im DFB-Pokal-Finale: „Ich bin mir sicher, wenn ich auf dieses Spiel zurückschaue, dass ich enttäuscht sein werde, nicht den Hattrick gemacht zu haben. Entschuldigung an die Fans.“

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... das DFB-Pokal-Finale: „RB spielt sehr offen, das kommt uns entgegen. Aber sie haben sehr viel Druck gemacht nach der Pause.“

... Trainer Edin Terzic, der im Sommer wieder Co-Trainer werden soll: „Terzic hat die Mannschaft im Dezember übernommen, die war halbtot, das war eine Riesen-Leistung von ihm. Der Edin hat doch den Schlüssel in der Hand. Er hat den Vertrag langfristig verlängert. Er ist ein Dortmunder Junge, er lebt und atmet diesen Verein. Wenn er was anderes machen wollen würde, dann reden wir mit ihm.“

... den starken BVB-Kapitän Marco Reus: „Er war lange verletzt und hatte irgendwie das Selbstvertrauen verloren. Edin hat immer auf ihn gesetzt. Marco ist Ur-Dortmunder, wenn er das Vertrauen spürt, dann spielt er großartig.“

... die Zukunft von Erling Haaland: „Davon gehen wir aus. Befürchtungen hat man in meinen Job immer. Wir wollen ihn nächste Saison bei uns haben. Das kriegen wir hoffentlich hin.“

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig) nach dem Spiel über ...

... das verlorene DFB-Pokal-Finale: „Glückwunsch an Dortmund. Es ist bitter. Wir haben uns viel vorgenommen, sind fokussiert angereist. Durch einen individuellen Fehler im Mittelfeld kassieren wir das 0:1. Auch vor dem zweiten und dritten Tor waren es individuelle Fehler. Ich kann der Mannschaft als Kollektiv nichts vorwerfen, sie hat alles versucht. Es hat halt nicht gereicht, Dortmund war besser. Wir hatten nicht das Spielglück. Latte und Pfosten - die können auch reingehen. Das ist ein ziemlich bitterer Abend, weil wir nicht mit einer 1:4-Klatsche nach Hause fahren wollten.“

... den Frust nach der Klatsche: „Wir wollten das Ding gewinnen, jetzt haben wir das zweite Mal in drei Jahren auf den Sack bekommen. Die Mannschaft hat Mentalität gezeigt, wir haben alles versucht. Es ist bitter, wir wollten keinen Ausflug nach Berlin machen, sondern den ersten Titel holen.“

Yussuf Poulsen (RB Leipzig) nach dem Spiel über ...

... das verlorene DFB-Pokal-Finale: „Wir waren in der ersten Halbzeit schon überlegen, konnten die Konter aber nicht verhindern. Wir haben in den entscheidenden Momenten nicht gut verteidigt. Man muss auch die Qualität des Gegners anerkennen. Nach dem 0:3 wird es schwer. Wir sind stark zurückgekommen, haben unsere Chancen aber nicht genutzt.“

... die Ansprache von Julian Nagelsmann in der Pause: „Bei 0:3 mussten wir alles nach vorne werfen, das haben wir gemacht. Das war die beste Halbzeit, die wir seit langem gespielt haben. Am Ende fehlen die Tore, es waren Kleinigkeiten. Dortmund hat verdient gewonnen, es ist ein bitterer Tag.“

Jogi Löw (Bundestrainer) in der Halbzeit über...

...das Halbzeitergebnis (3:0 für den BVB): „Das Ergebnis ist brutal für Leipzig. Dortmund ist sehr effektiv. In der zweiten Halbzeit am Samstag war Leipzig aber richtig stark, ich erwarte eine Reaktion.“

...den zweiten Treffer durch Erling Haaland: „Ballverlust von Leipzig. Was Haaland macht ist Extra-Klasse. Upamecano ist eigentlich schon ein starker Zweikämpfer. Individuell gesehen klasse von Haaland.“

...eine EM-Teilnahme von Marco Reus: „Marco hatte die letzten Wochen wieder einen guten Rhythmus. Er ist im erweiterten Kader, wir haben einige Namen diskutiert.“

...ein angebliches Telefongespräch mit Thomas Müller: „Telefonieren tue ich ständig im Moment, mit allen möglichen Leuten. Als erstes muss ich die Spieler informieren, nicht auf anderen Kanälen.“

...die DFB-Krise: „Beeinflussen tut mich das nicht. Ich beobachte das, es herrscht eine Unruhe, das ist bedauerlich. Ich freue mich, wenn die EM losgeht. Es sollte um den Fußball gehen, um die Amateure, Kinder und Jugendliche, da ist der DFB jetzt gefordert.“

...den neuen DFB-Präsident: „Das weiß ich nicht, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Es ist ein schwieriges Amt. Die Lösungen werden aber kommen.“

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) vor dem Spiel über ...

... das Finale: „Ein sehr schönes Gefühl, wir sind stolz, es in dieser turbulenten Saison nach Berlin zu schaffen. Ich war schon mal hier in anderer Funktion, da war ich nervöser. Wir haben einen Weg eingeleitet, der am Anfang ein bisschen holprig war, aber wir haben daran festgehalten. Wir werden heute alles geben. Leipzig kann sehr gut Fußball spielen, wir aber auch. Deswegen wollen wir den Pokal heute in die Luft stemmen.“

... den Cheftrainer-Posten beim BVB: „Die Funktion eines Co-Trainers kommt zu kurz. Ich bin die gleiche Person. Ich sitze jetzt nur woanders im Bus, in der Kabine und auf der Bank. Ich möchte in der kommenden Saison einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass die Mannschaft erfolgreich Fußball spielt, in welcher Funktion auch immer.“

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) vor dem Spiel über ...

... die Nacht vor dem DFB-Pokal-Finale: „Die Nacht war noch gut. Ich habe versucht, mich mittags auszuruhen, das hat aber wegen meinem vibrierenden Handy weniger gut geklappt.“

... das Spiel gegen den BVB am Samstag davor: „Wir wollen heute die Dinge, die wir schlecht gemacht haben, besser machen. Die Jungs hatten in der Kabine die richtige Anspannung und Vorfreude gehabt.“

... den aussortierten Angelino: „Das muss man immer von zwei Seiten sehen. Wir sind mit 19 Mann angereist, sonst hätte es jemand anderes getroffen. Er war nicht auf seinem Leistungsoptimum. Wir haben heute auch andere taktische Dinge vor. Als Trainer muss man solche Entscheidungen treffen.“

... den möglichen Titelgewinn: „Es passieren viele Dinge aus der Emotion, das entsteht dann spontan. Erstmal müssen wir das Spiel aber gewinnen.“

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig) vor dem Spiel über...

...den Wechsel von Julian Nagelsmann zum FC Bayern: „Natürlich habe ich ihm gesagt, als er zum FC Bayern wollte, dass ich den Titel zum Abschied erwarte. Julian ist auch hungrig. Wenn man in einem Finale ist, will man es auch gewinnen.“ (pm)

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